Conrad Dietrich Magirus

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Conrad Dietrich Magirus

Conrad Dietrich Magirus (* 26. September 1824 in Ulm; † 26. Juni 1895 in Ulm) war ein deutscher Feuerwehrpionier und Unternehmer. Er gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter. Der Name „Magirus“ leitet sich vom altgriechischen Wort „Mageiros“ ab, das „Koch“ heißt. Diesen Namen nahm der Theologe Johannes Koch (dann Johannes Magirus) im 16. Jahrhundert an,[1] als griechisch klingende Namen unter den Gelehrten der Zeit Mode waren.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Magirus wurde am 26. September 1824 als Sohn eines Kolonialwarenhändlers und Manufakturbesitzers in Ulm geboren. Während seiner kaufmännischen Ausbildung verbrachte er sieben Jahre in Neapel in Italien.

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm Magirus die Leitung der Ulmer Turnerschaft. Die Turner waren es auch, aus denen Magirus 1846 den ersten offiziellen Feuer-Spritzenzug der Stadt Ulm zusammensetzte, der sich fortan um den Brandschutz in der Donaustadt bemühte. 1850 übernahm er dann das väterliche Geschäft in Ulm und es erschien sein Buch „Alle Theile des Feuer-Lösch-Wesens“.

Aufgrund der Erfolge seiner Bemühungen um den Brandschutz in Ulm wurde Magirus 1853 zum Kommandanten der Feuerwehr Ulm ernannt. In dieser neuen Aufgabe ging Magirus völlig auf: Er stellte einen zweiten Löschzug auf die Beine und beschäftigte sich mit der technischen Verbesserung der Feuerlöschgeräte sowie mit der besseren Organisation des Feuerlöschwesens. Magirus entwarf u. a. verschiedene Leiterkonstruktionen für Feuerwehrzwecke. Durch seine Tätigkeit in der Ulmer Feuerwehr kam er auf die Idee, fahrbare Feuerwehrleitern zu bauen. Spätestens dadurch wurde er zu einem Pionier des modernen Feuerlöschwesens: 1864 wurde Magirus Kommanditist der neu gegründeten „Gebr. Eberhardt offene Handels- und Kommanditgesellschaft“, die Feuerwehrgeräte herstellte und vertrieb.[2] Nach Unstimmigkeiten zwischen Magirus und den Gebrüdern Eberhardt gründete Magirus dann 1866 seine eigene Firma, der er den Namen „Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus“ gab. Dort stellte er Leitern und Feuerspritzen her.

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„Rettung von Effecten“, Illustration zu Magirus' Buch „Alle Theile des Feuer-Lösch-Wesens“, 1850 im Selbstverlag erschienen
Grab von C. D. Magirus in Ulm

Am 26. Juni 1895 starb Conrad Dietrich Magirus. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Leitung seines Unternehmens bereits in die Hände seiner Söhne Heinrich, Otto und Hermann Magirus gelegt (bereits seit 1887). Ab 1909 hieß die von ihm gegründete Firma dann „Feuerwehrgeräte- und Fahrzeugfabrik C. D. Magirus“; 1911 wurde diese dann in die „C. D. Magirus AG“ umgewandelt. Aus dieser wiederum gingen die spätere Nutzfahrzeugmarke Magirus-Deutz und das Unternehmen IVECO Magirus hervor, das heute noch in Ulm Feuerlöschtechnik produziert.

Frühe Meilensteine der Produktion bei Magirus waren:

  • 1872: Eine freistehend besteigbare 2-Rad-Schiebeleiter wurde gebaut.
  • 1892: Die erste (noch von Pferden gezogene) Magirus-Drehleiter, die aber schon eine Steighöhe von 25 Metern hatte, kam auf den Markt.
  • 1903: Die erste selbstfahrende Dampffeuerspritze wurde gebaut.
  • 1904: Die weltweit erste Drehleiter mit vollautomatischem Antrieb wurde vorgestellt.[3]

Am 10. Juli 1853 gründete Magirus mit zehn Feuerwehrvertretern aus dem Umkreis in Plochingen im „Gasthaus zum Waldhorn“ den noch heute bestehenden Deutschen Feuerwehrverband.

In seiner Heimatstadt Ulm ist eine Straße nach Magirus benannt: Die Magirusstraße verbindet die Sedanstraße mit der Blaubeurer Straße, in der sich ein Werk von Magirus befand. Auch in anderen Städten gibt es Magirusstraßen, u. A. in Stuttgart und Berlin.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. dazu Ulrich Planck: Der soziale Aufstieg aus dem Bauern- und Handwerkerstand in die Ehrbarkeit Altwürttembergs, in: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie, 01/2000, S. 22.
  2. vgl. Helmut Weinand: Iveco Magirus: Feuerwehren in Grün, in: MOTOR-INFORMATIONS-DIENST vom 1. März 2007.
  3. vgl. Martin Burkhardt: Schaffe, schaffe - Pioniergeist macht Industriegeschichte, in: VDI nachrichten vom 8. September 2000, S. 77.