Corneliu Vadim Tudor

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Corneliu Vadim Tudor (* 28. November 1949 in Bukarest) ist ein rumänischer Politiker. Tudor war bis Juli 2013[1] Vorsitzender der ultranationalistischen Partidul România Mare (dt. Großrumänienpartei).

Während der Ceaușescu-Ära war Tudor ein regimetreuer Journalist und Lyriker und verherrlichte in seinen Gedichten inhaltlich die Diktatur. Seit dem Sturz und der Hinrichtung von Nicolae Ceaușescu und der formalen Abschaffung der Rumänischen Kommunistischen Partei vertritt er seine nationalkommunistischen Gesinnungen in der Partidul România Mare.

Bei den Präsidentschaftswahlen im November 2000 erhielt er mehr als ein Drittel der Stimmen, unterlag aber gegen Ion Iliescu vom PSD. Die Großrumänienpartei ging jedoch als zweitstärkste Kraft im Parlament aus den Wahlen hervor. Bei dem Parlamentswahlen 2008 verlor sie allerdings massiv an Stimmen und verpasste den Wiedereinzug in das Parlament. Ein Jahr später bei den Präsidentschaftswahlen musste sich Tudor mit knapp 6 % der Stimmen begnügen.

Tudors politische Ziele gelten als antidemokratisch und extremistisch. Sie zeichnen sich durch Antisemitismus, eine öffentliche Verherrlichung des ehemaligen rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu, Kritik an westlichen Institutionen wie NATO und EU und die Forderung nach Entrechtung der im Land lebenden Minderheiten (insbesondere der Ungarn) aus. Diese Ziele vertritt er seit seiner Zeit als Redakteur bei der kommunistisch-nationalistischen Zeitschrift Săptămâna, welche während des Regimes Nicolae Ceaușescu als vulgäres Sprachrohr des Geheimdienstes Securitate galt und regelmäßig Dissidenten und Persönlichkeiten des Exils angegriffen hat.[2]

Im Visier der extremen politischen Äußerungen Tudors stehen immer wieder Roma, Juden und Ungarn, aber auch unbequeme Journalisten, ehemalige Dissidenten und Exilpersönlichkeiten, denen er beispielsweise mit der Einweisung in Arbeitslager drohte. Anfang 2004 verkündete Tudor öffentlich seine Wandlung vom Antisemiten zum Philosemiten und engagierte einen israelischen Imageberater als Wahlkampfleiter.

EU-Parlamentarier[Bearbeiten]

In der Periode 2009 bis 2014 ist Tudor Fraktionsloses Mitglied des Europaparlaments. Er ist Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung und in der Delegation für die Beziehungen zur Schweiz und zu Norwegen, im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Island und im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss Europäischer Wirtschaftsraum. Als Stellvertreter ist er im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und in der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Keno Verseck: Straßenhunde in Rumänien: Zur Empörung der Tierfreunde. spiegel.de, 14. September 2013, abgerufen am 14. September 2013.
  2. http://www.bookfinder.com/dir/i/Jurnal/9735002647/.
  3. Website des Europäischen Parlaments

Weblinks[Bearbeiten]