Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS)
CMAS logo.svg
Gründung: 9.–11. Januar 1959
Gründungsort: Monaco
Präsidentin: Anna Arzhanova
Vereine (ca.): >100 nationale Tauchverbände[1]
Verbandssitz: Rom
Homepage: www.cmas.org

Die Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS) ist ein im Januar 1959 in Monaco gegründeter[2] internationaler Tauchsportverband mit Sitz in Rom.[3] CMAS International wird weltweit durch diverse Tauchorganisationen vertreten.[1] Im englischen Sprachraum tritt die CMAS auch unter dem Namen World Underwater Federation (WUF) auf. Die CMAS ist eine internationale Dachorganisation des Gerätetauchens sowie für Sportarten, die vom Tauchen abgeleitet sind, wie Flossenschwimmen, Unterwasserrugby, Unterwasserhockey, Orientierungstauchen oder Apnoetauchen.

Ausbildungssysteme Gerätetauchen[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Tauchschein

Ausbildungssystem der CMAS

Das CMAS-Gerätetauchen-Ausbildungssystem[4] besteht aus standardisierten Kursen, die in Theorie und Praxis aufgeteilt sind. Die Theorie wird hauptsächlich im Frontalunterricht vermittelt, während die Praxis ausschließlich durch Tauchlehrer im Schwimmbad oder im begrenzten Freiwasser sowie im offenen Freiwasser unterrichtet wird. Am Ende jeden Kurses wird ein Tauchschein (Brevet) ausgestellt, der weltweit anerkannt wird. CMAS ist vorwiegend in Europa verbreitet. Es gibt aber weltweit Vereine und Tauchschulen, die nach CMAS ausbilden. Teilweise nennen die Lizenznehmer die Kurse anders und bieten Zwischenstufen oder Erweiterungen an. Die Lizenznehmer der CMAS werden als Federations bezeichnet. Es gibt nationale Federations, die nur in ihrem Gebiet ausbilden dürfen und die CMAS in diesem Land repräsentieren. Daneben gibt es wenige internationale Federations, die weltweit ausbilden dürfen.

CMAS-Taucher[Bearbeiten]

CMAS bietet ein Ausbildungsystem mit vier Stufen, um das Gerätetauchen zu erlernen. Die wichtigsten Ausbildungsstufen sind über die internationalen Normen ISO 24801-2, ISO 24801-3 und ISO 11121 standardisiert.

CMAS Introductory SCUBA Experience

  • Schnuppertauchen
  • entspricht dem Einführungs-Trainings-Program (Introductory Training Program) nach ISO 11121.[5]

CMAS-Taucher *

  • entspricht dem Selbstständigen Taucher (Autonomous Diver) nach ISO 24801-2.[6]
  • Voraussetzungen:
    • Mindestalter: 14 Jahre
    • Tauchtauglichkeit

CMAS-Taucher **

  • Voraussetzungen:
    • CMAS * oder äquivalent

CMAS-Taucher ***

  • entspricht dem Tauchgruppenführer (Dive Leader) nach ISO 24801-3.[7]
  • Voraussetzungen:
    • Mindestalter: 18 Jahre
    • CMAS ** oder äquivalent
    • Herz-Lungen-Wiederbelebungs-Kurs (HLW) nicht älter als 1 Jahr
    • Nachweis über mindestens 65 Tauchgänge, davon mindestens 10 Tauchgänge auf 30 bis 40 Meter Tiefe

CMAS-Taucher ****

  • Diese Stufe kann nicht durch eine Prüfung erworben werden, sondern wird durch die nationalen Verbände verliehen.

CMAS-Tauchlehrer[Bearbeiten]

Der Tauchlehrer (Instructor) kann Taucher ausbilden und trainieren. Die Ausbildungsstufen sind über die internationalen Normen ISO 24802-1[8] und ISO 24802-2[9] standardisiert.

CMAS Moniteur/Instructor *

  • kompatibel zu ISO 24802-2[10] (Instructor Level 2)
  • ausbildungs- und prüfungsberechtigt für CMAS * und tiefere Ausbildungsstufen

CMAS Moniteur/Instructor **

  • ausbildungs- und prüfungsberechtigt für CMAS *** und tiefere Ausbildungsstufen

CMAS Moniteur/Instructor ***

  • ausbildungs- und prüfungsberechtigt für CMAS *** und tiefere Ausbildungsstufen
  • ausbildungsberechtigt bis CMAS Moniteur/Instructor **
  • Tauchlehrer werden nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft.

CMAS-Spezialkurse[Bearbeiten]

Die CMAS Spezialkurse bieten die Möglichkeit sich in verschieden Spezialgebieten des Tauchens weiterzubilden. Die Teilnehmer können so weitere Erfahrungen sammeln und somit das taucherische Können verbessern. Folgende Spezialkurse werden angeboten. Die einzelnen Federations können zusätzliche Kurse einführen, Bestehende abändern oder weglassen:[4]

Sonstige Ausbildungssysteme[Bearbeiten]

CMAS-Apnoe-Taucher[Bearbeiten]

Die Ausbildung für Apnoe-Taucher umfasst drei Level:[4]

  • CMAS Apnoe-Taucher Level 1
  • CMAS Apnoe-Taucher Level 2
  • CMAS Apnoe-Taucher Level 3

CMAS-Apnoe-Tauchlehrer[Bearbeiten]

Für Apnoe-Tauchlehrer gibt es bei CMAS nur eine Stufe:[4]

CMAS Apnoe-Tauchlehrer

  • zugleich CMAS Freediving Instructor
  • Ausbildung in Theorie und Praxis für Apnoe-Taucher

Mitglieder von CMAS[Bearbeiten]

Auf nationaler Ebene wird CMAS durch eines seiner Mitglieder repräsentiert. Die Mitgliedsorganisationen reglementieren und organisieren die Tauchausbildung nach den Vorgaben von CMAS im entsprechenden Land und stellen CMAS-Brevets aus. Diese Brevetierungen weichen zum Teil deutlich von den Rahmenvorgaben der CMAS ab:

  • die Anforderungen werden verschärft
  • es werden Zwischenstufen geschaffen

Auf Grund dieser unterschiedlichen Auslegungen des CMAS-Systems können z.B. Tauchlehrer nur bis zum CMAS Moniteur ** den Verband wechseln (crossen).

CMAS in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland wird die CMAS durch den Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) vertreten.[1] CMAS Germany ist ein Arbeitsbereich des VDST.[12] Der VDST bezeichnet sich selbst als CMAS Germany und gibt Unterlizenzen an diverse Verbände (EDA, IAC, ICMC, IDA, SUB, VEST, usw.) aus. Diese Verbände sind keine CMAS-Lizenznehmer, sondern lassen ihre Ausbildung über den VDST nach CMAS brevetieren.

CMAS in der Schweiz[Bearbeiten]

CMAS in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich ist CMAS durch den Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) repräsentiert.[14]

CMAS in Liechtenstein[Bearbeiten]

In Liechtenstein ist CMAS durch den Liechtensteiner Tauchsport Verband (LTV) vertreten.[1]

CMAS International[Bearbeiten]

Neben den nationalen Vertretungen und Vertragspartnern von CMAS gibt es einige Mitgliedsorganisationen, die international tätig sind. Zu diesen gehören: AED[15], DAN, IANTD[16], IPA Monaco[17], ProTec, PTA[18] und T.D.I..

Weitere Länder[Bearbeiten]

CMAS wird von den folgenden Organisationen in den einzelnen Staaten repräsentiert:[1]

Land Abkürzung Name der Organisation
Ägypten EULF Egyptian Underwater and Lifesaving Federation
Australien AUF Australian Underwater Federation
Belgien BEFOS-FEBRAS Fédération royale Belge de Recherches et d’Activités Sous-Marines
GBRS Groupe Belge de Recherches Scientifiques Sous-Marines
Brasilien CBPDS Confederação Brasileira de Pesca e Desportos Subaquáticos
Chile FEDESUB Federation Deportiva Nacional de Deportes Submarinos
China CUA Chinese Underwater Association
HKUAL Hong Kong Underwater Association
Dänemark DSF Dansk Sports Dykker Forbund
Ecuador FEDASUB Federación Ecuatoriana de Buceo y Actividades Subacuaticas
Finnland Sukeltaja Sukeltajaliitto Ry
Frankreich FFESSM Fédération Française d’etudes et de Sports Sous-Marins
Großbritannien BUSA British Underwater Sports Association
SAA Sub-Aqua Association
Indonesien POSSIISSA Persartuan Olahraga Selam Seluruh Indonesia
Irland CFT Comhairle Fo Thuinn
Italien ACDC Associazione CMAS Diving Center Italia
Japan JCIA Japan CMAS Instructor Association
Jordanien RJMSF Royal Jordanian Marine Sports Federation
Kanada CDP Canadian Diving Program
CUGA Canadian Underwater Games Association
Kuba FCAS Federacion Cubana de Actividades Subacuaticuas
Luxemburg FLASSA Fédération Luxembourgeoise des Activités et Sports Subaquatiques ASBL
Malaysia MSAC Malayan Sub Aqua Club
Malediven MUF Maldives Underwater Federation
Malta FUAM Federation of Underwater Activities Malta
Marokko FMPAS Federation Marocaine de Plongée et Activités Subaquatiques
Mexiko FMAS Federacion Mexicana de Actividades Subacuaticas A.C.
Namibia NUWF Namibia Underwater Federation
Neuseeland NZUA New Zealand Underwater Association
Niederlande NOB Nederlandse OnderwaterSport Bond
Norwegen NDF Norges Dykkeforbund
Philippinen PCIA Philippine Federation of CMAS Underwater Activities
Schweden SSDF Svenska Sportdykarförbundet
Spanien FEDAS Federacion Espanola de Actividades Subacuaticas
Südafrika CMAS-ISA CMAS Instructors South Africa
SAUSF South African Underwater Sports Federation
Südkorea KUA Korea Underwater Association
Taiwan CTUF Chinese Taipei Underwater Federation
Thailand TDA Thailand Diving Association
Tunesien FAST Federation des Activités Subaquatiques de Tunisie
USA USOA Underwater Society of America

Alle diese Lizenznehmer können die Rahmenvorgaben der CMAS den eigenen Bedürfnissen anpassen. Dies kann teilweise dazu führen, dass die Ausbildungen, insbesondere im Specialty- und Tauchlehrer-Bereich, nicht mehr vergleichbar sind. Die Stufen CMAS * bis CMAS *** sowie CMAS Instructor * bis CMAS Instructor ** müssen jedoch vergleichbar sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea und Peter Schinck: Tauchwissen auf einen Blick. BLV, München 2004, ISBN 3-405-16615-2.
  • Thomas Kromp, Hans J. Roggenbach, Peter Bredebusch: Praxis des Tauchens. Delius Klasing – Edition Naglschmid, Stuttgart 2003, ISBN 3-89594-047-X.
  • Axel Stibbe: Sporttauchen. Delius Klasing, Bielefeld 2001, ISBN 3-89594-048-8.
  • Axel Stibbe: Sporttauchen. Offizielles Lehrbuch. Ausbildungsunterlage für Lernende und Lehrende im Tauchsport. S. Naglschmid, Stuttgart 1994, ISBN 3-927913-67-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Federations CMAS International, zugegriffen: 29. Mai 2012
  2. About CMAS. The history of C.M.A.S
  3. CMAS - Contacts
  4. a b c d CMAS International Diver Training Standards and Procedures Manual, CMAS international, zugegriffen: 29. Mai 2012
  5. Introductory training program-mes to scuba diving (ISO 11121). EUF, abgerufen am 4. April 2013.
  6. Autonomous Diver (ISO 24801-2). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  7. Dive Leader (ISO 24801-3). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  8. Scuba Instructor at Level 1 (ISO 24802-1). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  9. Scuba Instructor at Level 2 (ISO 24802-2). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  10. Scuba Instructor at Level 2 (ISO 24802-2). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  11. Enriched Air Nitrox (EAN) Diving (ISO 11107). EUF, abgerufen am 20. November 2012.
  12. CMAS Germany, zugegriffen am 6. Juni 2012.
  13. CMAS.CH, , zugegriffen: 29. Mai 2012
  14. TSVÖ: Tauchsportverband Österreichs, zugegriffen: 29. Mai 2012
  15. AED: ASSOCIATED EUROPEAN DIVERS
  16. IANTD
  17. IPA Monaco
  18. Pure Tech