Continental Airlines

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Continental Airlines
Logo der Continental
Boeing 777-200 der Continental
IATA-Code: CO
ICAO-Code: COA
Rufzeichen: CONTINENTAL
Gründung: 1934
Betrieb eingestellt: 2011
Fusioniert mit: United Airlines
Sitz: Chicago, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Drehkreuz:

Houston-George Bush,
Newark-Liberty,
Cleveland-Hopkins

Heimatflughafen: Houston-George Bush
Unternehmensform: Tochtergesellschaft der United Continental Holdings[1]
Leitung: Jeffery A. Smisek (CEO)
Mitarbeiterzahl: 41.800[2]
Fluggastaufkommen: 62,809 Mio. (2009)
Allianz: Star Alliance
(bis Oktober 2009 SkyTeam)
Vielfliegerprogramm: OnePass
Flottenstärke: 353 (+ 71 Bestellungen)
Ziele: National und international
Continental Airlines ist 2011 mit United Airlines fusioniert. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor der Übernahme.

Continental Airlines war eine US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz im Continental Center I in Houston. Durch eine Fusion mit United Airlines im Jahr 2010/2011[1], in deren Rahmen die fusionierte Gesellschaft den Markennamen Continental Airlines zugunsten von United Airlines aufgab, wurde der Hauptsitz nach Chicago[3] verlegt. Continental war von 2004 bis 2009 Mitglied der internationalen Luftfahrtallianz Skyteam und wechselte 2009, noch vor der Fusion mit United, in die Star Alliance, deren Mitglied das fusionierte Unternehmen bis heute ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Unternehmens Continental liegen in der Gründung des Postflugdienstes Varney Speed Lines am 6. April 1926 durch Walter T. Varney und Louis H. Mueller in Denver (Colorado). Die Fluglinie nahm am 15. Juli 1934 den Betrieb als Passagier- und Postfluglinie mit vier Lockheed Vega auf. Am 1. September 1937 änderte sich der Name in Continental Airlines nach dem Verkauf an Robert F. Six, nachdem dieser 1935 mit 90.000 Dollar einen 40 % Anteil an der Firma erworben hatte und am 5. Juli 1936 General Manager wurde.[4] Im Oktober 1937 verlegte die Fluglinie ihren Sitz an den Stapleton International Airport in Denver, Colorado.

Weitere Entwicklung bis in die 1970er[Bearbeiten]

1946 wurden bereits 29 Städte angeflogen, 1953 Pioneer Airlines übernommen und 1957 mit Los Angeles, Chicago und Kansas City auch überregionale Ziele mit Vickers Viscount angeflogen. Im Juni 1959 begann bei Continental Airlines mit der Boeing 707 das Jet-Zeitalter und im Jahr 1968 entstand dann die Tochtergesellschaft Air Micronesia (heute Continental Micronesia) in Guam. 1970 wurde die erste Boeing 747 in Dienst gestellt und 1978 mit der Deregulierung des US-Luftverkehrs das Streckennetz stark ausgeweitet.

1980er und 1990er[Bearbeiten]

Im Zuge der Deregulierung der amerikanischen Flugindustrie kam es im Jahr 1982 zur Übernahme von Continental durch Texas International. Der Hauptsitz der Fluglinie wurde nach Houston verlegt und Frank Lorenzo zum neuen Chef der Fluglinie. Dieser führte das Unternehmen 1983 in ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11. 1986 wurde Chapter 11 verlassen und 1987 die Konkurrenzgesellschaften People Express und New York Air gekauft. People Express war eine der ersten Billigfluggesellschaften und operierte vor allem von Denver, aber auch von Newark aus. Es wurden allerdings von People Express auch Flüge nach London-Gatwick angeboten, was schließlich Continental das Tor nach Europa öffnete. Durch die Übernahme beider Gesellschaften wurde der Flughafen Newark weiteres Drehkreuz von Continental. Die Boeing 737-300 und McDonnell Douglas MD-80 der New York Air verblieben noch bis vor wenigen Monaten in der Flotte von Continental Airlines, von People Express behielt man noch lange die Boeing 727 und auch einige Jahre die Boeing 747.

Seit dem 16. Mai 1986 existiert die vollintegrierte Tochtergesellschaft Continental Micronesia, welche zu 100 % als Partnerin der Continental Airlines im asiatischen und pazifischen Raum operiert. Hauptdrehkreuz der Continental Micronesia ist das US-amerikanische Pazifikterritorium Guam.

1990 musste die Fluglinie erneut Schutz vor Ihren Gläubigern unter Chapter 11 suchen, da vor allem die Pensionslasten der sich in Schwierigkeiten befindenden Schwestergesellschaft Eastern Air Lines auf Continental lasteten. 1993 investierte Air Canada gemeinsam mit der Texas Pacific Group 450 Mio. $ in Continental.

Jüngere Geschichte seit 2000[Bearbeiten]

Eine ehemalige Boeing 737-200 der Continental Airlines

1999 und 2000 wurde Continental Airlines vom Forbes Magazine unter die 100 besten US-Arbeitgeber gewählt. Der ehemalige Boeing-Manager Gordon Bethune übernahm die Führung der Gesellschaft und restrukturierte das Unternehmen erfolgreich. Durch ihn wurde Continental profitabel und war unter den großen US-Fluggesellschaften die, welche die finanziellen Rückschläge in der Luftfahrt infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 am besten meisterte. Bethune brachte Continental sehr schnell Erfolg, investierte in ausgezeichnetes Personal und Service, angemessene Preise für gute Leistungen und die schnelle Flottenerneuerung wurde beschleunigt in Angriff genommen.

Als Folge der bevorstehenden Fusion von Delta Air Lines und Northwest Airlines beschloss Continental Airlines, ihre Mitgliedschaft in der SkyTeam-Allianz zu überdenken. Nach gescheiterten Fusionsverhandlungen mit United Airlines folgten Gespräche über eine mögliche Kooperation und Mitgliedschaft in der oneworld-Allianz mit American Airlines und British Airways sowie weitere Gespräche mit United Airlines. Am 19. Juni 2008 schließlich entschied man sich für eine enge Zusammenarbeit mit United Airlines, Lufthansa und Air Canada im Kartell Atlantic Plus-Plus sowie einen Wechsel zur Star Alliance, welche am 27. Oktober 2009 vollzogen wurde.[5] Am 8. April 2009 genehmigte das US-Verkehrsministerium den Beitritt von Continental Airlines zur Star Alliance[6] und am 10. Juli 2009 zu Atlantic Plus-Plus.[7]

Fusion mit United Airlines[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-800 der Continental mit dem Schriftzug der „neuen“ United Airlines

Im Mai 2010 wurde bekanntgegeben, dass Continental mit United Airlines fusionieren will. Die neue Gesellschaft soll den Namen United Airlines tragen. Das Logo und das Corporate Design von Continental, einschließlich des Farbschemas der Flugzeuge, sollen durch United übernommen werden.[8] United übernimmt dabei Continental Airlines für 3,2 Milliarden US-Dollar in Aktien.[9][10]

Ende September 2010 begann der Fusionsprozess unter dem Dach des neuen Mutterkonzerns Continental United Holdings.[1] Zum 1. Dezember 2011 wurde das Air Operator Certificate der beiden Gesellschaften zusammengelegt, Continental Airlines fliegt seither als United Airlines und verwendet auch deren Rufzeichen.[11] Mit der Integration von Continental in die Lizenz von United erlosch damit rechtlich der Flugbetrieb der Continental Airlines.

Am 3. März 2012 erfolgte schließlich offiziell der letzte Linienflug in der Geschichte der Continental Airlines, Flug CO1267 führte von Phoenix nach Cleveland.[12]

Ziele[Bearbeiten]

Continental Airlines bediente zahlreiche Ziele innerhalb der USA sowie viele internationale Destinationen auf mehreren Kontinenten. Vom Drehkreuz Newark bei New York aus flog Continental in Deutschland täglich Berlin (mit Boeing 757-200), Frankfurt (Boeing 777-200), Köln/Bonn (Bis September 2008, mit Boeing 757-200), Hamburg (Boeing 757-200), München (Boeing 767-400) und Stuttgart (Boeing 757-200), in der Schweiz ebenfalls täglich Genf (Boeing 767-400) an. Mit dem Wechsel zur Star Alliance kamen ab 2. September 2009 zudem tägliche Flüge von Houston nach Frankfurt mit Boeing 777-200 hinzu. Seit 3. Januar 2012 wird zudem die Route von Newark nach Frankfurt um einen zusätzlichen täglichen Flug (bis 3. März 2012 noch mit Continental-Flugnummer) mit Boeing 757-200 aufgestockt.

Flotte[Bearbeiten]

Continental Airlines[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-900ER der Continental Airlines in Retro-Lackierung zur Feier des 75-jährigen Firmenjubiläums
Eine Boeing 757-200 der Continental Airlines

Die Hauptflotte der Continental Airlines bestand mit Stand Juni 2011 aus 353 Maschinen[13] mit einem Durchschnittsalter von 10,1 Jahren,[14] die im Rahmen der Fusion in die Flotte der „neuen“ United Airlines übergingen:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[15] Bemerkungen Sitzplätze[16]
(First/Economy Plus/Economy)
Boeing 737-500 032 erste Auslieferung am 7. Februar 1994 114 (8/-/106)
Boeing 737-700 036 46 erste Auslieferung am 30. März 1998 124 (12/-/112)
Boeing 737-800 130 erste Auslieferung am 23. Juni 1998; 9 betrieben durch Continental Micronesia 152 (20/-/132)
157 (16/-/141)
160 (14/-/144)
155 (14/-/141)
Boeing 737-900 012 erste Auslieferung am 29. Mai 2001 173 (20/-/153)
Boeing 737-900ER 033 173 (20/-/153)
Boeing 757-200 041 erste Auslieferung am 12. Mai 1994 175 (16/-/159)
Boeing 757-300 021 erste Auslieferung am 20. Dezember 2001 216 (24/-/192)
Boeing 767-200ER 010 erste Auslieferung am 9. November 2000 174 (25/-/149)
Boeing 767-400ER 016 erste Auslieferung am 30. August 2000; 4 betrieben durch Continental Micronesia 235 (35/-/200)
256 (20/-/236)
Boeing 777-200ER 022 erste Auslieferung am 28. September 1998 285 (50/-/235)

Continental Connection[Bearbeiten]

Eine Beechcraft 1900D der Continental Connection

Unter der Marke und im Namen von Continental Connection wurde durch Chautauqua Airlines,[17] ExpressJet Airlines,[18] Cape Air,[19] Colgan Air[20] und CommutAir[21] ein Netz an Regional- und Zubringerflügen für Continental Airlines betrieben:

Typ aktiv bestellt
ATR 42-300 001
Beechcraft 1900D 021
Bombardier CRJ200 013
Bombardier Dash 8Q-200 016
Bombardier Dash 8Q-400 014
Cessna 402 054
Embraer ERJ 145 223
Saab 340B 011
Gesamt 353 -

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 25. Juli 2000 verlor eine DC-10 ein Metallteil auf der Rollbahn, als sie in Paris startete. Dieses Teil führte zum Absturz einer Concorde der Air France, bei dem 113 Menschen starben. Am 6. Dezember 2010 verurteilte das Gericht Continental Airlines und einen Mechaniker der Fluggesellschaft wegen fahrlässiger Tötung. Am 29. November 2012 wurden Continental Airlines und ihre Mitarbeiter in einem Widerrufungsverfahren vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Die Airline muss lediglich eine Million Euro Entschädigung für den erlittenden Sach- und Imageschaden an Air France zahlen.[22]
  • Am 12. Februar 2009 stürzte eine Maschine der Colgan Air des Typs Bombardier Q400, die im Auftrag von Continental als Continental Connection flog, in der Nähe von Buffalo ab. Bei dem Unglück starben alle 44 Passagiere und die vier Besatzungsmitglieder sowie ein Mensch am Boden. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschte schlechtes Wetter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Continental Airlines – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Continental Airlines – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c airliners.de: Continental und United unter einem Dach 1. Oktober 2010
  2. Continental Airlines: Quarterly Report Q1 2007
  3. "Adresse der Hauptgeschäftsstelle." Continental Airlines.
  4. FliegerRevue September 2009, S.10–14, Kurskorrektur im Jubiläumsjahr
  5. Continental Airlines: Airline Partners and Global Alliances.
  6. Continental Airlines erhält kartellrechtliche Immunität 8. April 2009
  7. Continental tritt Bündnis mit Lufthansa bei
  8. airliners.de: United und Continental verkünden Fusion 3. Mai 2010
  9. United Airlines und Continental Airlines schließen sich zusammen
  10. Handelsblatt - UAL- Continental Fusion: Freie Bahn für die weltgrösste Airline vom 17. Sep. 2010
  11. airliners.de - United/Continental: FAA übergibt «Single Operating Certificate» 1. Dezember 2011
  12. abclocal.go.com - United at last: Continental Airlines no longer exists (englisch) 3. März 2012
  13. ch-aviation.ch - Flotte der Continental Airlines (englisch) abgerufen am 7. Juni 2011
  14. airfleets.net - Flottenalter der Continental Airlines (englisch) abgerufen am 7. Juni 2011
  15. Boeing: Bestellungen von Continental Airlines (englisch) abgerufen am 16. Februar 2011
  16. Continental Airlines: Konfiguration der Flotte
  17. ch-aviation.ch: Flotte der Chautauqua Airlines 15. September 2009
  18. ch-aviation.ch: Flotte der ExpressJet Airlines 15. September 2009
  19. ch-aviation.ch: Flotte der Cape Air 15. September 2009
  20. ch-aviation.ch: Flotte der Colgan Air 15. September 2009
  21. ch-aviation.ch: Flotte der CommutAir 15. September 2009
  22. http://nachrichten.t-online.de/concorde-absturz-freispruch-fuer-us-fluggesellschaft/id_61125730/index