Compton Gamma Ray Observatory

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Compton Gamma Ray Observatory
Compton Gamma Ray Observatory
Typ: Weltraumteleskop
Land: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Betreiber: NASA
COSPAR-Bezeichnung: 1991-027B
Missionsdaten
Masse: 15620 kg
Größe: 9,1 m Höhe, 21,3 m Spannweite
Start: 5. April 1991, 14:22 UTC
Startplatz: Kennedy Space Center LC-39B
Trägerrakete: Space Shuttle Atlantis
Status: abgestürzt am 4. Juni 2000
Bahndaten
Umlaufzeit: 93,6 min[1]
Bahnneigung: 28,5°
Apogäum: 453 km
Perigäum: 448 km

Das Compton Gamma Ray Observatory (CGRO) war ein Weltraumteleskop für Gammaastronomie.

Der zunächst nur als Gamma Ray Observatory (GRO) bezeichnete Satellit wurde mit der STS-37-Mission des Space Shuttle Atlantis am 5. April 1991 gestartet. Mit über 15 Tonnen war es der schwerste wissenschaftliche Satellit, der bis dahin vom Space Shuttle in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde. Nach einigen Monaten wurde er zu Ehren des Physikers und Nobelpreisträgers Arthur Holly Compton in Compton Gamma Ray Observatory umbenannt.

CGRO war das zweite von vier weltraumgestützten Teleskopen, welche von der NASA im Rahmen des „Great Observatory Programms“ geplant wurden. Die anderen Satelliten dieses Programms sind das Hubble Space Telescope, das Chandra X-Ray Observatory und das Spitzer Space Telescope.

Instrumente[Bearbeiten]

Die Instrumente von CGRO deckten mit 20 keV bis 30 GeV einen weiten Bereich des elektromagnetischen Spektrums ab. Nach ansteigender Energie geordnet waren die Instrumente:

Ergebnisse[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Ergebnissen von CGRO gehören:

  • Die erste Himmelsdurchmusterung bei über 100 MeV Energie. Mit EGRET wurden dabei 271 Quellen entdeckt.
  • Eine Himmelskarte in der Emission radioaktiven Aluminiums (26Al) durch COMPTEL.
  • Insgesamt etwa 2000 Messungen von Gammablitzen mit BATSE. Ihre gleichmäßige Verteilung am Himmel deutete an, dass sie nicht in der Milchstraße sondern in weit entfernten Galaxien ausgelöst wurden.
  • Unterscheidung von Gammablitzen in zwei Klassen – lang und kurz.
  • Entdeckung von Blazaren als Hauptquelle hochenergetischer Gammastrahlung.
  • Entdeckung schwacher terrestrischer Gammastrahlen von Gewittern.

Absturz[Bearbeiten]

Das CGRO war schon weit über der erwarteten Lebensdauer von fünf Jahren, als am 6. Dezember 1999 eines der Gyroskope zur Lageregelung versagte. Der Verlust eines weiteren Gyroskopes hätte den Satelliten unsteuerbar gemacht, und für den Fall eines unkontrollierten Absturzes wurde das Risiko eines Todesfalls zu 1:1000 berechnet. Die NASA entschied sich, das noch funktionsfähige Teleskop kontrolliert über dem Pazifik zum Absturz zu bringen, was das Risiko auf etwa 1:29 Millionen verringerte.[2] Die Masse von CGRO betrug zu diesem Zeitpunkt noch etwa 14910 kg. Eine Testzündung der Triebwerke erfolgte am 28. Mai 2000. Am 31. Mai und am 1. Juni wurde die Bahnhöhe durch weitere Bremsmanöver verringert. Am 4. Juni 2000 erfolgte um 03:56 UTC eine dritte Bremszündung von 21 Minuten Dauer. Eine Erdumkreisung später wurde um 05:22 UTC die vierte Bremszündung von 30 Minuten Dauer durchgeführt. Dies genügte, um CGRO gegen 06:10 UTC in die Erdatmosphäre eintreten zu lassen.[3][4] Die verbleibende Masse beim Wiedereintritt wurde auf 14010 kg geschätzt,[2] wovon etwa 30 bis 40 Trümmerteile die Wasseroberfläche erreicht haben könnten.[5] Es handelte sich dabei um das erste Mal, dass die NASA einen Satelliten kontrolliert zum Absturz brachte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahndaten nach Mark Wade: GRO. In: Encyclopedia Astronautica. Abgerufen am 24. September 2012 (englisch).
  2. a b Richard B. Mrozinski: Entry Debris Field Estimation Methods and Application to Compton Gamma Ray Observatory Disposal. NASA, abgerufen am 24. September 2012 (PDF; 1,1 MB, englisch).
  3. The Re-Entry of the Compton Gamma Ray Observatory. NASA, abgerufen am 24. September 2012 (englisch).
  4. Justin Ray: Mission Status Center. Spaceflight Now, 4. Juni 2000, abgerufen am 24. September 2012 (englisch).
  5. William Harwood: NASA space telescope heads for fiery crash into Pacific. Spaceflight Now, 28. Mai 2000, abgerufen am 24. September 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]