Compañía Sud Americana de Vapores

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Compañía Sud Americana de Vapores
Logo der Compañía Sud Americana de Vapores
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CLP3064M1019
Gründung 1872
Sitz Valparaíso und Santiago, Chile
Leitung Oscar Hasbún Martínez (Geschäftsführer)
Francisco Pérez Mackenna (Vorsitzender des Verwaltungsrats)
Mitarbeiter 4211
Branche Schifffahrt
Website www.csav.com

Die Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) ist eine chilenische Reederei. Sie ist die größte lateinamerikanische Linienreederei und die Nummer 20 weltweit. CSAV besteht seit 1872 und ist ein chilenisches Traditionsunternehmen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptquartier der CSAV in Valparaiso

Die CSAV wurde 1872 gegründet und zählt daher zu den ältesten weltweit noch bestehenden Reedereien. Im Jahr 1873 wurde CSAV an der Börse von Santiago gelistet. Das Unternehmen begann mit der Küstenschifffahrt, deren Dienste rasch zu einem wachsenden Liniennetz entlang der südamerikanischen Westküste bis zum damals in Bau begriffenen Panama-Kanal ausgebaut wurden. In späteren Jahren erweiterte die Reederei ihre Linien zunächst in die Häfen der Vereinigten Staaten, danach nach Europa, Asien und zur südamerikanischen Ostküste.

Im April 2011 beteiligte sich die chilenische Quiñenco-Holding an der CSAV. Quiñenco hält heute etwa 46 % der CSAV-Anteile. Quiñenco ist ein Tochterunternehmen der Grupo Luksic der Familie Luksic und beschäftigt rund 33.000 Mitarbeiter. Aufgrund der weltweiten Krise in der Schifffahrt verzeichnete CSAV im Jahr 2011 erhebliche Verluste. 2011 war das schlechteste Jahr in der Geschichte des Unternehmens.[1] Ab Mai 2011 führte CSAV tiefgreifende Umstrukturierungsmaßnahmen durch[2]: es konzentrierte sein Geschäft auf den Heimmarkt Lateinamerika, baute seine Flotte aus, vertiefte strategische Allianzen und reduzierte Kosten.[3] Das Geschäftsjahr 2012 schloss das Unternehmen mit Verlusten in Höhe von 314 Mio. US-Dollar ab. Im Vergleich zu 2011 stellte dies eine Verbesserung von 74,9 % dar. Im Jahr 2013 verzeichnete CSAV Verluste in Höhe von 169 Mio. Dollar – 46 % weniger als im Vorjahr.[4][5]

Aktuell[Bearbeiten]

Aktuell betreibt das Unternehmen Stückgutdienste mit einem Schwerpunkt auf dem Transport von Kühl- und Gefriergut sowie Massengut- und Fahrzeug-Transportdienste. Das heutige Liniennetz verbindet die Häfen der südamerikanischen Atlantik- und Pazifikküste mit allen wichtigen Teilen der Welt. Eingesetzt werden unter anderem eigene und gecharterte Containerschiffe, Kühlschiffe, Massengutschiffe und Autotransporter. Darüber hinaus bietet die CSAV intermodale Transporte und weitere Transportdienstleistungen an. Ein Tür-zu-Tür-Dienst wurde bis 2012 von der Unternehmenstochter Sudamericana Agencias Aéreas y Marítimas (SAAM) unterhalten, von der sich CSAV zwischenzeitlich jedoch trennte.

Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete CSAV mit 4.211 Beschäftigten einen Umsatz von rund 3,4 Mrd. US-$, die Aktiva hatten einen Wert von 2,5 Mrd. US-$. Das Unternehmen ist in mehr als 80 Ländern präsent und erzielte 85 % seines Gesamtumsatzes mit eigenen Agenturen.

Rund 90 Prozent des Umsatzes erzielt CSAV in der Containerschifffahrt, hauptsächlich auf Routen von und nach Amerika. Ende 2012 fuhren für CSAV 53 Containerschiffe auf 30 Linien (plus Zubringern) über alle Weltmeere; sie transportierten im Jahr 2012 rund 1,9 Mio. TEU.[6] CSAV investierte rund 1 Mrd. US-Dollar in neue Schiffe, die im Verlauf der vergangenen drei Jahre ihren Dienst aufnahmen.[7] Kürzlich ordnete CSAV den Bau von sieben neuen Schiffen mit einer Kapazität von 9300 TEU für weitere 600 Millionen US-Dollar an.[8][9][10] Die letzten dieser neuen Schiffe werden 2015 geliefert werden. Durch seine vergrößerte eigene Flotte kann CSAV erheblich Treibstoffkosten reduzieren und außerdem bisher gepachtete Schiffe durch eigene ersetzen.[11]

2014: Fusion im Container-Geschäft mit Hapag-Lloyd[Bearbeiten]

Im Januar 2014 führte die CSAV Fusionsgespräche mit der deutschen Reederei Hapag-Lloyd. Am 22. Januar 2014 unterschrieben beide Firmen eine nicht bindende Absichtserklärung (Memorandum of understanding), die den Rahmen für die Vereinigung des CSAV-Containergeschäfts mit den Aktivitäten von HL festlegt. CSAVs Stück-, Flüssig- und Kühlgut sowie Fahrzeugtransport sind von der angestrebten Transaktion ausgeschlossen. Die neue Gesellschaft wäre die weltweit viertgrößte Container-Reederei mit einer Gesamttransportkapazität von nahezu 1 Mio. TEU, einem Frachtaufkommen von annähernd 7,5 Mio. TEU jährlich und einem Gesamtumsatz von fast 12 Mrd. US-$ pro Jahr.[12][13] Die Fusion würde voraussichtlich Synergien von etwa 300 Mio. US-$ jährlich generieren.[14] Die Parteien wollen (Stand Januar 2014) einen Geschäftsplan erarbeiten mit den Schwerpunkten Verbesserung der operativen Effizienz und Erneuerung der Flotte; im Zuge der Fusion sind zwei Kapitalerhöhungen für HL im Gesamtwert von 740 Mio. Euro vorgesehen.[15]

Am 16. April 2014 unterzeichneten die beiden Parteien einen bindenden Vertrag, dem allerdings noch die zuständigen Kartellbehörden zustimmen müssen. Als Gegenleistung für die Überlassung des Containergeschäftes erhält CSAV zunächst 30 %, später 34 % der Aktien von Hapag-Lloyd.[16]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. [4]
  5. [5]
  6. Jahresabschlussbericht 2012
  7. CSAV to Acquire Seven New Container Ships bei Journal of Commerce (englisch)
  8. http://www.shippingonline.cn/news/newsContent.asp?id=21204
  9. http://www.csav.cl/ir/pdf.htm/$FILE/Comunicado%20CSAV%20%20Fin%20Aumento%20Capital%20en.pdf
  10. https://www.joc.com/maritime-news/container-lines/csav/csav-acquire-seven-new-container-ships_20130404.html
  11. [6]
  12. [7]
  13. Hapag-Lloyd und CSAV: Fusion rückt näher bei NDR, 23. Januar 2014
  14. Wall Street Journal
  15. http://gcaptain.com/csav-to-take-30-percent-stake-in-germanys-hapag-lloyd/
  16. Hapag-Lloyd und CSAV besiegeln Zusammenschluss und schaffen die viertgrößte Linienreederei der Welt Pressemitteilung der Hapag-Lloyd vom 16. April 2014, abgerufen am 18. April 2014