Commonwealth of Nations

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Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert den Staatenbund Commonwealth of Nations; andere Bedeutungen des Wortes Commonwealth unter Commonwealth (Begriffsklärung).
Commonwealth of Nations

Flagge der Organisation

Karte der Commonwealth-Mitglieder
Englische Bezeichnung Commonwealth of Nations
Vorsitz Elisabeth II.
Kamalesh Sharma (seit 2008)
Gründungszeitpunkt 11. Dezember 1931 (Statut von Westminster)
28. April 1949 (Erklärung von London)
Sitz London
Mitgliedstaaten Siehe hier
Arbeitssprachen Englisch
www.thecommonwealth.org

Das Commonwealth of Nations (bis 1947: British Commonwealth of Nations) ist eine lose Verbindung von souveränen Staaten, welche in erster Linie vom Vereinigten Königreich und dessen ehemaligen Kolonien gebildet wird.

Die Bezeichnung Commonwealth (engl.: „Gemeinwohl“; wörtlich: „Gemeinsamer Reichtum“) bedeutet hier einen freiwilligen Bund unabhängiger, souveräner Staaten, die gemeinsame Ziele verwirklichen oder sich zu einer politischen Gemeinschaft zusammenschließen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Commonwealth of Nations ist eine Vereinigung unabhängiger Staaten, die heute als Nachfolger des British Empire gesehen werden kann. Die Institutionalisierung des British Commonwealth of Nations war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Reaktion des Vereinigten Königreiches auf die Autonomiebestrebungen seiner Dominions (Kanada, Südafrika, Australien und Neuseeland) und sollte diese dadurch an das Empire binden. Im Balfour-Bericht vom 18. November 1926 wurde festgelegt, dass die Dominions autonome Gemeinschaften innerhalb des British Empires sind. Alle haben die gleichen Rechte, sind in keiner Weise anderen untergeordnet, aber als Mitglieder des Commonwealth verbunden durch die Treue zur Krone (“[...] are autonomous Communities within the British Empire, equal in status, in no way subordinate one to another in any aspect of their domestic or external affairs, though united by a common allegiance to the Crown, and freely associated as members of the British Commonwealth”). Noch einmal niedergeschrieben wurde der Status der Mitgliedstaaten am 11. Dezember 1931 im Statut von Westminster. Im Commonwealth gab es keine festgesetzten Statuten und keine Verfassung. Rein konstitutionell gesehen bestand die einzige Verbindung zwischen dem Vereinigten Königreich und den Dominions in der Treue zur Krone.

Mit den Beitritten von Indien (1947), Ceylon (heute Sri Lanka) (1948) und Pakistan (1949), die vor ihrer Unabhängigkeit zu Britisch-Indien gehörten, entstand das moderne Commonwealth (New Commonwealth). Diese Veränderungen wurden in der Erklärung von London am 28. April 1949 festgehalten. 1957 trat mit der ehemaligen britischen Kolonie Goldküste/Ghana erstmals ein mittelafrikanisches Land dem Commonwealth bei. Der Commonwealth wurde schließlich zu einem „Auffangbecken“ für die ehemaligen britischen Kolonien, wobei es seit der Ausrufung der Republik in Indien 1950 nicht mehr zwingend ist, dass ein Mitgliedstaat den britischen König oder die britische Königin auch als sein eigenes Staatsoberhaupt anerkennt. Innerhalb von wenigen Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Mitglieder. Bestand die Organisation 1955 noch aus acht Mitgliedern, so waren es 1964 bereits 20. Infolge dieser Erweiterung wurde 1965 das Commonwealth Secretariat gegründet. Aus dem Commonwealth of Nations wurde im Zuge dieser Entwicklung die multiethnische und multikulturelle Organisation, die sie heute darstellt. Seit dem Beitritt Mosambiks im Jahr 1995 und dem Beitritt Ruandas 2009 sind auch Länder vertreten, die nie zum Britischen Reich gehörten, sondern portugiesische bzw. belgische Kolonie waren.

[Bearbeiten] Commonwealth heute

Das Commonwealth of Nations umfasst derzeit (Stand November 2009) 53 Mitgliedstaaten, von denen 16 (die sogenannten Commonwealth Realms) in Personalunion verbunden sind. Formal sind die Kronen der 16 Commonwealth Realms getrennt, dennoch ist die britische Monarchie die prominenteste. Um die eigene Souveränität zu betonen, wird aber seit den 1970er Jahren z. B. in Kanada, Australien und Neuseeland mit Bezug auf das eigene Staatsoberhaupt nicht mehr von der britischen Königin, sondern offiziell von der Queen of Canada, Queen of Australia, Queen of New Zealand gesprochen.

Heute leben 26 Prozent der Weltbevölkerung (rund 1,7 Milliarden Menschen) in Mitgliedstaaten des Commonwealths: Indien ist dabei mit Abstand das bevölkerungsreichste Mitglied mit über einer Milliarde Menschen. Auch Pakistan, Bangladesch und Nigeria haben jeweils eine Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen. Aber auch Staaten wie zum Beispiel die Inselkette Tuvalu, auf der nur etwa 11.500 Menschen leben, gehören dem Bund an.

In der Praxis sieht es so aus, dass die Staaten, wenn sie zu einer Republik werden, formell aus dem Bund austreten. Anschließend stellen sie einfach einen Antrag auf Wiederaufnahme, der automatisch gewährt wird. Die Republik Irland bewarb sich nach dem Austritt nicht um die Wiederaufnahme. Bis heute ist der Beitritt Irlands zum Commonwealth ein Thema in der irischen Politik.

Das Commonwealth Office in London ist die Zentrale des Staatenbundes. Ähnlich wie bei der UNO in New York entsendet jeder Mitgliedstaat einen Vertreter dorthin, so dass ein ständiger Informationsaustausch stattfinden kann. Zusätzlich treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder alle zwei Jahre zu einem einwöchigen Gipfeltreffen. Hierbei werden wichtige politische und wirtschaftliche Fragen sowie die Weltlage diskutiert. Auch Sanktionen gegen einzelne Staaten, wie beispielsweise 2001 gegen Simbabwe[1], werden hier beschlossen. Am 22. November 2007 hat ein Komitee der Außenminister beschlossen, Pakistan so lange von den Sitzungen auszuschließen, bis die Demokratie wieder hergestellt sei und das Gesetz in dem Land wieder gilt.[2] Am 1. September 2009 gab der Generalsekretär Kamalesh Sharma den Ausschluss Fidschis bekannt, nachdem dessen Regierung zuvor die Rückkehr zur Demokratie nach dem Putsch von 2006 verweigerte.[3] Die Fidschi-Inseln wurden bereits im Juni 2000 aus ähnlichen Gründen von der Versammlung suspendiert.[4]

Der Gipfel findet jedes Mal in einem anderen Mitgliedstaat statt und wird traditionell durch den britischen Monarchen, aktuell Elisabeth II., als Oberhaupt des Commonwealths eröffnet.

[Bearbeiten] Oberhäupter

[Bearbeiten] Generalsekretäre

[Bearbeiten] Mitglieder

53 Staaten sind gegenwärtig Mitglieder im Commonwealth of Nations (die Jahreszahlen nennen das Beitrittsjahr):

[Bearbeiten] Darunter: Commonwealth Realms

Hauptartikel: Commonwealth Realm

[Bearbeiten] Ehemalige Mitglieder

  • Newfoundland Red Ensign.png Neufundland (1931, wurde 1934 Teil Kanadas)
  • Irland Irland (1931, verließ den Bund 1949)
  • Flag of Malaya.svg Föderation Malaya (1957, wurde 1963 Teil Malaysias)
  • Flag of Zanzibar.svg Sansibar (1961, schloss sich 1964 mit Tanganjika zu Tansania zusammen)
  • Flag of Tanganyika.svg Tanganjika (1961, schloss sich 1964 mit Sansibar zu Tansania zusammen)
  • Fidschi Fidschi (1970; Austritt 1987 und Wiedereintritt 1997, Suspendierung von 2000 bis 2001, erneute Suspendierung am 8. Dezember 2006, Ausschluss 1. September 2009)
  • Simbabwe Simbabwe (1980, trat am 7. Dezember 2003 aus, vorausgegangen war am 20. März 2002 die Suspendierung)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Commonwealth schließt Simbabwe für ein Jahr aus. Handelsblatt, 19. März 2002, abgerufen am 29. November 2009.
  2. Commonwealth schließt Pakistan aus. welt.de, 22. November 2007, abgerufen am 29. November 2009.
  3. Fidschi-Inseln aus Commonwealth ausgeschlossen. DTS Nachrichtenagentur, 1. September 2009, abgerufen am 29. November 2009.
  4. Commonwealth schließt Fidschi von Versammlungen aus. Handelsblatt, 6. Juni 2000, abgerufen am 29. November 2009.

[Bearbeiten] Literatur

  • Claire Auplat: Les ONG du Commonwealth contemporain. Rôles, bilans et perspectives. L'Harmattan, Paris 2003.
  • John Darwin: A Third British Empire? The Dominion Idea in Imperial Politics. In: Judith M. Brown, Wm. Roger (Hrsg.): The Oxford History of the British Empire. Volume IV: The Twentieth Century, Oxford 1999, S. 64–87.
  • Hessel Duncan Hall: Commonwealth. A history of the British Commonwealth of Nations. Van Nostrand Reinhold, London u. a. 1971.
  • W.B. Hamilton u. a. (Hrsg.): A Decade of the Commonwealth 1955-1964. Durham/N.C. 1966.
  • Denis Judd, Peter Slinn: The Evolution of the Modern Commonwealth 1902-80. London 1982.
  • Nicolas Mansergh: Das Britische Commonwealth. Entstehung - Geschichte - Struktur. Zürich 1969.
  • Alex May (Hrsg.): Britain, the Commonwealth and Europe. The Commonwealth and Britain's applications to join the European Communities. Basingstoke u.a. 2001.
  • K.C. Wheare: The Constitutional Structure of the Commonwealth. Oxford 1960.
  • Gerhard Altmann: Abschied vom Empire. Die innere Dekolonisation Großbritanniens 1945-1985. Göttingen 2005.

[Bearbeiten] Weblinks

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