Confusion – Sommer der Ausgeflippten

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Filmdaten
Deutscher Titel Confusion – Sommer der Ausgeflippten
Originaltitel Dazed and Confused
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Richard Linklater
Drehbuch Richard Linklater
Produktion Sean Daniel,
James Jacks,
Richard Linklater
Kamera Lee Daniel
Schnitt Sandra Adair
Besetzung

Confusion – Sommer der Ausgeflippten (Originaltitel: Dazed and Confused) ist ein US-amerikanischer Coming-of-Age-Film des Regisseurs Richard Linklater aus dem Jahr 1993 nach seinem eigenen Drehbuch. Er zeigt den letzten Schultag einer Teenagergruppe in Austin des Jahres 1976, der Filmtitel ist abgeleitet vom Song "Dazed and Confused" der Band Led Zeppelin.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Am 28. Mai 1976, dem letzten Schultag an der Lee High School in Austin (Texas), bereitet sich eine Gruppe von Schülern der Abschlussklasse (Seniors) auf das jährliche Hazing der neu ankommenden Schüler (Freshmen) vor. Der traditionelle Initiationsritus besteht für die Schüler männlichen Geschlechts darin, sich von den Älteren mit Cricketschlägern den Hintern versohlen zu lassen, während jene weiblichen Geschlechts von den älteren Schülerinnen auf dem Parkplatz versammelt, dort mit Senf, Ketchup, Mehl und rohen Eiern beschmiert und schließlich dazu gezwungen werden, den älteren Schülern (männlichen Geschlechts) Anträge zu machen.

Dem Freshman Mitch Kramer gelingt es zunächst, mit seinem besten Freund Carl Burnett dem Ritus zu entkommen, nachdem Carls Mutter einen die beiden verfolgenden, älteren Schüler, Fred O'Bannion, mit einer Schrotflinte bedroht. Fred lauert Mitch jedoch nach einem Baseballspiel zusammen mit Freunden auf und holt das Hazing nach. Einer der Seniors dieser Gruppe, Randall „Pink" Floyd, bringt Mitch nach Hause und lädt ihn ein, am Abend noch mit Freunden durch die Stadt zu cruisen. Pink ist der Star des schuleigenen American-Football-Teams und soll seinem Coach auf dessen Wunsch eine Vereinbarung unterschreiben, dass er während des Sommers keine Drogen nehmen oder irgendetwas anderes tun werde, was das Ziel, mit der Mannschaft die Meisterschaft zu gewinnen, untergraben könnte. Pink jedoch verweigerte die Unterschrift bislang.

Für den Abend zu einer Keg Party eingeladen hat Kevin Pickford, dessen Pläne jedoch durch eine zu früh kommende Lieferung der namensgebenden Bierfässer eine andere Wendung erhalten, da seine Eltern daraufhin beschließen, nicht wie geplant wegzufahren, sondern lieber zu Hause zu bleiben. Cynthia Dunn, Tony Olson und Mike Newhouse, die in der Schule als Streber angesehen werden, beschließen auszugehen und an den Aktivitäten der Mitschüler teilzuhaben. Pink und sein Freund David Wooderson, ein etwas älterer Kerl, nehmen Mitch Kramer mit zum Emporium, einer Billardhalle, die sich unter den jungen Leuten der Stadt auch an diesem Abend großer Beliebtheit erfreut. Dort wird Mitch auch Julie Simms vorgestellt, die als Sophomore einen Jahrgang über ihm ist. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen. Mitch selbst lässt sich von seinen neuen Freunden mitreißen, trinkt Bier, raucht zum ersten Mal in seinem Leben Marihuana und beteiligt sich am Mailbox Baseball: Man fährt mit dem Auto die Straße entlang und versucht, die Briefkästen mit einem Baseballschläger abzuschlagen. Einer der Bewohner erwischt sie schließlich dabei und droht damit, die Polizei zu rufen. Sie können zwar entkommen, der Schuss aus dem Revolver des Bewohners verfehlt das Auto jedoch nur knapp. Zurück am Emporium trifft Mitch einige alte Freunde aus der Middle School, mit denen er den Plan ausheckt, sich an Fred O'Bannion, der das Hazing fortsetzt, für die erlittene Demütigung zu rächen, indem man Farbe über diesen kippt.

Nachdem das Emporium schließt, begleitet Mitch seine neuen Freunde zu einer spontanen Keg Party außerhalb der Stadt auf dem freien Feld bei einem der berühmten „Moonlight Towers" von Austin. Dorthin zieht es auch Cynthia, Tony und Mike, die dabei ihre erste Feier dieser Art erleben. Cynthia lernt David Wooderson kennen und tauscht Telefonnummern mit ihm aus, da sie ihn sympathisch findet. Währenddessen freundet sich Tony mit Sabrina Davis an, die er bereits zuvor beim Hazing getroffen hatte, und hängt mit dieser ab. Mike hingegen wird von Clint Bruno bedroht, der auf Streit aus zu sein scheint, wehrt sich und wird daraufhin von Clint körperlich angegangen. Pink und David gehen jedoch zwischen die Kontrahenten und beenden den Kampf. Footballspieler Benny O'Donnell stellt Pink wegen dessen Weigerung, als einziger Spieler den Vertrag bei seinem Coach zu unterschreiben, zur Rede. Pink verweigert dies jedoch auch weiterhin, da er es nicht mit seinen Überzeugungen vereinbaren könne. Währenddessen verlässt Mitch zusammen mit Julie die Feierlichkeiten und fährt mit ihr zu einem nahegelegenen Hügel mit Blick auf die Stadt, um dort „herumzuknutschen". Tony bringt Sabrina nach Hause, wo sie sich mit einem Kuss voneinander verabschieden.

Als die Morgendämmerung anbricht, treffen sich Pink, David, Don und einige weitere Freunde – darunter Ron Slater und Simone Kerr – auf der 50-Yard-Linie des Football-Feldes, um Marihuana zu rauchen. Als die Polizei eintrifft, lassen sie die Drogen schnell verschwinden. Die Polizisten erkennen Pink und rufen dessen Coach Conrad, der nach Eintreffen einen Vortrag über das Herumhängen mit „Verlierern" hält - und darauf besteht, dass Pink nun den Vertrag unterschreibt. Daraufhin wirft Pink seinem Coach empört den Vertrag ins Gesicht und betont, dass er zwar Football spielen möge, den Vertrag allerdings unter keinen Umständen unterschreiben werde. Er verlässt das Feld mit seinen Freunden, um Tickets für ein Aerosmith-Konzert zu besorgen. Mitch ist unterdessen zu Hause angekommen, wo ihn seine Mutter bereits erwartet und ermahnt, nicht noch einmal so spät nach Hause zu kommen, jedoch auf Bestrafung verzichtet. Mitch zieht sich in sein Zimmer zurück, setzt Kopfhörer auf und hört zum Abschluss den Song „Slow Ride" von Foghat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film nahm zwar nur rund acht Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein, erreichte über die Jahre jedoch Kultfilmstatus. Quentin Tarantino nahm ihn 2002 in seine Top 10-Liste der Filmzeitschrift Sight and Sound auf,[2] Entertainment Weekly führt den Film sowohl in der Liste 50 Best High School Movies als auch auf Platz 10 der Funniest Movies of the Past 25 Years.[3][4]

Buch[Bearbeiten]

Im September 1993 publizierte der Verlag St. Martin's Press ein Taschenbuch mit 127 Seiten (ISBN 0-312-09466-3), das von Linklater's Drehbuch inspiriert war. Für die Zusammenstellung des Inhalts zeichneten unter anderem Linklater selbst und Denise Montgomery verantwortlich, die Gestaltung übernahm Erik Josowitz. Das Buch ist einem High School-Jahrbuch nachempfunden und enthält neben Profilen der einzelnen Filmcharaktere unter anderem auch von diesen geschriebene Essays und eine Zeitleiste für die Jahre 1973 bis 1977, zudem Schwarzweißfotografien von Filmszenen.

Gerichtsprozess[Bearbeiten]

Im Oktober 2004 reichten drei von Linklaters ehemaligen Klassenkameraden an der Huntsville High School in Texas gegen ihn Klage wegen Diffamierung ein und begründeten diese mit gleichgenannten Charakteren im Film, für die sie als Vorbilder dienen würden.[5] Die Klage wurde jedoch schließlich abgewiesen.

Kritik[Bearbeiten]

Roger Ebert von der Chicago Sun-Times merkt an, der gute Film sei eine Kreuzung von Anthropologie mit Kunst und führe seinen Zuschauern auch vor Augen, wie sehr doch die meisten Teenagerfilme ihr Subjekt in übermäßig romantischem Licht darstellen.[6] Desson Howe von der Washington Post wünscht sich für den Film einen Platz in der Library of Congress neben den großen Meisterwerken der Filmgeschichte, da er amerikanische Kultur in einem besonderen Maße reflektiere; er hebt unter den schauspielerischen Leistungen besonders jene von Jason London (Pink) und Wiley Wiggins (Mitch) hervor, fühlt sich beim Stil des Film zudem an Robert Altman erinnert.[7] James Berardinelli von ReelViews hingegen bemängelt die minimale Handlung des Films und die fehlende Tiefe der Charaktere, er sei leichte Unterhaltung und leide an einem schwachen Drehbuch; nichtsdestotrotz seien die realistischen schauspielerischen Leistungen zu betonen, besonders jene von Wiley Wiggins, der besonders im Gedächtnis bleibe.[8] Das Lexikon des Internationalen Films nennt Dazed and Confused „eine trotz der konventionellen Gestaltung reizvolle Studie, die die Verschiedenheit der Charaktere ernstnimmt und auch Generationskonflikte nicht ausspart.“[9]

Soundtrack[Bearbeiten]

  1. Rick DerringerRock and Roll, Hoochie Koo
  2. FoghatSlow Ride
  3. Alice CooperSchool’s Out
  4. Black Oak ArkansasJim Dandy
  5. ZZ TopTush
  6. NazarethLove Hurts
  7. Ted NugentStranglehold
  8. The RunawaysCherry Bomb
  9. The SweetFox on the Run
  10. WarLow Rider
  11. Lynyrd SkynyrdTuesday's Gone
  12. Deep PurpleHighway Star
  13. KissRock and Roll All Nite
  14. Black SabbathParanoid

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJon Lebkowsky: First Interview with Richard Linklater. In: Mindjack. Abgerufen am 10. August 2010 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBFI – Sight and Sound – Top Ten Poll 2002: Quentin Tarantino. Abgerufen am 10. August 2010 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format50 Best High School Movies by Entertainment Weekly. Abgerufen am 10. August 2010.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe Comedy 25: The Funniest Movies of the Past 25 Years: 10. DAZED AND CONFUSED (1993). In: Entertainment Weekly. Abgerufen am 10. August 2010 (englisch).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPeter Carlson: Bummer, Man. In: Washington Post. 8. Dezember 2004, abgerufen am 10. August 2010 (englisch).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRoger Ebert: Dazed and Confused. In: Chicago Sun-Times. 24. September 1993, abgerufen am 15. August 2010 (englisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDesson Howe: ‘Dazed and Confused’. In: Washington Post. 22. Oktober 1993, abgerufen am 15. August 2010 (englisch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJames Berardinelli: Dazed and Confused. In: ReelViews. 1993, abgerufen am 15. August 2010 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDazed and Confused. In: Lexikon des Internationalen Films. Abgerufen am 30. Juni 2011.

Weblinks[Bearbeiten]