Cormeilles (Eure)

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Cormeilles
Wappen von Cormeilles
Cormeilles (Frankreich)
Cormeilles
Region Haute-Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Kanton Cormeilles
Koordinaten 49° 15′ N, 0° 23′ O49.2480555555560.377571Koordinaten: 49° 15′ N, 0° 23′ O
Höhe 59–151 m
Fläche 3,05 km²
Einwohner 1.160 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 380 Einw./km²
Postleitzahl 27260
INSEE-Code
.

Cormeilles ist eine französische Gemeinde mit 1160 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Eure in der Region Haute-Normandie. Sie gehört zum Arrondissement Bernay und ist Hauptort des Kantons Kanton Cormeilles, der einen gleichnamigen Kommunalverband bildet.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Cormeilles liegt am Westrand von Eure zwischen dem Pays d’Auge und dem Lieuvin,[2] 25 Kilometer südöstlich von Honfleur und 19 Kilometer nordöstlich von Lisieux[3] zwischen den Nachbargemeinden Saint-Pierre-de-Cormeilles im Süden und Chapelle-Bayvel im Norden. Die Calonne fließt westlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet. Der Weiler Le Val-Hébert gehört zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Cormeilles war schon in gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 486 n. Chr.) ein kleiner Marktflecken, an der Römerstraße von Lisieux (Noviomagus) nach Lillebonne (Juliobona).[4] Die Ortschaft wurde 1060 als Cormeliae erstmals urkundlich erwähnt. Cormeille ist von corme abgeleitet und bezeichnet in der Langue d’oïl die Frucht der Mehlbeeren, beziehungsweise einen Speierlinghain.[5]

Nach der normannischen Invasion gehörte Cormeilles zum Besitztum der Herzöge der Normandie. Im 10. Jahrhundert erhielt Raoul d’Ivry († nach 1015) die Ortschaft. Sein Enkel, William FitzOsbern, 1. Earl of Hereford (* 1020; † 22. Februar 1071), gründete um 1055 die Abtei Notre-Dame,[4] deren Hauptgebäude allerdings auf dem Gemeindegebiet von Saint-Pierre-de-Cormeilles standen. Die Abtei wurde 1779 aufgelöst.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
1.077 1.143 1.140 1.129 1.069 1.191 1.201

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Fachwerkhäuser auf dem Place du Général de Gaulle

Seit 1970 besteht eine Städtepartnerschaft mit Arnoldsweiler in Deutschland, seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit Chepstow in Wales. Außerdem unterhält der Kanton Cormeilles eine Partnerschaft mit Montappone und Falerone in Italien und seit 2001 eine Partnerschaft mit Decs in Ungarn.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Sainte-Croix wurde im 12. Jahrhundert erbaut und später mehrfach umgebaut. Die Sakristei stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Südteil des Kirchenschiffs wurde 1878 erneuert und die Westfassade 1882.

Die Kapelle Saint-Firmin-et-Saint-Fiacre wurde im 15. Jahrhundert erbaut, im 18. Jahrhundert umgebaut und 1980 zerstört. Beide Kirchen gehörten zur Abtei.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Cormeilles befindet sich die größte Calvados-Brennerei der Normandie[2] und eine Tischlerei, die sich seit 1960 auf die Herstellung von Glorietten spezialisiert hat.[8] Ein Erwerbszweig der Cormeillais (Einwohner) ist der Tourismus, es gibt mehrere Privatzimmer (franz. Chambre d’hôtes) und einen Campingplatz.

Ein lokales Produkt ist der Weichkäse Petit Cormeillais. Er wird aus Kuhmilch hergestellt.[4] Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen für Camembert (Camembert de Normandie), Livarot, Pont-l’Évêque, Calvados (Calvados Pays d’Auge), Pommeau (Pommeau de Normandie) und Cidre (Pays d’Auge) sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[9]

Verkehr[Bearbeiten]

1865 wurden die ersten Entwürfe einer Bahnlinie von Cormeilles nach Pont-Authou gefertigt. Am 3. August 1902 wurde die Linie eröffnet. Am 9. November 1902 wurde die Linie bis nach Glos-sur-Risle (Bahnhof Glos-Montfort) geführt. Für die Strecke von 30,328 Kilometern brauchte der Zug damals zweieinhalb Stunden. 1944 wurde die Bahnstrecke und der Bahnhof in Cormeilles im Zuge des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. 1946 wurde die Bahnlinie stillgelegt und 1952 abgebaut.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jacques Guesnet, Michel Campion, Jean-Marc Derrien: Le petit train de Cormeilles, Glos-Montfort et extensions. Éditions Page de Garde, Elbeuf 2004. (Französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cormeilles (Eure) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Communauté de Communes du Canton de Cormeilles. In: cormeilles.com. Abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  2. a b  Gilles Rossignol: Eure. La Renaissance du Livre, Tournai 2001, ISBN 978-2804605070, S. 236f. (Französisch)
  3. Comment venir à Cormeilles ? In: office-tourisme-cormeilles.com. Office de Tourisme de Cormeilles, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  4. a b c  Daniel Delattre, Emmanuel Delattre: L’Eure, les 675 communes. Editions Delattre, Grandvilliers 2000, S. 81f. (Französisch)
  5.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 1, Librairie Droz, 1990, ISBN 9782600028844, S. 281 (in Google Books, abgerufen am 2. Juni 2010). (Französisch)
  6. Abbaye de Bénédictins Notre-Dame. In: Base Mérimée. Ministère de la culture, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  7. Cormeilles. In: Base Mérimée. Ministère de la culture, abgerufen am 2. Juni 2010 (französisch).
  8.  A. Blanchard, M. Delafenêtre, Lisa Pascual: Jardins en Normandie. Eure. Connaissance des Jardins, Caen 2001, ISBN 2912454077, S. 28-30. (Französisch)
  9. Le village de Cormeilles. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 21. Juli 2012 (französisch).
  10. Le petit train de Cormeilles S.5-7, 39+298