Cornelia Parker

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Cornelia Parker

Cornelia Ann Parker (* 1956 in Cheshire, Vereinigtes Königreich) ist eine englische Bildhauerin und Installationskünstlerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Cornelia Parker studierte am Gloucestershire College of Art and Design (1974–75) und an der Wolverhampton Polytechnic (1975–78). Sie erhielt ihren MFA an der Reading University im Jahr 1982 und die Ehrendoktorwürde an der University of Wolverhampton im Jahr 2000, an der University of Birmingham (2005) und der University of Gloucestershire (2008).

Im Jahr 1997 kam Cornelia Parker in die engere Auswahl für den Turner Prize, zusammen mit Christine Borland, Angela Bulloch und Gillian Wearing (die den Preis gewann).

Sie ist bekannt für Installationen im großen Umfang, wie Cold Dark Matter: An Exploded View (1991), wo sie einen Garten von der Britischen Armee in die Luft sprengen ließ und die Fragmente in einer Art Momentaufnahme der Explosion anordnete. In der Mitte war ein Licht installiert, das die Schatten des Holzes dramatisch an die Wände des Raumes warf.[1]

Parkers überzeugende Umsetzungen von vertrauten, alltäglichen Gegenständen untersuchen die Natur der Materie, testen physikalische Eigenschaften und spielen mit privaten und öffentlichen Meinungen und Werten. Parker beschäftigte sich mit zahlreichen Methoden, wie Explodieren, Quetschen, Dehnen, um mit Materialien, die beladen sind mit historischen Assoziationen, wie zum Beispiel einer Feder aus Sigmund Freuds Kissen, ihre Kunst zum Ausdruck zu bringen.

The Maybe (1995) in der Serpentine Gallery war eine Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Tilda Swinton, die, scheinbar schlafend, innerhalb einer Vitrine lag. Sie war umgeben von anderen Vitrinen mit Reliquien berühmter historischer Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Mrs. Simpsons Schlittschuhen, Charles Dickens Federkiel und Königin Victorias Strumpfhosen.

Sie vollführte auch weitere Interventionen mit historischen Kunstgegenständen. Zum Beispiel umwickelte sie als ihren Beitrag zu Tate Triennale Days Like These Rodins Skulptur The Kiss im Tate Britain mit einer Meile Schnur (2003).[2] Diese Intervention wurde unter dem Titel The Distance (A Kiss with String Attached) ausgestellt.

Avoided Object ist eine fortlaufende Reihe kleinerer Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, darunter dem Royal Armouries Museum (Leeds) und Madame Tussauds entwickelt wurde. Diese Objekte wurden ihrer wahren Identität beraubt, in dem sie verbrannt, erschossen, gequetscht, gedehnt, gezogen, in die Luft gesprengt oder einfach nur von einer Klippe geworfen wurden. Cornelia Parker war schon seit langem fasziniert von Todesfällen in Zeichentrickserien: Tom von einer Dampfwalze überrollt oder Jerry gespickt mit Einschusslöchern. Das Ableben mancher Objekte wird einfach nur inszeniert, oder es hat seine Ursachen in Unfällen bzw. durch einfache, natürliche Umstände.

Ein weiteres Beispiel für diese Arbeiten ist Pornographic Drawings (1997), welches aus mehreren Tuschezeichnungen besteht, die aus vom Zollamt beschlagnahmten (pornographischen) Videobändern mit Hilfe von Lösungsmitteln hergestellt wurden.[3]

„I resurrect things that have been killed off... My work is all about the potential of materials - even when it looks like they've lost all possibilities.“

Am 13. Februar 2008 eröffnete eine neue Ausstellung von Cornelia Parker in der Whitechapel Art Gallery in London, organisiert in Zusammenarbeit mit Friends of the Earth. Es beinhaltet einen 40-minütigen Film – Chomskian Abstract, 2007 –, welcher ihr Interview mit dem weltberühmten Schriftsteller und Theoretiker Noam Chomsky zeigt. Des Weiteren enthält die Ausstellung Parkers Poison and Antidote Zeichnungen (2004), deren schwarze Tinte Schlangengift enthält und die weiße Tinte das entsprechende Gegengift.

Cornelia Parker lebt und arbeitet in London. Ihre Arbeiten wurden 2008 in der 16. Sydney Biennale und 8. Sharjah Biennale aufgenommen. Sie hatte große Einzelausstellungen in der Serpentine Gallery, London (1998)[4], Deitch Projects, New York (1998), ICA Boston (2000), der Galeria de Arte Moderne Civica in Turin (2001), im Kunstverein Stuttgart (2004), dem Modern Art Museum of Fort Worth, Texas (2006), Ikon Gallery, Birmingham (2007), dem Museo de Arte de Lima, Peru (2008), dem Baltic Centre for Contemporary Art, Gateshead, Großbritannien (2010).

Sie wird vertreten durch Frith Street Gallery (London), D'Amelio Terras (New York), Guy Bärtschi (Genf), sowie Galeria Carles Tache (Barcelona).

Ihre Arbeiten befinden sich neben den großen öffentlichen Ausstellungen, wie zum Beispiel im MOMA (New York), der Tate Gallery, dem British Council, Henry Moore Foundation, M. H. de Young Memorial Museum (San Francisco) und der Yale Center for British Art, auch weltweit in privaten Sammlungen.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Cold Dark Matter:an Exploded View. (Englisch, HTML) Tate Gallery. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  2. James Fenton: No strings attached. In: The Guardian. Guardian News and Media. 8. März 2003. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  3. Cornelia Parker at Deitch Projects. (Englisch, HTML) ARTseenSOHO. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  4. R.J. Preece: Cornelia Parker in der Serpentine Gallery. In: World Sculpture News/artdesigncafe. 1998. Abgerufen am 25. Dezember 2010.

Weblinks[Bearbeiten]