Corps Concordia Rigensis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Concordia Rigensis
Convents-Quartier (C!Q!) der Concordia Rigensis

Das Corps Concordia Rigensis ist eine Baltische Studentenverbindung in Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Corps Concordia Rigensis wurde am 29. November 1869 in der alten Hansestadt Riga, damals als ein Ostseegouvernement Teil des Russisches Kaiserreichs, gegründet, wo es bis 1939 beheimatet war. Aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts musste die Concordia Rigensis das Baltikum verlassen und kehrte auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges nicht dorthin zurück. 1956 wurde das Corps in Hamburg reaktiviert und hat dort eine neue Heimat gefunden. Heute ist es als Corps des Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), des ältesten Dachverbandes deutscher Studentenverbindungen, pflichtschlagend und farbentragend.

Bedeutung[Bearbeiten]

Concordia Rigensis ist die einzige der damals zahlreichen deutsch-baltischen Studentenverbindungen, die bis heute überlebt hat. Alle anderen Verbindungen sind untergegangen oder haben sich in neuen Verbindungen zusammengeschlossen. Heute existieren insgesamt mit der Concordia Rigensis drei Studentenverbindungen, die die speziellen Traditionen der deutsch-baltischen Studentenverbindungen weiterführen: die Baltische Corporation Fraternitas Dorpatensis zu München (gegründet 1948) und das Corps Curonia Goettingensis (gegründet 1959). Alle drei Korporationen sind Mitglieder des Baltischen Philisterverbandes.

Farben und Wahlsprüche[Bearbeiten]

Das Farbenband der Concordia Rigensis ist blau-gold-rot. Dazu wird eine kleine dunkelblaue Studentenmütze (Deckel) mit einem goldenen, gestickten Stern (Baltenstern) auf der Oberseite getragen.

Wie schon im Baltikum üblich, tragen die Concordenfüchse kein Fuchsenband, sondern ausschließlich einen schwarzen Deckel (da sie noch farbenfrei sind). Die Wahlsprüche des Corps lauten „Wahr und treu - kühn und frei“ sowie „Viribus unitis“.[1]

Baltische Besonderheiten[Bearbeiten]

Alle baltischen Corps weisen im Vergleich zu anderen in Deutschland ansässigen Studentenverbindungen zum Teil deutliche Unterschiede auf. Begriffe und Verhalten stammen noch aus den Frühzeiten des Verbindungswesens (18. und frühes 19. Jahrhundert), die sich im Baltikum (und damit fern der Fortentwicklungen der deutschen Verbindungen) mehr oder weniger erhalten haben. So bezeichnet man z. B. den Fuchsmajor als Oldermann, wohl angelehnt an den Ältermann der Gilden der Hansestädte. Auch wird sehr viel Wert auf die Erhaltung der alten Studentenlieder gelegt. Auch die Kneipe der Balten kennt nicht den formalen Ablauf, wie er sich im Deutschen Kaiserreich herausgebildet hat. Zudem werden, aus russischem Einfluss herrührend, Wodka und baltische Spezialitäten wie Piroggen angeboten.

Nevania

Seit 1970 hat sich die Concordia Rigensis verpflichtet, das Gedenken an das deutsch-baltische Corps Nevania aus St. Petersburg (gegründet 1847) wachzuhalten. Seit 1910 waren beide Corps durch ein Kartell miteinander verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. deutsch: „Mit vereinten Kräften“

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Pernaux, Alexander Grosse, Arved Pussel: Album Concordiae Rigensis 1869 – 1909, Riga 1909. GoogleBooks
  • Henry Schultz-Feegen: Geschichte der Concordia Rigensis 1869 – 1929. Berlin 1929. GoogleBooks
  • Concordia Rigensis zu Hamburg. Deutschbaltisches Corps, 29.11.1869 – 1959. Festschrift zum neunzigjährigen Jubiläum. GoogleBooks
  • Concordia Rigensis. 29.11.1869 – 29.11.1969. Festschrift: Chronik, Album, Statistisches. Hamburg 1969

Weblinks[Bearbeiten]