Conservative Party

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Konservative Partei des Vereinigten Königreiches, für weitere konservative Parteien siehe Konservative Partei.
Conservative Party
Conservatives logo.svg
David Cameron
Partei­vorsitzender David Cameron
Gründung 1830
Gründungs­ort London
Haupt­sitz 30 Millbank,
London SW1P 4DP
Parlamentsmandate 307 von 650 (House of Commons, 2010)
Europapartei AECR
EP-Fraktion ECR
Website www.conservatives.com

Die Conservative and Unionist Party, meist nur Conservative Party (deutsch: Konservative Partei) oder Tories genannt, ist eine politische Partei im Vereinigten Königreich und besteht seit dem 19. Jahrhundert. Im auf dem Mehrheitswahlrecht basierenden britischen Zweiparteiensystem ist sie eine der beiden Parteien, die abwechselnd die Rolle der Regierungs- und die der offiziellen Oppositionspartei wahrnehmen. Ihre Gegenspielerin war bis zum Ersten Weltkrieg die Liberal Party, deren Rolle danach allmählich von der Labour Party übernommen wurde. Auf europäischer Ebene ist die Konservative Partei Mitglied der Europäischen Demokraten, welche nach der Europawahl 2009 in der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR) sowie der Europapartei Allianz der Europäischen Konservativen und Reformisten (AECR) aufgingen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Konservative Partei bildete sich um 1830 um Robert Peel aus einer lockereren Gruppierung, der Tory Party. Die Konservativen werden daher heute noch als Tories bezeichnet.

Ihr erstes Programm, das „Tamworth Manifest“, formulierte sie 1834. Als informelle Vereinigung ihrer Führungszirkel gilt der renommierte Carlton Club. Nach 1846 befand sich die Partei in der Opposition. 1874 wurde die Partei unter Benjamin Disraeli wieder regierungsfähig und stellte mit Lord Salisbury und Lord Balfour erfolgreiche Premierminister.

Seit der 1912 erfolgten Vereinigung mit der Unionist Party, einer Abspaltung von den Liberalen, die die Union Großbritanniens mit Irland aufrechterhalten wollte und gegen die irische Selbstregierung eintrat, heißt die Partei offiziell Conservative and Unionist Party.

Im 19. Jahrhundert waren die Konservativen die Hauptverfechter der Politik des Imperialismus. Unter Premierminister Benjamin Disraeli wurde Königin Victoria zur Kaiserin von Indien gekrönt. Die Frage des Freihandels spaltete allerdings die Partei während des ganzen 19. Jahrhunderts und führte 1906 zum letzten großen Wahlsieg der Liberalen. Der spätere konservative Premierminister Winston Churchill verließ während dieser Zeit die Konservativen und wurde ein Liberaler.

1922 führte eine parteiinterne Revolte in der Konservativen Partei zum Sturz des liberalen Premierministers David Lloyd George, der seit dem Kriegsjahr 1917 einer Koalitionsregierung vorstand. Seitdem stellten die Konservativen in der meisten Zeit des 20. Jahrhunderts den Premierminister. In den 1920er und 1930er Jahren löste Labour die Liberalen als zweitgrößte Partei ab, wobei die Arbeitspartei allerdings erst 1945 erstmals die absolute Mehrheit erringen und somit eine Alleinregierung bilden konnte. Sie löste die seit 1940 bestehende Kriegskoalition unter Winston Churchill ab, der allerdings 1951 wieder einen Wahlsieg für die Tories errang. Die längste Amtszeit im 20. Jahrhundert hatte die konservative Premierministerin Margaret Thatcher, für deren Politik der Begriff „Thatcherismus“ geprägt wurde.

Unter Thatcher wurden die Tories auch zur euroskeptischeren der großen Parteien des Vereinigten Königreiches. Die Haltung zur Europäischen Union und zur Einführung des Euro hat die Partei bislang gespaltet. Nach dem Wahlausgang 2010 ist ein Memo zur Europapolitik bekanntgeworden, das die Koalitionsverhandlungen beeinflusste.[1]

Ein Problem für die Partei ist die starke Überalterung ihrer Mitgliederschaft; sie ist seit 1980 von annähernd 400.000 auf etwa 260.000 zurückgegangen. Mit den Conservative Trade Unionists verfügt die Conservative Party über eine (kleine) Arbeitnehmerorganisation.

Vom Wahlsieg der Labour Party unter Tony Blair 1997 bis zur Bildung einer Koalition mit den Liberal Democrats im Mai 2010 unter Parteivorsitzenden David Cameron waren die Konservativen letztmalig in der Opposition.

[Bearbeiten] Parteivorsitzende (Leaders)

Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende)
Andrew Bonar Law 23. Oktober 1922 22. Mai 1923
Stanley Baldwin 22. Mai 1923 28. Mai 1937
Neville Chamberlain 28. Mai 1937 9. Oktober 1940
Winston Churchill 9. Oktober 1940 7. April 1955
Anthony Eden 7. April 1955 9. Januar 1957
Harold Macmillan 11. Januar 1957 19. Oktober 1963
Alec Douglas-Home 19. Oktober 1963 27. Juli 1965
Edward Heath 27. Juli 1965 11. Februar 1975
Margaret Thatcher 11. Februar 1975 28. November 1990
John Major 28. November 1990 19. Juni 1997
William Hague 19. Juni 1997 13. September 2001
Iain Duncan Smith 13. September 2001 6. November 2003
Michael Howard 6. November 2003 6. Dezember 2005
David Cameron 6. Dezember 2005 -

[Bearbeiten] Geschäftsführender Vorsitzender (Chairman)

Der Chairman der Partei ist für den internen Geschäftsbetrieb der Partei zuständig und Leiter des Zentralen Parteibüros. In den Zeiten, in denen die Conservative Party den Premierminister stellt, ist der Chairman in der Regel Mitglied der Regierung, meist als Minister ohne Geschäftsbereich. Neben dem Chairman bestehen oftmals Deputy or Vice-Chairman als stellvertretende Geschäftsführer für wichtige Politikfelder wie Jugend, Frauen oder Kommunalpolitik. Bisherige Chairman der Konservativen waren:

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Conservative Party (UK) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. The Tory letter on Europe in full. The Guardian, 9. Mai 2010.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen