Corps Bavaria Würzburg

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Das Corps Bavaria Würzburg ist ein Corps (Studentenverbindung) im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), dem ältesten Dachverband deutscher Studentenverbindungen. Das Corps ist pflichtschlagend und farbentragend. Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Die Corpsmitglieder werden „Würzburger Bayern“ genannt.

Corpshaus der Bavaria Würzburg, Rottendorfer Str. 20
Corpshaus, vom Garten aus gesehen
Früheres Corpshaus in der Veitshöchheimer Str. 8

Couleur[Bearbeiten]

Bavaria hat die Farben „dunkelblau-weiß-hellblau“ mit silberner Perkussion. Dazu wird eine dunkelblaue Tellermütze mit weiß-hellblauem Farbstreifen aus Seidenband getragen.

Die Bayernfüchse tragen ein Fuchsenband in „dunkelblau-weiß“ und einen entsprechenden Farbstreifen an ihrer Mütze.

Der Wahlspruch lautet „Pro patria atque amicitia!“ (deutsch: „Für Vaterland und Freundschaft!“), der Wappenspruch „Semper superiores!“ (deutsch: „Immer die Überlegenen!“).

Geschichte[Bearbeiten]

Mitglieder des Corps Bavaria im Würzburger Universitäts-Karzer um 1828

Das Corps Bavaria wurde am 1. März 1815 von Studenten an der Universität Würzburg gegründet. Es ist seit dem 7. November 1860 Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV).

Während des Dritten Reiches bestand das Corps Bavaria nach seiner Auflösung am 15. Februar 1936 zeitweise im Untergrund weiter. So wurden 1943 bis 1944 illegal Mensuren gefochten und im Sommer 1944 mit anderen Corps der Versuch der Wiedererrichtung des am 28. August 1935 aufgelösten Kösener Senioren-Convents-Verbands unternommen. Im Januar 1950 gehörte Bavaria zu den 22 Corps, die sich in der „Interessengemeinschaft“ zusammenschlossen und die Rekonstitution des KSCV vorbereiteten.

Aufgrund der Struktur seiner Verhältnisse zu anderen Corps wird das Corps Bavaria zum „Schwarzen Kreis“ innerhalb des KSCV gezählt.

Bekannte Corpsmitglieder[Bearbeiten]

Aus dem Corps Bavaria gingen verschiedene königlich-bayerische Staatsminister und andere bedeutende Politiker hervor. Zu nennen wären die königlich-bayerischen Finanzminister Josef von Aschenbrenner, Georg von Berr und Benno von Pfeufer, der königlich-bayerische Justizminister Eduard von Bomhard sowie der bayerische Staatsminister des Inneren Friedrich von Brettreich. Auch der langjährige Regierungspräsident von Oberfranken und Ehrenbürger von Bayreuth Rudolph von Roman war Würzburger Bayer, nach ihm ist heute noch die Romanstraße in München benannt[1].

International bekannt wurde Eugen von Zimmerer als Gesandter und bevollmächtigter Minister (1907), kaiserlicher Kommissar für Togo (1888) und Gouverneur von Kamerun (1891). (Siehe dazu: Liste der Gouverneure der deutschen Kolonie Kamerun)

Die Lindwurmstraße in München wurde nach dem berühmten Mediziner Joseph von Lindwurm benannt, der auch dem Corps Bavaria Würzburg angehörte. Der Mediziner Eugen Rosshirt war erster Consenior des Corps.

Philipp Stöhr der Ältere als Inaktiver des Corps im Sommersemester 1872

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Wolfgang Stegmann (1989)

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.sueddeutsche.de/immobilien/23/332879/text/

Siehe auch: Corps, Kösener Senioren-Convents-Verband, Studentenverbindung, Liste Kösener Corps

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Lotz: Geschichte des Corps Bavaria 1815-1905. o.O. 1905
  • Hans Stumm: Die Würzburger Bayern. Der Lebensweg des Corps Bavaria 1815 bis 1975, München 1976
  • Rolf-Joachim Baum: Die Würzburger Bayern Teil 2. Corpsgeschichte in Bildern, München 1985
  • Rolf-Joachim Baum: Sieben Briefe zur Geschichte der Würzburger Urburschenschaft und des Corps Bavaria Juli 1818-Juli1819. In: Einst und Jetzt, 27. Band (1982) S. 211-228.
  • Rolf-Joachim Baum: Die Kressen bei Bavaria Würzburg. In: Einst und Jetzt, 27. Band (1982) S. 243-249.

Weblinks[Bearbeiten]