InterConnex

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InterConnex ist ein Markenname der Ostseeland Verkehr GmbH, eine Tochtergesellschaft der Veolia Verkehr.

Unter dieser Bezeichnung ging am 1. März 2002 der erste privatwirtschaftliche Fernzug in Deutschland in Betrieb.[1] Der InterConnex fährt derzeit täglich von Leipzig über Berlin und Rostock nach Warnemünde und wieder zurück. Ansatz von InterConnex ist es, sich als preiswerter Anbieter im Fernverkehr von der Konkurrenz – insbesondere der Deutschen Bahn – zu unterscheiden.

Logo des InterConnex

Die Marke InterConnex war Mitte 2001 vorgestellt worden. Veolia (damals noch unter dem Namen Connex) hatte vorgeschlagen, mit Unterstützung von Bund, Ländern und DB ein Ersatzangebot für den aus DB-Sicht unwirtschaftlichen Interregio am Markt zu etablieren.[2] Der Deutsche Bahnkunden-Verband zeichnete Veolia für den InterConnex mit dem Deutschen Schienenverkehrspreis 2002 aus. Das Unternehmen habe mit dem Angebot das Monopol im deutschen Schienenpersonenfernverkehr gebrochen.[3]

Um 2012 wurden rund 400.000 Fahrgäste pro Jahr befördert. Der Betrieb sei nach damaligen Angaben des Betreiberunternehmes seit mehreren Jahren wirtschaftlich profitabel gewesen.[4] In den Anfangszeiten wurden rund 200.000 Reisende pro Jahr gezählt.[5] Die Verkehrsleistung der Züge beträgt ca. 425.000 km pro Jahr.

Im Jahr 2013 ging die Zahl der Reisenden um 16 Prozent, auf 335.000, zurück. Im Jahr 2014 sei die Nachfrage in Folge von Preissenkungen wieder gestiegen. Veolia Verkehr prüft laut eigenen Angaben, das Angebot einzustellen.[6]

InterConnex 1: Leipzig – Berlin – Rostock (Warnemünde)[Bearbeiten]

Zuglauf
des InterConnex
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Warnemünde
Bahnhof, Station
Rostock Hbf
Bahnhof, Station
Güstrow
Bahnhof, Station
Waren (Müritz)
Bahnhof, Station
Neustrelitz Hbf
Bahnhof, Station
Berlin Gesundbrunnen
Bahnhof, Station
Berlin Hbf
Bahnhof, Station
Berlin Südkreuz
Kopfbahnhof – Streckenende
Leipzig Hbf
Interconnex Rostock–Leipzig

Der InterConnex 1 verkehrt seit dem 1. März 2002 – als einer der ersten privatwirtschaftlichen Fernzüge in Deutschland – mit einem Zugpaar (Zugnummern DFR 80214/80215) täglich von Leipzig und Berlin nach Rostock. In den ersten Jahren war Gera der Startbahnhof. In den ersten Jahren kamen dabei zwei in Farbgebung und Innenausstattung angepasste Talent-Triebwagen der Ostmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft zum Einsatz.[1]

Der Fahrpreis je Kilometer betrug zunächst rund sieben Cent. Kinder bis sechs Jahren wurden kostenlos befördert, bis zum 26. Lebensjahr wurde darüber hinaus 30 Prozent Rabatt gewährt. Nach eigenen Angaben bezahlte das Unternehmen einen Trassenpreis von 2,25 Euro je Kilometer. Insgesamt seien 200.000 Euro investiert worden.[1] In den ersten Betriebstagen nutzten insgesamt etwa 500 Reisende pro Tag die beiden Züge.[7]

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2004 war vorgesehen, die Züge auf Bestellung des Zweckverbands Vogtland von Leipzig bis Adorf/Vogtl. zu verlängern. Aufgrund fehlender Trassen scheiterte das Angebot, zu dem 280.000 Euro jährlich durch den Zweckverband beigesteuert werden sollten, zunächst.[8]

Seit Beginn des Winterfahrplans 2006/2007 wird die Linie zwischen Gera und Leipzig nicht mehr befahren, dafür wurde der Abschnitt Leipzig–Berlin wochentags auf drei Zugpaare verstärkt. Seit Sommer 2007 verkehren täglich zwei Zugpaare zwischen Leipzig und Berlin, von denen eines nach Rostock-Warnemünde weiterfährt.

Wagenmaterial[Bearbeiten]

OME Talent
Aktueller InterConnex bei der Einfahrt in Rostock Hbf

Das Zugmaterial wurde zunächst von der Ostmecklenburgischen Eisenbahn (heute OLA), einer Connex-Tochter (heute Veolia Verkehr), gestellt und bestand aus Dieseltriebwagen des Typs Bombardier Talent, entsprechend der DB-Baureihe 643. Die Züge waren mit einer kleinen Bordküche ausgestattet, in der man kalte und warme Getränke sowie Speiseeis und kleine Speisen erwerben konnte. Die Züge waren zunächst noch mit Nahverkehrssitzen ausgestattet. Nach Kundenbeschwerden wurden nach und nach drei Triebwagen mit Fernverkehrssitzen ausgestattet. Diese waren stärker gepolstert und es gab ausklappbare Tische an jedem Platz. Beim Umbau mit Fernverkehrssitzen bekamen sie auch eine besondere Lackierung mit einem großen X an den Seiten und der Aufschrift InterConnex. Trotzdem kam es immer wieder zu Einsätzen von Triebwagen mit Nahverkehrsausstattung.

Ab 2. August 2002 wurde der Zug aufgrund gestiegener Nachfrage freitags bis montags in Dreifach- statt Doppeltraktion gefahren. Dazu war ein weiterer Talent-Nahverkehrstriebwagen im Werk Neustrelitz für den Fernverkehr umgebaut worden. Zuvor waren die rund 200 Plätze je Zug insbesondere im Wochenendverkehr teilweise überbelegt gewesen.[9] Die durchschnittliche Auslastung im ersten Betriebsjahr habe bei 68,9 Prozent gelegen.[10]

Anlässlich der Hansesail 2005 bekam ein Triebwagen eine Sonderlackierung und die Aufschrift Hanse-Express. Die umgerüsteten Triebwagen wurden nach dem Ende ihres Einsatzes nicht zurückgebaut, sondern nur äußerlich dem neuen Farbschema angepasst. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verkehrte der Zug zwischen Leipzig und Berlin mit den ehemaligen Nord-Ostsee-Bahn-Wagen für den Weiterbetrieb des Flex und einer Lok der Baureihe 146 der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Zwischen Leipzig und Gera wurden Desiro-Triebwagen der Lausitzbahn eingesetzt, da dieser Teil der Strecke nicht elektrifiziert ist.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 verkehren neue Sechs-Wagen-Garnituren der Nord-Ostsee-Bahn (in der stark nachgefragten Sommerferienzeit bis 31. August 2008 sogar Acht-Wagen-Garnituren)[11], wie sie auch auf der Marschbahn von Hamburg nach Westerland eingesetzt werden. Gezogen werden sie wie bisher von einer Lok der Baureihe 146. Die Wagen und die Lok tragen Vollwerbung für den InterConnex. Diese Wagen werden alle zwei Wochen wegen turnusmäßiger Wartungen gewechselt und im Bahnbetriebswerk Husum gewartet und bis zum nächsten Tausch auf dem Netz der NOB eingesetzt.

Connex Baureihe 146 auf dem Leipziger Hauptbahnhof

Laufweg[Bearbeiten]

Zu Anfang befuhr der InterConnex die Strecke Gera–Leipzig–Berlin–Rostock jeden Tag einmal je Richtung. Zwischenhalte waren Zeitz, Pegau, Leipzig Hbf, Bitterfeld, Lutherstadt Wittenberg, Luckenwalde, Berlin-Schönefeld, Berlin-Lichtenberg, Berlin-Hohenschönhausen, Oranienburg, Fürstenberg (Havel), Neustrelitz und Waren (Müritz). Die planmäßige Fahrzeit betrug ungefähr sechs Stunden.

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 entfielen, laut Unternehmensangaben aufgrund geringer Nachfrage, sechs Zwischenhalte:[12] Pegau, Bitterfeld, Lutherstadt Wittenberg, Luckenwalde, Oranienburg und Fürstenberg (Havel).

Zum Fahrplanwechsel am 28. Mai 2006 wurde, laut Unternehmensangaben, aufgrund von Bauarbeiten der täglich befahrene Laufweg auf den Abschnitt Gera–Leipzig–Berlin gekürzt, dafür verkehrte der Zug täglich zweimal je Richtung. Der Frühzug nach Berlin und der Spätzug nach Leipzig hielten zusätzlich in Berlin Ostbahnhof, Berlin Alexanderplatz, Berlin Friedrichstraße, Berlin Zoologischer Garten, Potsdam Rehbrücke, Dessau, Halle (Saale) und am Flughafen Leipzig/Halle. Die Verlängerung nach Rostock bestand nur noch samstags beziehungsweise sonntags in der Gegenrichtung.[12] Erstmals verkehrten die Züge über die Berliner Stadtbahn. Sie fuhren am neuen Berliner Hauptbahnhof ohne Halt durch.[13] Zudem wurde das Fahrzeugmaterial gewechselt.

Seit dem Fahrplanwechsel am 10. Juni 2007 verkehrt der InterConnex wieder täglich durchgehend von Leipzig bis Rostock-Warnemünde über Berlin Potsdamer Platz, Berlin Hauptbahnhof, Neustrelitz Hauptbahnhof, Waren (Müritz) und Rostock Hauptbahnhof sowie mit einem weiteren Zugpaar morgens von Berlin nach Leipzig und abends zurück. Hierfür wurde eine sechsteilige Wagengarnitur der Nord-Ostsee-Bahn mit einer Sonderlackierung versehen. Die Reisezeit ist mit dem parallel verkehrenden ICE der Deutschen Bahn vergleichbar (Beispiel Leipzig–Berlin: 1 h 19 min). Der Abschnitt Leipzig–Gera wurde komplett aufgegeben.

Seit dem 9. Dezember 2007 hält der Interconnex zusätzlich in Güstrow, um hier Umsteigemöglichkeiten zum Veolia-Verkehr-Tochterunternehmen „Ostseeland Verkehr (OLA)” zu ermöglichen. Zudem wird ein Halt am Bahnhof Berlin Gesundbrunnen eingelegt. Nach Fahrgastbefragungen hält seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 der Interconnex statt am Bahnhof Berlin Potsdamer Platz am Bahnhof Berlin Südkreuz.

Aufgrund von Ausbauarbeiten auf Teilstücken der Berliner Nordbahn und der Bahnstrecke Neustrelitz–Warnemünde fuhr der InterConnex von September 2012 bis November 2013 eine abweichende Strecke. Er hielt in Schwerin Hauptbahnhof und Bützow statt in Neustrelitz, Waren (Müritz) und Güstrow. Da auf dieser Strecke deutlich höhere Trassenpreise zu zahlen waren, kehrte man am 17. November 2013 auf die vorherige Strecke zurück.[14][15]

InterConnex 2: Dresden – / Zittau – Berlin – Stralsund (– Binz) (eingestellt)[Bearbeiten]

Bahnhof Weißwasser,
Zug der LB65 (Lausitz Bahn) als InterConnex 2 nach Liberec (Tschechische Republik)

Der OstseelandExpress ist ein Ende 2006 eingestellter Fernverkehrszug zwischen Stralsund und Dresden. Sein ursprünglicher Name war InterConnex 2 (X). Er wurde Ende 2002 eingeführt und wurde Ende 2005 in OstseelandExpress (OLX) umbenannt. Seine ursprüngliche Streckenführung führte von Zittau nach Stralsund, zeitweilig verlängert nach Binz im Norden und bis ins tschechische Liberec im Süden, später wurde sie jedoch auf Dresden–Stralsund geändert.

Wagenmaterial[Bearbeiten]

Triebwagen, der auf dem InterConnex 2 zum Einsatz kam

Auf dem OstseelandExpress kamen ursprünglich Triebwagen der Baureihe 642 der Lausitzbahn zum Einsatz. Sie stellte auch das Zugpersonal. Die Triebwagen hatten die blau-gelbe Lackierung der Connex und ein großes X an den Seiten, zusätzlich war die Beschriftung InterConnex an den Führerständen angebracht. Ab Sommer 2004 verkehrten Zubringerbusse aus Dresden und nach Usedom. Die Busse nach Dresden wurden entbehrlich, als die Züge nicht mehr nach Zittau, sondern nach Dresden-Neustadt fuhren. Zuletzt fuhr der OstseelandExpress mit Triebwagen der Baureihe 643 der Ostseeland Verkehr GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Plan des OstseelandExpress

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 wurde eine zweite InterConnex-Linie zwischen Görlitz, Berlin und Stralsund aufgebaut. Die Züge verkehrten zwischen Zittau und Cottbus als Nahverkehrszug im Auftrag des ZVON und ab Cottbus als Fernverkehrszug. Als Fahrzeuge kamen 120 km/h schnelle Desiro-Triebwagen zum Einsatz.[16] Der Betrieb wurde von den Connex-Töchtern Ostmecklenburgische Eisenbahn und Lausitzbahn durchgeführt.[16] Die Züge verkehrten täglich bis bzw. ab Berlin, freitags bis montags bis bzw. ab Stralsund.[17] Aufgrund zahlreicher Kundenwünsche kündigte das Unternehmen im Frühjahr 2003 an, die Linie in der Zeit vom 24. Mai bis 6. Oktober 2003 freitags bis montags von Stralsund zum Ostseebad Binz zu verlängern.[18] Während diese Verlängerung planmäßig in Kraft trat, wurde dienstags bis donnerstags das Angebot eingestellt; der Zug verkehrte an diesen Tagen fortan nur auf dem Regionalverkehrsabschnitt zwischen Zittau und Cottbus. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit nicht ausreichenden Fahrgastzahlen; Gespräche mit dem Land Brandenburg über die Förderung des Angebots waren zuvor erfolglos verlaufen.[19]

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde der Verkehr von Zittau über Görlitz, Spremberg und Cottbus, Berlin-Schönefeld, Berlin-Lichtenberg, Berlin-Hohenschönhausen, Bernau, Eberswalde, Prenzlau, Pasewalk, Anklam, Züssow und Greifswald nach Stralsund aufgenommen. In der folgenden Saison wurde die Strecke nach Binz auf Rügen mit Zwischenhalt in Bergen, sowie ab Sommer 2004 nach Liberec (Reichenberg) in Tschechien mit Zwischenhalt in Hrádek nad Nisou verlängert. Zusätzlich wurden Charter-Busse, als Zubringer zu diesem Zug, nach Dresden und nach Usedom eingesetzt.

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 wurde ein dreimal wöchentlich verkehrendes Zugpaar zwischen Dresden-Neustadt und Berlin eingelegt. Dort bestand Anschluss zum Interconnex von und nach Rostock; zeitweise verkehrten diese Züge durchgehend zwischen Dresden und Stralsund. Die vormals zwischen Liberec und Stralsund verkehrenden Züge wurden dagegen auf den Abschnitt zwischen Liberec und Berlin verkürzt.[8]

Zum Fahrplanwechsel 2006 wurde der OstseelandExpress insgesamt eingestellt.

InterConnex 3: (Neuss –) Köln – Rostock (eingestellt) [Bearbeiten]

InterConnex Neuss–Rostock (eingestellt)

Am 4. Juni 2003 wurde die Jungfernfahrt der dritten Interconnex-Linie gefeiert.[20] Am 6. Juni 2003[21] wurde der kommerzielle Betrieb auf der bis dahin längsten Interconnex-Fernverkehrslinie aufgenommen. Die Züge verkehrten von Köln über Gießen, Kassel-Wilhelmshöhe, Nordhausen, Halle und Berlin nach Rostock.[19] Unterwegs wurden 31 Halte bedient.[20] Die 912 km wurden in jeweils rund zwölf Stunden zurückgelegt. Angeboten wurde ein Zugpaar pro Tag.[19] Ab 1. August 2003 wurde der Zuglauf bis Neuss verlängert.[22]

Die Züge fuhren mit „Economy“-Trassen und wurden daher gegenüber dem Taktverkehr nachrangig behandelt.[20]

Nach Unternehmensangaben betrug die Auslastung der Linie im Juni 2003 26 Prozent. Im August habe sie bei 38, im Juli bei 45 Prozent gelegen. Aufgrund schwacher Nachfrage verkehrten die Züge im August und September 2003 mit vier statt sechs Wagen (240 statt 360 Sitzplätze). Für die Kostendeckung seien wenigstens 180 Fahrgäste erforderlich gewesen.[23]

Am 2. Oktober kündigte das Unternehmen die Einstellung des Angebots zum 27. Oktober an. Das Wagenmaterial wurde ab 1. November 2003 auf der Linie Hamburg – FlensburgPadborg (ehemaliges Flex-Angebot) verwendet.[23]

Es war der erste mit Wagen und Lok befahrene Zug von Connex Deutschland. Die Fahrzeiten waren Rostock ab 6:18 Uhr – Neuss an 18:45 Uhr, sowie Neuss ab 7:14 Uhr – Rostock an 20:11 Uhr.

Die Verbindung wurde offiziell wegen Unrentabilität eingestellt. Vor allem der westliche Abschnitt war nur schwach ausgelastet. Die Ursachen wurden in ungünstigen Fahrtzeiten und der im Vergleich mit den östlichen Bundesländern geringeren Bekanntheit der Marke InterConnex vermutet. Das Zugmaterial nutzte Connex anschließend für den Flensburg-Express, der als Nahverkehrsverbindung vom Land Schleswig-Holstein finanziert wurde. Diese sichere Finanzierung kann als hauptsächlicher Grund für die Einstellung der Verbindung Neuss-Rostock angesehen werden. Derzeit befinden sich die Wagen im Nord-Ostsee-Bahn-Betriebswerk Husum und verstärken bei Bedarf die Züge der NOB.

Wagenmaterial[Bearbeiten]

Die alten Wagen des InterConnex werden derzeit bei der Nord-Ostsee-Bahn als Reservefahrzeuge auf der Marschbahn eingesetzt

Die Züge wurden aus Lokomotiven der Baureihe 185 und modernisierten Schnellzugwagen aus dem ehemaligen Bestand der Deutschen Bahn gebildet.[19] 25 Wagen waren dazu ab Ende Juni 2002 im PFA-Werk Weiden aufgearbeitet worden.[20] Es handelte sich dabei um Halberstädter Abteilwagen der Deutschen Reichsbahn Die beiden Garnituren wurden von Ostmecklenburgischen Eisenbahngesellschaft betrieben, die auch das Zugpersonal stellte.

Streckennetz[Bearbeiten]

Netzplan des InterConnex 3

Der Zug verkehrte von Köln Hbf über Troisdorf, Siegburg, Hennef (Sieg), Siegen, Dillenburg, Wetzlar, Gießen, Marburg (Lahn), Treysa, Wabern, Kassel-Wilhelmshöhe, Eichenberg, Heiligenstadt (Eichsfeld), Leinefelde, Nordhausen, Berga-Kelbra, Sangerhausen, Lutherstadt Eisleben, Halle (Saale), Bitterfeld, Lutherstadt Wittenberg, Luckenwalde, Berlin-Schönefeld, Berlin-Lichtenberg, Berlin-Hohenschönhausen, Oranienburg, Fürstenberg (Havel), Neustrelitz und Waren (Müritz) nach Rostock. Er wurde am 1. August 2003 bis Neuss verlängert um die Kosten für die Überführung Neuss–Köln zu senken.

Rechtsstreit mit der Deutschen Bahn[Bearbeiten]

Die ursprünglich geplante Zugbezeichnung ICx ließ die Deutsche Bahn gerichtlich untersagen.[1] Die DB vertrat die Auffassung, dass dies zu sehr an ihre Marke Intercity-Express (ICE) erinnere.

Eine weitere Klage der DB richtete sich gegen die direkte Kommunikation mit den Stationsmanagern der entlang der Linie liegenden Bahnhöfe. Die DB wollte dies verbieten und klagte auf Einhaltung des „offiziellen Wegs“. Das Gericht folgte der Argumentation der DB nicht.[24]

Anfang Juli 2002 strich die Deutsche Bahn die Züge aus ihrem Reiseauskunftssystem. Sie vertrat die Auffassung, „jeder, der gegen die DB AG antritt“ müsse „seine Kunden selbst informieren“. Nach Protesten nahm das Unternehmen diesen Schritt zunächst zurück und kündigte an, zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 grundsätzlich zu entscheiden, ob Züge privater Wettbewerber im Reiseauskunftssystem wiedergegeben werden sollten.[25] Mitte Dezember 2002 erwirkte Connex eine Einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Bahn, die dem Unternehmen den Vertrieb seiner Reiseauskunftsmedien untersagte, nachdem die DB darin zwischen Stralsund und Zwickau verkehrende Fernzüge des Unternehmens nicht genannt hatte.[26][27] Mitte Januar 2003 entschied das Landgericht Berlin, dass die DB bei ihren elektronischen Fahrplanauskünften per Telefon und Internet über den neuen Connex-Zug informieren müsse.[27] Die Deutsche Bahn legte Rechtsmittel ein. Im Kursbuch für das Fahrplanjahr 2003 behauptete das Unternehmen, „alle Schienenverbindungen in Deutschland“ seien in dem Buch enthalten.[28] Das Bundeskartellamt nahm wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung Ermittlungen auf.[29] Die Deutsche Bahn unterlag in mehreren Verfahren, die die Aufnahme privater Reisezüge in ihr Kursbuch zum Gegenstand hatten.[30]

Nach weiteren gerichtlichen Prozessen musste die Deutsche Bahn den Zug in alle Fahrplanmedien aufnehmen und zusätzlich auf den Aushangfahrplänen bekannt geben.[31]

Ähnliche Linien[Bearbeiten]

Veolia bedient eine weitere eigenwirtschaftliche Fernverkehrsrelationen in Verlängerung bestellter Nahverkehrsleistungen.

BerlinPotsdamGenthinMagdeburgHalberstadt (Zugteilung) – WernigerodeVienenburg / – QuedlinburgThale als Wochenendausflugszug Harz-Berlin-Express der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt

Zwischen Genthin und Thale/Vienenburg verkehrt er als normaler Nahverkehrszug zu den üblichen Nahverkehrstarifen.

Vormalige Planungen[Bearbeiten]

Im April 2002 meldete die Connex Regiobahn GmbH bei DB Netz Fahrplantrassen für vier Zugpaare auf der Relation HeidelbergFrankfurt FlughafenMainzKoblenzKölnDüsseldorf an und erhielt zwei Monate später entsprechende Trassenangebote. Das Unternehmen kündigte anschließend in einer Presseinformation an, aufgrund unattraktiver Fahrzeiten die geplanten Verkehre zunächst nicht durchführen zu wollen. Die angebotenen Trassen hätten bei Fahrzeiten von fünf bis sechs Stunden zwischen Duisburg und Heidelberg die Fahrzeiten der entsprechenden Interregio-Züge um bis zu zweieinhalb Stunden übertroffen. Das Investitionsrisiko, so das Unternehmen einer weiteren Mitteilung, sei zu groß gewesen, das vorgelegte Trassenangebot keine Verhandlungsbasis.[32]

Es war geplant, dass zwei weitere Zugpaare zwischen Hamburg und Köln, bzw. Hamburg und Berlin als Verlängerung des Marschbahn-Expresses (Nord-Ostsee-Bahn) von Sylt nach Hamburg verkehren. Hierfür wurden vier Loks der Baureihe 146 angeschafft. Die Pläne wurden schließlich auf die Strecke in Richtung Berlin reduziert, allerdings ohne Erfolg. Es war geplant, zwischen Hamburg und Berlin vier Zugpaare als direkte Konkurrenz zu den ICE-Zügen der Deutschen Bahn fahren zu lassen. Allerdings sind diese Planungen nicht realisiert worden. Begründet wird dies mit Problemen bei den Trassen. Diese seien zu unattraktiv für einen eigenwirtschaftlichen Verkehr.[33]

Planungen, ein Marschbahn-Zugpaar bis Köln zu verlängern, wurden nicht realisiert. Stattdessen kooperiert die Nord-Ostsee-Bahn seit November 2013 beim Fahrkartenverkauf mit dem Hamburg-Köln-Express.[34]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Privater Fernverkehr auf den Gleisen der DB AG. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2002, ISSN 1421-2811, S. 206 f.
  2. Eine Chance für den Interregio. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2001, ISSN 1421-2811, S. 466 f.
  3. Meldung Auszeichnung für Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2003, ISSN 1421-2811, S. 10
  4. Dieter Fockenbrock: Der Hamburg-Köln-Express startet. In: Handelsblatt, Nr. 125, 2. Juli 2012, S. 22 (Kurzfassung online).
  5. Diana Fröhlich: Die Herausforderer. In: Handelsblatt. Nr. 141, 24. Juli 2012, ISSN 0017-7296, S. 44
  6.  Christian Schlesinger: Interconnex droht das Aus. In: Wirtschaftswoche. 25. August 2014, ISSN 0042-8582, S. 9 (ähnliche Version online).
  7. Inter-Connex Gera – Rostock erfolgreich. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2002, ISSN 1421-2811, S. 220
  8. a b Meldung Alles neu beim Inter-Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2004, ISSN 1421-2811, S. 534
  9. Meldung Inter-Connex verstärkt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2002, ISSN 1421-2811, S. 447
  10. Meldung Ein Jahr Inter-Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2003, ISSN 1421-2811, S. 149
  11. InterConnex: Mehr Platz im InterConnex – In den Sommerferien mit acht statt sechs Wagen unterwegs
  12. a b Meldung Alles anders beim Inter-Connex. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 4/2006, ISSN 1421-2811, S. 166
  13. Meldung Vogtland-Express fährt im Berliner Hauptbahnhof durch. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 7/2006, ISSN 1421-2811, S. 329
  14. Neue Stopps in Schwerin und Bützow gut angenommen, Pressemitteilung vom 25. September 2012
  15. Letzte Fahrt für den Interconnex, Bericht im Nordmagazin des NDR Fernsehen, 17. November 2013
  16. a b Meldung Zweite Inter-Connex-Linie. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2002, ISSN 1421-2811, S. 539
  17. Meldung Zweiter Inter-Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2003, ISSN 1421-2811, S. 99
  18. Inter-Connex nach Rügen. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2003, ISSN 1421-2811, S. 195
  19. a b c d Inter-Connex: Aus- und Abbau. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2003, ISSN 1421-2811, S. 242
  20. a b c d Dritte Inter-Connex-Linie in Betrieb. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2003, ISSN 1421-2811, S. 303−305
  21. Meldung Dritter Inter-Connex gestartet. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8-9/2003, ISSN 1421-2811, S. 338 f.
  22. Meldung Inter-Connex bis Neuss. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2003, ISSN 1421-2811, S. 427
  23. a b Meldung Inter-Connex 3: Das Aus nach vier Monaten. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2003, ISSN 1421-2811, S. 464
  24. Meldung Einstweilige Verfügung abgelehnt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8-9/2002, ISSN 1421-2811, S. 354
  25. Peter Sprickmann Kerkerinck: Das Kursbuch – eine „unerkannte“ Eisenbahninfrastruktur. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8-9/2002, ISSN 1421-2811, S. 389–391
  26. Bahn muss Verteilung von Kursbüchern stoppen. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 289, 2002, ISSN 0174-4917, S. 22
  27. a b Bahn lässt Kritik verbieten. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 11, 2003, ISSN 0174-4917, S. 20
  28. Meldung Teilsieg für Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 2/2003, ISSN 1421-2811, S. 50
  29. Meldung Kartellamt nimmt DB ins Visier. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2003, ISSN 1421-2811, S. 147
  30. Peter Sprickmann Kerkerinck: Ist die DB-Reisezugauskunft auch für Reisende von Privatbahnen brauchbar?. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 2/2006, ISSN 1421-2811, S. 102 f.
  31. Landgericht Berlin, Urteil vom 27. April 2004, Aktenzeichen 102 O 64/03 Kart
  32. Meldung Keine Inter-Connex im Rheintal. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8-9/2002, ISSN 1421-2811, S. 354
  33. Nach Marschbahn-Debakel: NOB zieht Konsequenzen. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 3/2006, ISSN 1421-2811, S. 116
  34. Hamburg-Köln-Express und Nord-Ostsee-Bahn mit neuem Angebot, Pressemitteilung vom 12. November 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Koch: Start für zweiten Fernzug. Neuer InterConnex Zittau – Stralsund. In: LOK MAGAZIN. Nr. 258/Jahrgang 42/2003. GeraNova, München 2003, ISSN 0458-1822, S. 18/19

Weblinks[Bearbeiten]