Cordillera Apolobamba

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Cordillera Apolobamba
Höchster Gipfel Chaupi Orco (6044 m)
Lage Grenze Departamentos Puno, Peru / La Paz, Bolivien
Teil der Anden
Cordillera Apolobamba (Peru)
Cordillera Apolobamba
Koordinaten 14° 28′ S, 69° 5′ W-14.465833333333-69.096044Koordinaten: 14° 28′ S, 69° 5′ W
Fläche 4.837 km²
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Die Cordillera Apolobamba ist ein Gebirgszug im östlichen Grenzgebiet von Bolivien und Peru. Die Cordillera Apolobamba erstreckt sich über 4837 Quadratkilometer und liegt in den Departamentos Puno (Peru) und La Paz. Die höheren Berge sind zum Teil stark vergletschert und von stark alpinem Charakter. Hauptorte im Apolobambagebiet sind das namensgebende Apolo, Pelechuco, Charazani und, auf einer Höhe von 3.800 mm über dem Meeresspiegel, Curva, der Hauptort des Kallawaya-Volkes.

Berge[Bearbeiten]

Der höchste Gipfel der Cordillera Apolobamba ist der 6.044 Meter hohe Chaupi Orco. Weitere wichtige Berge sind der scharf geschnittene Cololo mit 5.916 Metern, ferner Palomani Grande (5.730 m), Nubi (5.710 m), Canisaya (5.706 m), Montserrat Norte (5.655 m) sowie der relativ einfach zu besteigende Cuchillo mit 5.655 m.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima im Apolobambagebiet ist durch die große Höhe geprägt und eher kühl. In der winterlichen Trockenzeit ist es tagsüber fast durchgehend sonnig. Die Sonneneinstrahlung ist sehr stark und erwärmt die Luft auf bis zu 20 Grad. Durch die fehlende Wolkendecke und die Höhenlage sind die Nächte sehr kalt mit nicht selten zweistelligen Minusgraden. In der Regenzeit sind die Nächte weniger kalt und die Tage durch die nachmittägliche Bewölkung weniger warm. Die Jahresdurchschnittstemperatur im Hochland liegt bei 4,5 Grad Celsius. Die jährliche Niederschlagsmengen liegen, je nach Höhenlage, Sonnenexposition und der Lage zu benachbarten Gebirgszügen, zwischen 300 und 1900 mm.

Flora[Bearbeiten]

Im Gesamtgebiet der Cordillera Apolobamba sind 807 verschiedene Pflanzenarten registriert, Schätzungen gehen von etwa 1500 Spezies aus. Die hochandine Vegetation besteht vor allem aus harten Moosen, den Bofedales und dem harten und stechenden Ichugras. Bis auf fast 5000 Meter Höhe hinauf kann der Quinualbaum wachsen, der in den Anden sehr selten geworden ist. Im Nebelwald und den Übergangsgebieten zum tropischen Regenwald sind fast alle erdenklichen Pflanzenformen vertreten.

Fauna[Bearbeiten]

Die Cordillera Apolobamba beherbergt zwar die höchste Condordichte Boliviens, trotzdem bekommt man die großen Aasfresser selten zu Gesicht. Auch der Puma ist zwar noch in den Punaregionen anzutreffen, wird aber wegen seiner Scheu ebenfalls nur sehr selten angetroffen. Deutlich öfter ist der Andenfuchs zu sehen, noch häufiger die hasenartigen Viscachas, welche sich zumeist zwischen Steinen verstecken. Die domestizierten Llamas und Alpakas sind fast auf jeder geeigneten Hochfläche zu finden. Sehr häufig bekommt man auch Eidechsen zu sehen, dazu kleinere Raubvogelarten wie den Habicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Während der Inka-Herrschaft im 13. Jahrhundert überquerte Yáhuar Huácac die Kordillere mit 15.000 Mann und eroberte die Region am Amaru Mayu, dem heutigen Río Madre de Dios. Ein Jahrhundert später folgte der Inka Túpac Yupanqui mit 10.000 Mann den Spuren seines Urgroßvaters hinab in die Region Beni im Amazonas-Tiefland. Später entsandte Yupanquis Sohn, Huayna Cápac, seinen General Hurcu Huaranca mit weiteren 10.000 Mann in die Region.[1]

Nach den Eroberungszügen der Spanier auf der Suche nach dem berühmten Patití oder El Dorado gründete 1573 der Gouverneur der Provinz Arexaca (heute: Provinz Larecaja), Juan Álvarez de Maldonado, die Stadt Apolo und erforschte als erster Spanier die Region.

Wandern[Bearbeiten]

Es gibt eine gängige 5-tägige Durchquerungsmöglichkeit des Gebietes von Pelechuco nach Curva. Hierbei müssen mehrere Pässe um 5000 Meter überwunden werden. Mangels Unterkünften ist die Tour nur mit Zelten und Tragtieren zu bewerkstelligen. Teile des Weges sind nur für trittsichere Wanderer geeignet, großenteils werden aber Fahrwege genutzt, die die wenigen verbliebenen Goldminen erschließen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. César A.M. Gomez: Geschichte von Apolo und der Provinz Franz Tamayo (1990)
  2. Ecotourismo Comunitario Camino Kallawaya del PNUD

Weblinks[Bearbeiten]