Conrad Letzkau

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Conrad Letzkau (poln. Konrad Leczkow; † 1411) war ab 1396 Ratsherr und von 1405 bis 1411 einer der Bürgermeister der Danziger Rechtstadt.

Letzkau war 1398 an der Expedition der Flotte des Deutschen Ordens gegen die Viktualienbrüder auf Gotland beteiligt.

Nach der vom Orden verlorenen Schlacht von Tannenberg (1410) schlug sich Danzig auf die Seite des polnischen Königs. Der neue Hochmeister Heinrich der Ältere von Plauen konnte jedoch einen Zerfall des Ordensstaat verhindern und seine Herrschaft festigen. Dabei wurde Letzkau, zusammen mit zwei weiteren Vertretern der Stadt, Arnold Hecht und Ratsherr Bartholomäus Grosse, 1411 hingerichtet.

Die Rolle Letzkaus wurde unterschiedlich dargestellt. Für Danziger (Daniel Gralath) war er ein Märtyrer für die Selbstständigkeit, für Anhänger (Johannes Voigt, Heinel) des Ordens ein Landesverräter, für Polen dient Leczkow als Blutzeuge dafür, dass die Stadt polnisch sei und von den Deutschrittern unterdrückt wurde.

Letzkaus Grab und gut erhaltene Grabplatte befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hauptaltars der Danziger Marienkirche.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Prutz: Die Katastrophe des Danziger Bürgermeisters Conrad Letzkau, in: Altpreußische Monatsschrift (AltprMschr) 3, 1866, S. 597-629 (PDF)
  • Johannes Voigt: Geschichte Preußens von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens, Königsberg 1827–1839, 9 Bde.
    • Sechster Band: Die Zeit des Hochmeisters Konrad von Jungingen, von 1393 bis 1407. Verfassung des Ordens und des Landes. Königsberg 1834, 769 Seiten, online.
    • Siebenter Band: Die Zeit von Hochmeister Ulrich von Jungingen 1407 bis zum Tode des Hochmeisters Paul von Rußdorf 1441. Königsberg 1836, 787 Seiten (Druckfehler-Berichtigung auf S. 789), online.

Weblinks[Bearbeiten]