Constanze Kurz
Constanze Kurz (* 1974 in Berlin) ist eine deutsche Informatikerin, Sachbuchautorin und eine ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC).[1] Sie ist insbesondere auf dem Gebiet des Datenschutzes hervorgetreten.
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Leben [Bearbeiten]
Nach Kindheit und Jugend in Berlin studierte sie dort zunächst Volkswirtschaftslehre, bevor sie sich der Informatik zuwandte.[2]
Von 2005 bis 2011 war Kurz wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin.[3] Sie strebt eine Promotion zu Wahlcomputern und elektronischen Wahlsystemen an.[4][5] Gegenwärtig ist sie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin als wissenschaftliche Projektleiterin tätig.[6]
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt sie vierzehntäglich die Kolumne Aus dem Maschinenraum. Die Linksfraktion benannte Kurz als Sachverständige für die Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages.[7] Kurz wurde auch vom Bundesverfassungsgericht als technische Sachverständige zur Vorratsdatenspeicherung und zur Antiterrordatei gehört.[8][9] Sie ist Mitglied der Jury[10] des Ideenwettbewerbs „Vergessen im Internet“, der von der Projektgruppe Netzpolitik des Bundesinnenministeriums bis zum 31. August 2011 durchgeführt wurde.[11] Im Februar 2012 wurde die parteilose Kurz von den Grünen für das Amt der Datenschutzbeauftragten im Land Thüringen nominiert,[12] verlor jedoch mit 34 der 82 gültigen Stimmen gegen den von der Regierungskoalition von CDU und SPD aufgestellten Lutz Hasse, auf den 45 Stimmen fielen.[13]
Im Jahr 2011 platzierte die Computerwoche Kurz auf Platz 38 der 100 „bedeutendsten Persönlichkeiten in der deutschen IT“. In ebendiesem Ranking wurde sie – nach Martina Koederitz und Regine Stachelhaus – als drittwichtigste weibliche Persönlichkeit eingeschätzt.[14]
Am 20. April 2013 wurde Kurz die Theodor-Heuss-Medaille der Theodor-Heuss-Stiftung für vorbildliches demokratisches Verhalten zuerkannt.[15]
Kurz ist Mitglied im Beirat des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung[16].
Schriften [Bearbeiten]
- als Herausgeberin zusammen mit Sandro Gaycken: 1984.exe – Gesellschaftliche, politische und juristische Aspekte moderner Überwachungstechnologien. transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-766-0.
- zusammen mit Debora Weber-Wulff, Christina Class, Wolfgang Coy, David Zellhöfer: Gewissensbisse – Ethische Probleme der Informatik. transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1221-9.
- zusammen mit Udo Thiedeke: Picknick mit Cyborgs – Ein interdisziplinäres Gespräch über die alltägliche Vernetzung. GRIN Verlag, München 2010, ISBN 978-3-640-67856-3.
- zusammen mit Frank Rieger: Die Datenfresser: Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-048518-2.
- als Herausgeberin zusammen mit Andrea Knaut, Christian Kühne, Jörg Pohle, Rainer Rehak, Stefan Ullrich: Per Anhalter durch die Turing-Galaxis. Monsenstein und Vannerdat, Münster 2012, ISBN 978-3-86991-697-2.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Constanze Kurz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Constanze Kurz in der Internet Movie Database (englisch)
- Constanze Kurz in der Arbeitsgruppe Informatik in Bildung und Gesellschaft
- Aus dem Maschinenraum – Kolumne von Constanze Kurz in der FAZ
- Früher hieß es teilen, heute raubkopieren. Esther Kogelboom, Björn Rosen: Interview mit Constanze Kurz im Tagesspiegel. 2. Oktober 2011
- Gewissensbits – Blog der Gesellschaft für Informatik unter Beteiligung Kurz’ mit Fallbeispielen zu Informatik und Ethik
- Constanze Kurz – Hackerin mit Mission. In: Berliner Morgenpost. 25. August 2010.
- neusprechfunk Als Stimme neben Martin Haase und Kai Biermann
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Der Hacker. In: FAZ.net
- ↑ Anne Klesse: Berliner Spaziergang. Die ganze Welt besteht aus Daten. In: Berliner Morgenpost, 10. August 2008.
- ↑ Webseite bei der Humboldt-Universität zu Berlin, Informatik in Bildung und Gesellschaft
- ↑ Profil auf den Seiten des Deutschen Bundestages
- ↑ Ankündigung der Disputation.
- ↑ Constanze Kurz. Eintrag bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
- ↑ Liste der Mitglieder der Enquete-Kommission auf bundestag.de
- ↑ Bundesverfassungsgericht, Urteil des Ersten Senats vom 2. März 2010 – 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08 –, abgerufen am 24. Januar 2011.
- ↑ Bundesverfassungsgericht, Anhörung des Ersten Senats am 6. November 2012 - 1 BvR 1215/07, abgerufen am 7. November 2012.
- ↑ Vergessen im Internet: Die Jury, Projektgruppe Netzpolitik des Bundesinnenministeriums, abgerufen am 17. April 2011.
- ↑ Detlef Borchers: Vergessen im Netz: Mit der Vergangenheit die Zukunft kontrollieren. heise online, 13. April 2011, abgerufen am 17. April 2011.
- ↑ Elmar Otto: Hackerin trifft auf Juristen: Kampfkandidatur um Datenschutzamt. In: Ostthüringische Zeitung. 23. Februar 2012. Abgerufen am 23. Februar 2012.
- ↑ Echte Unabhängigkeit ist in Thüringen unerwünscht Die Zeit vom 24. Februar 2012
- ↑ Computerwoche: TOP 100 - Das Computerwoche-Ranking: Die bedeutendsten Persönlichkeiten in der deutschen IT. IDG Business Media, 2011, ISBN 978-3-942922-03-6.
- ↑ Theodor-Heuss-Stiftung: Theodor-Heuss-Preis 2013
- ↑ Beirat des FIfF, zuletzt abgerufen am 15. April 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kurz, Constanze |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Informatikerin |
| GEBURTSDATUM | 1974 |
| GEBURTSORT | Berlin |