Cornelia Pieper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cornelia Pieper (2013)

Cornelia Pieper, geb. Richter (* 4. Februar 1959 in Halle) ist eine deutsche Politikerin. Sie war von 2001 bis 2005 Generalsekretärin und von 2005 bis 2011 stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 war sie Staatministerin im Auswärtigen Amt und seit 2014 Generalkonsulin in der polnischen Stadt Danzig.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur in Halle absolvierte Cornelia Pieper ein Studium der Angewandten und Theoretischen Sprachwissenschaften in der polnischen und russischen Sprache in Leipzig und Warschau, welches sie 1982 als Diplom-Sprachmittlerin beendete. Bis 1985 arbeitete sie dann als Dolmetscherin im Tourismus und im Kulturbereich und wechselte danach in die EDV-Abteilung des Fernsehgerätewerkes in Halle. Von 1987 bis 1990 war sie dann in der Abteilung Kultur und Bildung beim Bezirksvorstand der LDPD in Halle tätig. Von 1995 bis 1996 war sie Geschäftsführerin des Humanistischen Verbandes e.V. in Berlin. Seit 1996 ist sie als freiberufliche Übersetzerin tätig.

Pieper ist Mitglied des Aufsichtsrates der Nürnberger Versicherungsgruppe. Sie ist verwitwet und Mutter eines Sohnes. Piepers Ehemann Lutz wurde am 30. April 2013 im Alter von 55 Jahren tot im gemeinsamen Haus in Lieskau aufgefunden.[1]

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Seit 1990 ist sie Mitglied der FDP und gehört seitdem auch dem Landesvorstand der FDP in Sachsen-Anhalt an. Seit 1993 ist sie auch Mitglied des FDP-Bundesvorstandes, von 1997 bis 2001 als Stellvertretende Bundesvorsitzende und anschließend bis Mai 2005 als Generalsekretärin der FDP. 2003 forderte der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki Pieper zum Rücktritt von ihrem Posten als Generalsekretärin auf, nachdem die Polizei eine Hanfpflanze auf Piepers Grundstück in Halle gefunden hatte.[2] Am 5. Mai 2005 wurde Pieper mit 60,6 % der Stimmen erneut zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Liberalen gewählt. Daneben war sie von 1995 bis zum 9. April 2011 Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt. Auf dem Bundesparteitag 2011 in Rostock kandidierte sie nicht mehr als stellvertretende Bundesvorsitzende, sondern als Beisitzerin. Dabei wurde sie (wie auch Wolfgang Kubicki) erst im zweiten Wahlgang gewählt.[3]

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Von 1990 bis 1994 war Cornelia Pieper Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt und in dieser Zeit auch Vizepräsidentin des Landtages. Im Jahr 1998 wurde sie erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt. Dort war sie dann von 1998 bis 2001 stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion. Nachdem die FDP mit ihr als Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2002 13,3 % der abgegebenen Stimmen erreicht hatte, wurde Cornelia Pieper erneut Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt und hier auch Vorsitzende der FDP-Fraktion. Sie schied daher am 31. Mai 2002 aus dem Bundestag aus, für den sie bei der Bundestagswahl im September 2002 jedoch erneut kandidierte.

Sie war seitdem bis 2013 wieder Mitglied des Deutschen Bundestages und gab ihr Landtagsmandat und den Fraktionsvorsitz auf. Von Februar bis Oktober 2005 war sie Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Ab November 2005 war sie stellvertretende Vorsitzende dieses Ausschusses und Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für Forschung. Sie zog stets über die Landesliste Sachsen-Anhalt in den Deutschen Bundestag ein. Ihr Bundestagswahlkreis ist der Wahlkreis 73 (Halle).

Zur Bundestagswahl 2013 setzte die FDP Sachsen-Anhalt Cornelia Pieper wie auch 2009 auf den Platz 1 der Landesliste.[4] Da die FDP an der Fünf-Prozent-Klausel scheiterte, endete ihre Zeit als Bundestagsabgeordnete.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Vor der Bundestagswahl 2009 bezeichnete Pieper höhere Investitionen in Bildung als größte Herausforderung. Außerdem bezeichnete sie das Gesetz zur Sperrung kinderpornographischer Inhalte im Internet als „untauglich“: „Kein pädophil veranlagter Mensch wird dadurch sein Verhalten ändern.“[5] Im November 2012 kündigte Pieper an, entgegen einem Koalitionsbeschluss nicht für das Betreuungsgeld zu stimmen. Dieses sei eine Rückkehr zum alten Familienmodell „Kinder, Küche, Kirche“.[6]

Zitate[Bearbeiten]

„Doch während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. Er ist ein ganzer Mann, aber er hat tatsächlich nur die eine Dimension seiner Persönlichkeit ausgebildet. Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.“[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteldeutsche Zeitung: Ehemann von Cornelia Pieper: Lutz Pieper ist tot vom 1. Mai 2013
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"Pieper kontert Kubicki: „Er hat nicht den Arsch in der Hose“". Der Spiegel, 27. Oktober 2003, abgerufen am 24. April 2010.
  3. Ergebnisse der Bundesvorstandswahl auf www.fdp.de, abgerufen am 29. August 2011.
  4. Information auf der Seite der Landes-FDP, ohne Datum, abgerufen am 31. Mai 2013
  5. Interview mit hingesehen.net
  6. FDP nimmt Abweichlerin Pieper in die Mangel, Spiegel Online vom 8. November 2012
  7. So gehts nicht weiter und Bunte-Interview (9/2006)

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]