Conwy Valley Line

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Llandudno–Blaenau Ffestiniog
Der Bahnhof Blaenau Ffestiniog heute
Der Bahnhof Blaenau Ffestiniog heute
Streckenlänge: 49,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Llandudno
Haltepunkt, Haltestelle
Deganwy
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
North Wales Coast Line von Holyhead
Bahnhof, Station
Llandudno Junction
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
North Wales Coast Line nach Crewe
Haltepunkt, Haltestelle
Glan Conwy
Haltepunkt, Haltestelle
Tal-y-Cafn
Haltepunkt, Haltestelle
Dolgarrog
Bahnhof, Station
North Llanrwst
Haltepunkt, Haltestelle
Llanrwst
Haltepunkt, Haltestelle
Betws-y-Coed
Haltepunkt, Haltestelle
Pont-y-Pant
Haltepunkt, Haltestelle
Dolwyddelan
Haltepunkt, Haltestelle
Roman Bridge
Tunnel
   
Blaenau Ffestiniog (LNWR)
   
Blaenau Ffestiniog Übergang zur Ffestiniog Railway
   
Kernkraftwerk Trawsfynydd
   
Bala and Festiniog Railway nach Bala

Die Conwy Valley Line (auch als Conwy Valley Railway bezeichnet, walisisch: Rheilffordd Dyffryn Conwy) ist eine Eisenbahnstrecke im Norden von Wales. Sie verläuft von Llandudno über Llandudno Junction (walisisch: Cyffordd Llandudno) nach Blaenau Ffestiniog und gehörte ursprünglich zur London and North Western Railway (LNWR). Hauptzweck der von 1863 bis 1881 in Etappen eröffneten Strecke war der Transport von Schiefer aus den Steinbrüchen in Ffestiniog zu einem speziell für den Schieferexport auf dem Seeweg gebauten Kai in Deganwy. Die Strecke diente ebenfalls dem Güterverkehr zur Marktstadt Llanrwst und versorgte über die ausgedehnten Güteranlagen in Betws-y-Coed an der Fernstraße von London nach Holyhead viele abgelegene Orte in Snowdonia. Daneben diente sie dem aufkommenden Tourismus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Abschnitt von Llandudno Junction nach Llanrwst (heute als North Llanrwst bezeichnet) wurde als Conway and Llanrwst Railway erbaut und 1863 eröffnet. Die LNWR übernahm die Strecke im gleichen Jahr und eröffnete 1868 die Verlängerung nach Betws-y-Coed.[1]

Für den letzten Streckenteil nach Blaenau Ffestiniog schlug die LNWR zunächst eine Schmalspurbahn durch das steile Lledr Valley vor. Nach Baubeginn entschloss man sich jedoch, die Verlängerung als Normalspurbahn zu bauen, um so einen durchgehenden Zugverkehr zu ermöglichen. Zwischen 1874 und 1879 wurde der Tunnel unter dem Moel Dyrnogydd gebohrt, und 1881 ging die Gesamtstrecke in Betrieb.[2]

Ursprünglich endete die Conwy Valley Line in einem Bahnhof westlich des Stadtzentrums, der ausgedehnte Verladeanlagen für Schiefer besaß. Im Zentrum von Blaenau Ffestiniog gab es einen weiteren Bahnhof, Endpunkt der von der Great Western Railway (GWR) betriebenen Bala and Festiniog Railway. Diese Strecke wurde 1961 stillgelegt und teilweise vom Stausee Llyn Celyn überflutet. Da man einen Gleisanschluss für das im Bau befindliche Kernkraftwerk Trawsfynydd benötigte, wurde neben den Gleisen der schmalspurigen Ffestiniog Railway eine kurze Verbindungsstrecke vom Bahnhof der LNWR zum abgebrochenen Bahnhof der GWR gebaut und so das isolierte Streckenstück der GWR wieder an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Mit dem Wiederaufbau der Ffestiog Railway wurde einige Jahre später im Stadtzentrum am Ort des ehemaligen GWR-Bahnhofs ein neuer Gemeinschaftsbahnhof gebaut, in welchem seit 1982 die Züge der Conwy Valley Line enden. Jenseits dieser Station diente die Strecke nur dem Güterverkehr nach Trawsfynydd, obwohl es gelegentlich auch Sonderzüge für Personen gab. 1991 wurde das Kraftwerk stillgelegt, und heute ist die ehemalige Anschlussstrecke gleich hinter dem Bahnhof Blaenau Ffestiniog unterbrochen.

Verkehr[Bearbeiten]

Token-Austausch in North Llanrwst

Obwohl die Conwy Valley Line nur knapp 50 Kilometer lang ist, dauert die Fahrt von Llandudno nach Blaenau Ffestiniog ungefähr 75 Minuten.[3] Die meisten Stationen entlang der Strecke sind Bedarfshalte.

Von Llandudno nach Llandudno Junction benutzen die Züge die zweigleisige Nebenstrecke der North Wales Coast Line. Von Llandudno Junction nach Blaenau Ffestiniog ist die Strecke eingleisig und enthält den längsten eingleisigen Eisenbahntunnel im Vereinigten Königreich (etwas über vier Kilometer lang). Die einzige Ausweichmöglichkeit gibt es im Bahnhof North Llanrwst. Hier müssen alle Züge am Stellwerk halten, um die Token für die beiden angrenzenden eingleisigen Streckenabschnitte auszutauschen.

Die Züge werden von Arriva Trains Wales betrieben. Sie verkehren an Wochentagen (Montag bis Samstag) alle drei Stunden; insgesamt gibt es täglich sechs Züge in jeder Richtung. Im Sommer (von Beginn des Sommerfahrplans im Mai bis Anfang September) gibt es auch einen eingeschränkten Sonntagsverkehr mit drei Zügen in jeder Richtung.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Peter E. Baughan: A Regional History of the Railways of Great Britain: Volume 11 North and Mid Wales. 1. Auflage. David & Charles, Newton Abbot 1980, ISBN 0-7153-7850-3, S. 117.
  2.  Peter E. Baughan: A Regional History of the Railways of Great Britain: Volume 11 North and Mid Wales. 1. Auflage. David & Charles, Newton Abbot 1980, ISBN 0-7153-7850-3, S. 128–130.
  3. a b Sommerfahrplan 2013 (englisch, PDF 93 kB)

Weblinks[Bearbeiten]