Competitive Enterprise Institute

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Competitive Enterprise Institute
Typ 501(c) Corporation [1]
Gründer Fred L. Smith Jr.[2]
Gründung 1984 [1]
Sitz Washington, D.C. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten [1]
Budget 6,3 Millionen US-Dollar [1]
Freiwillige 9 [1]
Angestellte 43 [1]
Website www.cei.org
Stand 30. September 2013

Das Competitive Enterprise Institute (CEI) ist ein US-amerikanischer, politisch konservativer, libertärer Think Tank. Erklärte Ziele sind die Verbreitung der Prinzipien des Limited Government (d.h. der Einschränkung staatlicher Lenkung), des freien Marktes und der individuellen Freiheit.[3]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das CEI kann zu den klimaskeptischen Organisationen gezählt werden. Aktivitäten des CEI zielen unter anderem darauf ab, politische Maßnahmen gegen die globale Erwärmung, die möglicherweise zu Einschränkungen der individuellen Freiheit führen könnten, zu verhindern.

Gegen die Earth Hour rief das CEI erstmals im Jahr 2009 auf, zu dieser Stunde beispielsweise heiß zu duschen, um Human Achievement („menschliche Errungenschaft“) und Fortschritt zu unterstützen, statt den Energieumsatz zu minimieren.[4]

Im Jahr 2002 leitete das CEI eine Kampagne, die US-Präsident George W. Bush dazu bringen sollte, dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung fern zu bleiben.[5] Bush war tatsächlich keiner der zahlreichen Regierungschefs beim Gipfeltreffen.[6] Die Ministerpräsidenten der Volksrepublik China und Russlands gaben dort bekannt, das Kyoto-Protokoll ratifiziert oder zumindest unterzeichnet zu haben.[7] Dies nicht zu tun, überging Bushs Außenminister Colin Powell in seiner Rede zum Schluss, pries die USA als Vorbild, und ließ den Gipfel damit in einem Eklat enden.[8]

Im Jahr 2003 berichtete die britische Zeitung The Observer, eine E-Mail von Myron Ebell (Direktor der Abteilung für globale Erwärmung und Umweltpolitik des CEI)[9] an Phil Cooney (damals Vorsitzender des Council on Environmental Quality unter der Regierung Bush, zuvor beim American Petroleum Institute)[10] aus dem Jahr 2002 belege, dass Cooney bei der Manipulation von Regierungsberichten zum Thema Klimawandel vom CEI unterstützt wurde. So seien unter Cooneys Leitung wiederholt Abschnitte und Formulierungen aus Klimaberichten entfernt oder geändert worden, die vor der Bedrohung durch die globale Erwärmung warnten.[11] Zudem sei es in der E-Mail darum gegangen, wie man Mitglieder der Environmental Protection Agency, unter anderem die damalige Umweltministerin Christine Whitman, aus ihren Posten entfernen könne. Das CEI und das Weiße Haus wiesen diese Anschuldigungen zurück.[11] Ebell gab an, die Korrekturen seien Teil der normalen sprachlichen Anpassung von Regierungsdokumenten, um diese mit politischen Zielen zu vereinbaren.[12] Nach Untersuchung der Vorgänge und einem umfangreichen Bericht in der New York Times im Juni 2005 trat Cooney von seinem Amt zurück.[13][12]

Im Jahr 2006, vor dem Start des Films Eine unbequeme Wahrheit von Al Gore, veröffentlichte das CEI unter anderem Werbespots, die die globale Erwärmung und Motive von Al Gore in Frage stellten.[14]

Im Juli 2012 beschuldigte Rand Simberg, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des CEI, im Blog des CEI den Klimaforscher Michael E. Mann des Betrugs. Er verglich Mann mit Jerry Sandusky, der in den USA aufgrund wiederholter Kindesmisshandlung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden war. Statt Kinder zu misshandeln, habe Mann Daten „gequält und gefoltert“ (engl.: „he has molested and tortured data“). Einige Tage später löschte das CEI den Beitrag. Mark Steyn zitierte ihn jedoch im Blog des National Review und kommentierte, Simberg habe recht gehabt, denn Mann sei „der Mann hinter dem gefälschten Hockeyschläger-Diagramm“. Mann reichte daraufhin eine Verleumdungsklage ein, unter anderem gegen das CEI.[15][16]

Direktoren des CEI und deren Verbindungen zu anderen Think Tanks[Bearbeiten]

Das Board of Directors besteht aus Michael S. Greve (Vorsitzender, u.a. auch Gastdozent am American Enterprise Institute), Lawson Bader (Präsident, u.a. ehemaliger Vize-Präsident des Mercatus Center), James R. Curley, Michael W. Gleba, Jean-Claude Gruffat, Kerry Halferty Hardy (früher am Cato Institute), W. Thomas Haynes, Frances B. Smith, Fred L. Smith, Jr., James R. Von Ehr, Todd J. Zywicki (u.a. auch Dozent am Mercatus Center), Leonard Liggio (u.a. Vizepräsident der Atlas Economic Research Foundation) und Thomas Gale Moore (u.a. Senior Fellow an der Hoover Institution).[2]

Zu den früheren Direktoren gehörte unter anderem William O’Keefe, der Vorstandsmitglied beim politisch konservativen George C. Marshall Institute und Vorsitzender der Global Climate Coalition ist, sowie früher Vizepräsident des American Petroleum Institute war.[17]

Sponsoren und Unterstützer[Bearbeiten]

Zu den Sponsoren einer im Juli 2013 vom CEI veranstalteten Fundraising-Veranstaltung gehörten (nach Informationen der Washington Post) vor allem die Erdöl-/Kohlewirtschaft und konservative Organisationen (drei davon mit den Brüdern Charles und David H. Koch assoziiert). Größter Einzelsponsor war Google. Als Sponsoren gelistet wurden zudem unter anderem Facebook, MasterCard, GlaxoSmithKline, Altria/Philip Morris, Monsanto, Microsoft, Ford und Volkswagen. Die Keynote des Dinners hielt Rand Paul.[18][19][20]

Die Union of Concerned Scientists benannte zudem in einem Bericht aus dem Jahr 2007 ExxonMobil als Sponsor des CEI.[17] Die Tageszeitung The Observer berichtete, ExxonMobil habe zwischen 1998 und 2003 mehr als eine Million Dollar gespendet[11], bis zum Jahr 2005 waren es nach Angaben von Greenpeace über 2 Millionen Dollar.[21]

Ebenfalls laut Greenpeace haben mit den Koch-Brüdern assoziierte Stiftungen in den Jahren 1986 bis 2011 insgesamt über 700.000 Dollar an das CEI gespendet.[22]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Return of Organization Exempt From Income Tax (PDF; 888 KB) CEI. 15. Mai 2014. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  2. a b CEI: Board of Directors. Abgerufen am 6. März 2014.
  3. CEI: About CEI. Abgerufen am 6. März 2014.
  4. Miguel Llanos: Lights on or off? Earth Hour challenged by Human Achievement Hour. National Broadcasting Company. 30. März 2012. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  5. Terry Macalister, Duncan Campbell: Exxon mauled by green tiger protest. In: The Guardian, 28. Mai 2003. Abgerufen am 7. Mai 2014.
  6. Holger Kulick: Gipfeltreffen in Johannesburg: Kofi Annan verlangt Offensive. In: Spiegel Online. 2. September 2002. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  7. Klimaschutz: Kleine Sensation auf dem Erdgipfel. In: Spiegel Online. 3. September 2002. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  8. Holger Kulick: Eklat in Johannesburg: Powell ausgepfiffen. In: Spiegel Online. 4. September 2002. Abgerufen am 12. Juli 2014.
  9. engl. Wikipedia: Myron Ebell
  10. engl. Wikipedia: Phil Cooney
  11. a b c Paul Harris: Bush covers up climate research. In: The Observer, 21. September 2003. Abgerufen am 7. März 2014.
  12. a b Andrew Revkin: Editor of Climate Reports Resigns. In: The New York Times, 10. Juni 2005. Abgerufen am 7. März 2014.
  13. Andrew Revkin: Bush Aide Softened Greenhouse Gas Links to Global Warming. In: The New York Times, 8. Juni 2005. Abgerufen am 7. März 2014.
  14. CO2-Propaganda: "Die nennen es Verschmutzung, wir nennen es Leben". In: Spiegel Online, 18. Mai 2006.
  15. Suzanne Goldenberg: Climate scientist Michael Mann sues over sex offender comparison In: The Guardian, 24. Oktober 2012. Abgerufen am 7. März 2014.
  16. Seth Shulman: Got Science? Why This Climate Scientist's Libel Case Matters.. In: The Huffington Post Blog, 12. Februar 2014. Abgerufen am 6. März 2014.
  17. a b Union of Concerned Scientists: Smoke, Mirrors & Hot Air. How ExxonMobil Uses Big Tobacco’s Tactics to Manufacture Uncertainty on Climate Science. Januar 2007 (PDF, abgerufen am 6. März 2014).
  18. Juliet Eilperin: Anatomy of a Washington dinner: Who funds the Competitive Enterprise Institute? In: The Washington Post, 20. Juni 2013. Abgerufen am 6. März 2014.
  19. Jan Willmroth: Spenden: Google und Facebook unterstützen Klimaskeptiker. In: WirtschaftsWoche Green, 19. November 2013. Abgerufen am 22. März 2014.
  20. Phil Radford: What are Facebook and Google Doing in Bed with Climate Deniers?. Auf: occupy.com, 26. September 2013. Abgerufen am 22. März 2014.
  21. Greenpeace: Factsheet: Competitive Enterprise Institute. Auf: exxonsecrets.org. Abgerufen am 17. März 2014.
  22. Greenpeace USA: Koch Industries Climate Denial Front Group: Competitive Enterprise Institute (CEI). Abgerufen am 17. März 2014.