Computergehäuse

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Gehäuse-
formate

Ein Computergehäuse (englisch computer case) dient dazu alle Komponenten eines Computers in sich aufzunehmen, damit diese nicht ungeschützt äußeren Einflüssen (wie Schmutz, Wasser, Elektrizität, Druck etc.) ausgesetzt sind.

Außerdem soll ein Computergehäuse die Abschirmung der Komponenten zum Schutz der Umgebung sowie die Kühlung wichtiger Bauteile des Computers, etwa der CPU und der Festplatten durch entsprechende Lüfter (z. Bsp. Prozessorkühler) sicherstellen. Deshalb bestehen Computergehäuse in der Regel aus galvanisch verzinktem Metall (SECC: Steel, electrogalvanized, cold-rolled, coil), seltener aus feuerverzinktem oder anderweitig beschichteten Stahlblech oder Aluminium. Da der Netzteillüfter bei leistungsstärkeren PCs nicht mehr ausreicht, haben viele Gehäuse Halterungen zur Installation zusätzlicher Lüfter in gängige Rahmenbreiten zwischen 60 mm und 140 mm.

Ein „Tower“-Gehäuse im Midi-Format
(mit eingebautem Netzteil)

Es wird zwischen verschiedenen Formfaktoren von Gehäusen unterschieden. Im Consumerbereich sind dabei ATX und auch Micro-ATX üblich, vorübergehend auch BTX (fast ausschließlich in Fertig-PCs verwendet), früher XT, AT (Vorläufer von ATX) und Baby-AT. Diese unterscheiden sich in den darin passenden standardisierten Komponentenen. Primär ist dies die Hauptplatine, gefolgt vom PC-Netzteil sowie den Formaten und der Anordnung optionaler Komponenten wie Laufwerken. Einige Spezifikationen und Abmessungen von Befestigungen haben eine Reihe der Formate gemeinsam.

Trotz der vorgegebenen Größen der Komponenten unterscheiden sich die Bauformen von Computergehäusen teilweise erheblich. So gibt es beispielsweise große, hochformatige Big/Full-Tower, etwas niedrigere Midi-Tower, flache Desktop-Gehäuse, bis hin zur annähernd pizza­schachtel­großen Pizza box, die heute jedoch hauptsächlich im professionellen Umfeld als Workstation oder Server (meist in 19-Zoll-Rackbauweise) verwendet wird. Eine Ausnahme bildeten da u. a. die Apple Macintosh LC und LC II, die für den Heimanwender konzipiert waren. Die heute aktuellen Apple Mac mini- und Nettop-Computer und andere Small-Form-Factor-PCs haben teils ITX-Format oder noch kleinere herstellerspezifische Gehäuse, können aber auch nur mit besonders kleinen Hauptplatinen und Netzteilen sowie wenigeren und von der Bauform her kleineren Komponenten bestückt werden.

In einem PC-Gehäuse gibt es meist mehrere 5¼"-Einschübe auf der Vorderseite für optische Laufwerke, Festplatten (heute nicht mehr in dieser Größe verwendet), Bandlaufwerke u. v. m., sowie einige 3½"-Einschübe, früher für Diskettenlaufwerke, heute für Festplatten etc. Die Bezeichnungen 5¼" und 3½" sind nur abgeleitet von dem jeweiligen Formfaktoren der Medien. Die tatsächliche Breite der Laufwerke und Einschübe liegt darüber.

Auf der Rückseite finden sich Aussparungen für die Anschlüsse aller Arten von Steckkarten, deren Bussysteme (PCI-Express, PCI, AGP, ISA, EISA, VESA Local Bus, Micro Channel (MCA) oder anderen) von der Hauptplatine bereitgestellt wird und ein Fenster für die herausgeführten Anschlüsse der Hauptplatine (etwa für den Anschluss von Maus, Tastatur und USB-Geräten) sowie ein Fenster für das Netzteil.

Das Gehäuse durch meist abnehmbare Seitenwände verschlossen. Für den Zu- oder Abluftstrom des Prozessorkühlers und der Grafikkarte besitzen diese Lüftungsschlitze. Eine Modeerscheinung ist das Case-Modding, bei dem das Computergehäuse individuell gestaltet wird.

In den frühen 1990er Jahren war in vielen Gehäusen eine mehrstellige Segmentanzeige eingebaut, die die Taktfrequenz des Rechners anzeigte. Der Wert der Anzeige wurde allerdings manuell per Jumper festgelegt. Die Taktfrequenz und Anzeige konnte meist auch im laufenden Betrieb mit der Turbo-Taste geändert werden.

Schrauben und Gewinde

Bei Computergehäusen werden genormte und für die Anwendung standardisierte Schrauben benutzt und mitgeliefert. An PC-Gehäusen, PC-Netzteilen und 3½"-Festplatten sind Gewinde für 6-32-Zollmaß-Schrauben nach dem Unified Thread Standard geschnitten. Bei auf Produktionskosten optimierten Gehäusen müssen die Gewinde durch Eindrehen der Schrauben in hier weicheren Bleche geschnitten werden. Diskettenlaufwerke, CD- und DVD-Laufwerke (außer Slimline-Laufwerke für Notebooks, Nettops u.ä.) haben metrische M3-Gewinde. Für die Bolzen oder Halteklammern für die Hauptplatine sowie für die Steckkarten werden von Gehäuse zu Gehäuse unterschiedliche M3- oder 6-32er-Schrauben benutzt. Auch schraubenlose Montage findet vereinzelt Anwendung. Die bei D-Sub-Steckern eingesetzten 4-40er-Schrauben kommen nicht direkt am Gehäuse vor. Lüfter werden mit speziellen selbstschneidenden Schrauben oder Lüfter-Entkopplern montiert.

 Commons: Computerschrauben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Computer cases – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien