Concepción de la Vega

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Concepción de la Vega ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz La Vega in der Dominikanischen Republik. Die Stadt liegt unweit der Ruinen von La Vega Vieja (dt. das alte La Vega). La Vega Vieja war nach La Isabela die zweite planmäßige europäische Siedlungsgründung in Amerika. Der Ort entstand neben der Festung Nuestra Señora de la Concepción, die Christoph Kolumbus 1495 nach einem Sieg über die Taino-Indianer bauen ließ.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Tal La Vega Real (auch Cibao genannt) am Ufer des Flusses Rio Camú.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch den Zustrom spanischer Einwanderer nach 1502, die durch Gold angelockt wurden, nahm die Bevölkerung der kleinen Siedlung schnell zu. La Vega Vieja wurde zur ersten Boom-Town in Amerika und lief der 1496 gegründeten Hauptstadt Santo Domingo bald den Rang als wichtigste Stadt der Insel ab.

Zwischen 1512 und 1525 wurde ein neues, steinernes Fort gebaut. Die Stadt beherbergte auch eine Kathedrale, eine Goldschmiede, ein Krankenhaus, ein Kloster und hatte mehrere tausend einheimische und spanische Bewohner. Die Einwohner der Stadt waren die Ersten, die in Amerika Zuckerrohr anbauten.

Aber bereits um 1520 zeichnete sich das Ende des Goldvorkommens ab. Immer mehr Menschen verließen die Stadt. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung starb an den Folgen der Ausbeutung durch die Spanier oder durch eingeschleppte Krankheiten. 1562 wurde die Stadt durch ein Erdbeben zerstört. Die Überlebenden gründeten in der Nähe eine neue Stadt, das heutige La Vega.

Klassisches Karnevalskostüm in La Vega, 1987

Allgemeines[Bearbeiten]

La Vega ist bekannt für seinen Karneval, der jeden Sonntag am Nachmittag im Februar sowie im August in der Innenstadt an der Straße Calle Independencia stattfindet. Um 16 Uhr erscheinen in bunten Kostümen und lackierten Masken die so genannten Diablo Cojuelos (dt. hinkende Teufel), die das Recht haben, unliebsame Personen mit Luft gefüllten Ballonen, Sandsäcken, Saublasen oder auch Peitschen durch Schläge zu strafen. Die Kostümträger sind in einer Art „Narrenzunft“ organisiert. Es bestehen strenge Reglements, wie die Kostüme in jedem Jahr auszusehen haben, wie die Peitschen und anderen Schlagwerkzeuge ausgestattet sein dürfen (um Verletzungen zu vermeiden) und wie die Auftritte der Diablos vonstattengehen müssen. Der Carnaval vegana geht – wie der Karneval generell – auf Bräuche des antiken Europas (insbes. die römischen Saturnalien) zurück; er besitzt in seiner Urtümlichkeit eine gewisse Ähnlichkeit mit der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Die Ursprünglichkeit des Carnaval vegana wurde jedoch seit Mitte der 1980er Jahre durch die Kommerzialisierung in Mitleidenschaft gezogen.

In der Nähe von La Vega befindet sich der Wallfahrtsort Santo Cerro (Heiliger Hügel), dessen Kirche aus Steinen von La Vega Vieja erbaut wurde. Der Legende nach soll hier die Jungfrau Maria den Spaniern vor einer Schlacht gegen die Taínos im Jahr 1495 erschienen sein und ihnen den Sieg verheißen haben. Heute finden hier jährlich am 24. September Prozessionen statt.

Von der ersten Siedlung La Vega Vieja sind nur noch Grundmauern erhalten.

La Vega ist ansonsten eine typisch kreolische Stadt, in deren Zentrum auch noch Holzhäuser zu finden sind. Die Stadt hat (2002) ca. 98.000 Einwohner und gilt als die zehntgrößte Stadt des Landes. Wirtschaftlich ist sie von Bedeutung für weiterverarbeitete landwirtschaftliche Produkte, Metallverarbeitung und eine Bierbrauerei.

Weblinks[Bearbeiten]

19.224166666667-70.528333333333Koordinaten: 19° 13′ N, 70° 32′ W