Compañía Sud Americana de Vapores

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Compañía Sudamericana de Vapores, S.A.
Logo der Compañía Sudamericana de Vapores
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CLP3064M1019
Gründung 1872
Sitz Valparaíso und Santiago, Chile
Leitung Oscar Hasbún Martínez (CEO)
Francisco Pérez Mackenna (Vorsitzender des Verwaltungsrats)
Mitarbeiter <1000
Branche Schifffahrt
Website www.csav.com

Die Compañía Sudamericana de Vapores (CSAV) ist eine chilenische Reederei. Bis zu der Fusion ihrer Container-Sparte mit der deutschen Reederei Hapag-Lloyd im Jahr 2014 war sie Lateinamerikas größte Reederei. CSAV besteht seit 1872 und ist ein chilenisches Traditionsunternehmen. CEO ist gegenwärtig Oscar Hasbún Martínez.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptquartier der CSAV in Valparaiso

Die CSAV wurde 1872 gegründet und zählt daher zu den ältesten weltweit noch bestehenden Reedereien. Im Jahr 1873 wurde die CSAV an der Börse von Santiago de Chile gelistet. Das Unternehmen begann mit der Küstenschifffahrt, deren Dienste rasch zu einem wachsenden Liniennetz entlang der südamerikanischen Westküste bis zum damals in Bau begriffenen Panama-Kanal ausgebaut wurden. In späteren Jahren erweiterte die Reederei ihre Linien zunächst in die Häfen der Vereinigten Staaten, danach nach Europa, Asien und zur südamerikanischen Ostküste.

Im April 2011 beteiligte sich die chilenische Quiñenco-Holding an der CSAV. Quiñenco hält heute 55,2% der CSAV-Anteile.[1] Quiñenco ist ein Tochterunternehmen der Grupo Luksic der Familie Luksic und beschäftigt rund 33.000 Mitarbeiter. Aufgrund der weltweiten Krise in der Schifffahrt verzeichnete CSAV im Jahr 2011 erhebliche Verluste. 2011 war das schlechteste Jahr in der Geschichte des Unternehmens.[2] Daher führte CSAV ab Mai 2011 tiefgreifende Umstrukturierungsmaßnahmen durch: es konzentrierte sein Geschäft auf den Heimmarkt Lateinamerika, baute seine Flotte aus, vertiefte strategische Allianzen und reduzierte Kosten.[3] Das Geschäftsjahr 2012 schloss das Unternehmen mit Verlusten in Höhe von 314 Mio. US-Dollar ab. Im Vergleich zu 2011 stellte dies eine Verbesserung von 74,9 % dar. Im Jahr 2013 verzeichnete CSAV Verluste in Höhe von 169 Mio. Dollar – 46 % weniger als im Vorjahr.[4][5]

Ende 2013 fuhren für CSAV 50 Containerschiffe auf 32 Linien (plus Zubringern) über alle Weltmeere und transportierten rund 2 Mio. TEU im Jahr.[6] CSAV investierte zwischen 2011 und 2014 insgesamt rund 1,6 Mrd. US-Dollar in neue, moderne Containerschiffe, darunter sieben mit einer Kapazität von 9300 TEU.[7][8] Die letzten dieser Schiffe werden 2015 ausgeliefert. Durch die modernisierte und vergrößerte Flotte reduzierte CSAV seine Treibstoffkosten und ersetzte bisher gepachtete Schiffe durch eigene.[9]

2014: Fusion des Container-Geschäfts mit Hapag-Lloyd[Bearbeiten]

Seit Januar 2014 führte die CSAV Fusionsgespräche mit der deutschen Reederei Hapag-Lloyd. Am 2. Dezember 2014 gaben beide Reedereien den erfolgreichen Abschluss der Fusion ihrer Container-Sparten bekannt. Die neue Gesellschaft ist die weltweit viertgrößte Container-Reederei mit einer Gesamttransportkapazität von nahezu 1 Mio. TEU, einem Frachtaufkommen von annähernd 7,5 Mio. TEU jährlich und einem Gesamtumsatz von fast 12 Mio. US-Dollar pro Jahr. Die Fusion soll Synergien von etwa 300 Mio. US-Dollar jährlich generieren.[10][11]

CSAVs Stück-, Flüssig- und Kühlgut- sowie Fahrzeugtransport sind von der Transaktion ausgeschlossen. Die Reederei bleibt weiterhin an der Börse in Santiago de Chile gelistet.

Als Gegenleistung für die Übertragung ihres Containergeschäfts erhielt die CSAV zunächst 30% der Aktien von Hapag-Lloyd. Dieser Anteil wurde im Zuge einer Kapitalerhöhung Ende 2014 auf 34% erhöht. Das macht die CSAV zum größten Aktionär von Hapag-Lloyd.[12] In dieser Funktion entsendete die CSAV mit Wirkung des Fusionsabschlusses ihren CEO, Oscar Hasbún Martínez, und ihren Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Francisco Pérez Mackenna, in den Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd.[13]

Aktuell[Bearbeiten]

Im Zuge der Fusion wird das Container-Geschäft der CSAV voll in Hapag-Lloyd integriert. Dieser Prozess soll bis Juni 2015 abgeschlossen sein.[14]

Die CSAV betreibt weiterhin Stückgutdienste mit einem Schwerpunkt auf dem Transport von Kühl- und Gefriergut sowie Massengut- und Fahrzeug-Transportdienste. Eingesetzt werden unter anderem eigene und gecharterte Kühlschiffe, Massengutschiffe und Autotransporter. Darüber hinaus bietet die CSAV intermodale Transporte und weitere Transportdienstleistungen an. Ein Tür-zu-Tür-Dienst wurde bis 2012 von der Unternehmenstochter Sudamericana Agencias Aéreas y Marítimas (SAAM) unterhalten, von der sich CSAV zwischenzeitlich jedoch trennte.

Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete die CSAV einen Gewinn von 389 Mio. US-Dollar. Dieses Ergebnis ist zu einem großen Teil durch die Einbringung ihrer Container-Sparte in Hapag-Lloyd beeinflusst, die mit insgesamt 619 Mio. US-Dollar bewertet wurde.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Transport Journal, 5. Februar 2015
  2. Bloomberg, 23. Januar 2013
  3. Journal of Commerce, 26. April 2012
  4. Bloomberg, 28. März 2013
  5. Business News Americas, 28. Februar 2014
  6. Jahresabschlussbericht CSAV 2013
  7. Journal of Commerce, 4. April 2013
  8. Shipping Online
  9. World Maritime News, 30. Oktober 2014
  10. Bekanntgabe Fusionsabschluss (Hapag-Lloyd), 2. Dezember 2014
  11. Bekanntgabe Fusionsabschluss (CSAV), 2. Dezember 2014
  12. Hamburger Abendblatt, 5. Februar 2015
  13. Bekanntgabe Wechsel im Aufsichtsrat (Hapag-Lloyd), 3. Dezember 2014
  14. The Loadstar, 27. März 2015
  15. Port Technology International, 30. März 2015