Keulenlilien

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Keulenlilien
Cordyline fruticosa-Kulturform, eine der vielen Sorten, die sich auch als Zimmerpflanze eignen.

Cordyline fruticosa-Kulturform, eine der vielen Sorten, die sich auch als Zimmerpflanze eignen.

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Lomandroideae
Gattung: Keulenlilien
Wissenschaftlicher Name
Cordyline
Comm. ex Juss.

Keulenlilien (Cordyline) sind eine Pflanzengattung aus Unterfamilie der Lomandroideae in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales). Viele Arten, die früher in dieser Gattung waren, wurden in die Gattung Dracaena gestellt. Cordyline bilden keulenförmige Speicherknollen an den Wurzeln (deutscher Name!) Einige Arten und Sorten sind Zierpflanzen. Manche Arten und besonders ihre Sorten besitzen bunte Blätter, oft rot, deshalb verwendet man sie als Zierpflanzen in frostfreien Gebieten in Parks und Gärten, aber auch als Zimmerpflanzen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliederten Laubblätter von Cordyline fruticosa.
Verzweigter Blütenstand von Cordyline fruticosa.

Es gibt ausdauernde krautige und verholzende Arten. Die verholzten Arten sind nur baumförmige oder strauchförmige Lebensformen und keine Bäume. Die mehr oder weniger verhölzten Sprossachsen sind meist wenig verzweigt mit deutlich Blattnarben. Die wechselständigen Blätter stehen in einer Rosette zusammen. Die Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Manchmal fehlt ein Blattstiel ansonsten ist er 10 bis 30 cm lang. Die mehr oder weniger breiten Blattspreiten besitzen weitgehend parallele Blattnerven aber mit Seitennerven, die von der Mittelrippe ausgehen.

In den Blattachseln der obersten Blättern entwickeln sich verzweigte, relativ große rispige Blütenstände. Die meist kurzgestielten Blüten sind zwittrig und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind röhrig, glocken- bis fast zylinderförmig verwachsen. Die sechs Staubblätter sind mit der Blütenhülle verwachsen. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit zwei bis vielen Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der schlanke Griffel endet in einer kleinen, kopfigen Narbe.

Die ledrigen Beeren enthalten einen bis einige Samen. Die Samen sind durch Phytomelanin schwarz.

Verbreitung[Bearbeiten]

Ihr Hauptverbreitungsgebiet reicht von Neuseeland bis Asien. Acht Arten sind in Australien beheimatet.

Systematik[Bearbeiten]

Die aus Neuseeland stammende Cordyline australis hat in Europa besonders in den Küstengebieten von Irland und Großbritannien große Verbreitung gefunden.
Habitus und Blütenstand von Cordyline murchisoniae.

Die Erstveröffentlichung der Gattung Cordyline erfolgte 1789 durch Philibert Commerson in Antoine Laurent de Jussieu: Genera Plantarum, 41 oder von Philibert Commerson in Robert Brown: Prodromus Florae Novae Hollandiae, 280 erst 1810.

Synonyme für Cordyline Comm. ex Juss. sind: Taetsia Medik., Carlwoodia Sweet, Charlwoodia Sweet, Euphyleia Raf., Calodracon Planch., Cohnia Kunth, Dracaenopsis Planch., Ezehlsia Lour. ex B.A.Gomes, Terminalis Medik. nom. rej..

Zur Gattung der Keulenlilien (Cordyline) gehören etwa 20 Arten [1], [2]:

Diese Gattung wurde früher in die Familien Agavaceae, Liliaceae und Asteliaceae gestellt.

Ethnobotanik[Bearbeiten]

Im zentralen Hochland des westlichen Neuguinea ist bei den Eipo eine Cordyline-Art eine sakrale Pflanze. Sie wird am Männerhaus gepflanzt. Bei diesem Ritus handelt es sich um eine symbolische Wiederholung des Schöpfungsvorganges.

In Polynesien wurde die heilige und glückverheißende Ti- oder -Pflanze (Cordyline terminalis bzw. Cordyline fruticosa)[3] unweit der Tempelanlagen (marae) angepflanzt. Aus den verbrannten Pflanzenteilen stellten die Polynesier die schwarze Tätowierfarbe her.

Bilder[Bearbeiten]

Cordyline stricta:

Quellen[Bearbeiten]

  • Chen Xinqi & Nicholas J. Turland: Cordyline in der Flora of China, Volume 24, 2000, S. 204: Online.
  • Rubina Akhter & Shahina A. Ghazanfar: Cordyline in der Flora of Pakistan: Online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cordyline im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Eintragen in Suchmaske bei Australian Plant Name Index = APNI.
  3. kī (1.) in Hawaiian Dictionaries

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Keulenlilien (Cordyline) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien