Cornalin

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Cornalin du Valais (syn. Rouge de pays coll. Geilweilerhof) ist eine autochthone Rotweinsorte des schweizerisch-italienischen Alpenraums. Sie wird vorwiegend in den Schweizer Kantonen Waadt (Chablais) und Wallis (Fully und Martigny) sowie im italienischen Aostatal angebaut.

Ein Erbgutschutz des Cornalin besteht seit 1993. Die drei Partner Société des pépiniéristes viticulteurs valaisans, das Kantonale Weinbauamt in Sion und Agroscope RAC Changins legten eine Sammlung von ca. 100 Klonen des Cornalin an. Cornalin leidet unter wechselhaften Erträgen und ist sehr anfällig gegen Magnesiummangel sowie Grauschimmelfäule. 18 der Klone werden zur Zeit ausgiebig getestet und weitergezüchtet, um die angesprochenen Mängel abzuschwächen.

Aus ihr wird der gleichnamige Rotwein (Cornalin AOC, Cornalin du Valais oder auch Rouge d’Enfer) gemacht, der auch als „Alter Landroter“ (Vieux rouge du Pays) bezeichnet wird. Der Wein sollte drei bis fünf Jahre reifen. Die Sorte ähnelt der ebenfalls in der Schweiz kultivierten Humagne Rouge (Cornalin d’Aoste).

Genanalysen, die auf einem Kolloquium im Jahr 2003 präsentiert wurden, zeigten, dass der Cornalin die natürliche Kreuzung aus den Sorten Mayolet und Petit-Rouge ist. DNA-Analysen am „Istituto agrario di San Michele all'Adige“ heute Fondazione Edmund Mach in San Michele all'Adige brachten auch einen Hinweis auf eine Verwandtschaft zweiten Grades zur alten, in den Schweizer Alpen beheimateten Rebsorte Rèze.[1]

Herkunft[Bearbeiten]

Der Cornalin gehört zu einer Familie von Rebsorten, die sich in der geographischen Insellage der Alpenregionen Italiens und des Wallis in der Schweiz halten konnten. Zu dieser Familie gehören die folgenden Sorten:

rote Sorten weiße Sorten
Bonda Completer
Cornalin Himbertscha
Cornalin d'Aoste Humagne Blanche
Crovassa Lafnetscha
Durize Petite Arvine
Eyholzer Planscher
Fumin Prié Blanc
Goron de Bovernier Rèze
Mayolet
Ner d'Ala
Petit-Rouge
Prëmetta/Prié rouge
Roussin
Roussin de Morgex
Vien de Nus
Vuillermin

Synonyme[Bearbeiten]

keine bekannt

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sur les traces du cépage romain Raetica grâce à l'ADN (Version vom 14. Juli 2006 im Internet Archive) von José F. Vouillamoz (in französischer Sprache)

Literatur[Bearbeiten]