Corps Guestfalia Greifswald

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Wappen

Das Corps Guestfalia Greifswald ist ein Corps (Studentenverbindung) im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), dem ältesten Dachverband deutscher Studentenverbindungen, der im Jahr 1848 gegründet wurde. Das Corps ist pflichtschlagend und farbentragend. Die Mitglieder bestehen aus Studenten und Ehemaligen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Entsprechend der Konstitution des Verbandes können Studenten ungeachtet ihrer Nationalität, Konfession, Abstammung oder politischer Haltung Mitglieder dieses Corps werden. Als Corps im Kösener Dachverband, zu deren Gründungsmitgliedern der Greifswalder Senioren-Convent zählt, sind seine Mitglieder zu einer toleranten und neutralen Grundhaltung verpflichtet.

Die Corpsmitglieder der Guestfalia Greifswald werden auch als „Greifswalder Westfalen“ bezeichnet.

Couleur[Bearbeiten]

Das Corps Guestfalia Greifswald führt die Farben „grün-weiß-schwarz“ mit silberner Perkussion. Die Füchse tragen ein Band in den Farben „grün-weiß-grün“, ebenfalls mit silberner Perkussion. Die Farbe der Mütze ist grün.

Das Corps hat den Wahlspruch „Neminem time, neminem laede!“ (deutsch: „Fürchte niemanden und schade niemandem!“) sowie den Wappenspruch „Gladius ultor noster!“ (deutsch: „Das Schwert ist unser Rächer!“).

Erstes Corpshaus der Guestfalia in der Stralsunder Straße 9
Heutiges Corpshaus am Karl-Marx-Platz

Geschichte[Bearbeiten]

Das Corps Guestfalia wurde am 9. Juli 1837 gestiftet. Mitte der 1840er Jahre suspendiert, wurde es am 10. Juni 1852 durch Greifswalder Preußen rekonstituiert. 1856 stellte Guestfalia den Vorort des KSCV. Von 1880 bis 21. Februar 1885 war Guesfalia erneut suspendiert. Über ein eigenes Haus in der Stralsunder Straße 9 verfügte das Corps seit 1905.

Bei der Gleichschaltung des KSCV 1933 führte Guestfalia wieder die Vorortgeschäfte. Der Vorortsprecher Mohr wurde faktisch durch den neu ernannten „Führer“ des KSCV Max Blunck entmachtet. Nach der Zwangssuspendierung am 7. Oktober 1935 konnte das Corps Guestfalia nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges auf Grund der politischen Umstände auf dem Gebiet der damaligen DDR nicht wieder rekonstituieren.

Es folgte am 27. Januar 1951 die Vereinigung mit dem ältesten Kartellcorps, Guestphalia Bonn zu dem Corps Guestphalia Bonn und Greifswald zu Bonn. In dieser Fusion beider Corps wurden die Greifswalder Traditionen fortgeführt.

Am 10. Juni 1993 konnte Guestfalia in Greifswald rekonstituieren. Seit dem Wintersemester 2000 hat das Corps seinen Sitz im Corpshaus am Karl-Marx-Platz in Greifswald.

Verhältnisse[Bearbeiten]

Das Corps Guestfalia Greifswald wird auf Grund seiner Verhältnisse in der inoffiziellen Einteilung der Kösener Corps zum „Blauen“ Kreis" gezählt. Die Corps des „Blauen Kreises“ führen das sogenannte Gesellschaftsprinzip, d. h. die Pflege des gesellschaftlichen Lebens an dem jeweiligen Hochschulort. Im Zuge dessen werden Bälle und Partys, Vorträge und andere kulturelle Veranstaltungen angeboten, zu denen die gesamte Studentenschaft eingeladen ist.

Kartelle[Bearbeiten]

Befreundete[Bearbeiten]

Bedeutende Mitglieder[Bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

  • Otto Beumer (1849-1918), Professor für gerichtliche Medizin und Hygiene an der Universität Greifswald
  • Gisbert von Bonin (1841–1913), Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Sachsen-Coburg-Gothaischer Staatsminister
  • Curt Bräuer (1889-1969), deutscher Diplomat
  • Otto Braehmer (1838-1902), deutscher Mediziner, Gründer und Ehrenvorsitzender des Vereins Deutscher Bahnärzte
  • Hermann Butzer (* 1961), Jurist, Hochschullehrer in Hannover
  • Ludwig Denecke (1905–1996), Germanist und Handschriftenbibliothekar, Brüder Grimm-Forscher
  • Ernst Franke (1856-1925), Augenarzt
  • Hermann Gocht (1869-1938), Pionier der deutschen Orthopädie
  • Robert Helm (1879–1955), Tuchindustrieller und Kommunalpolitiker
  • Erich Hossenfelder (1875-1935), 1930-1932 Gesandter in Abessinien, 1933 zwangspensioniert
  • Otto Jaekel (1863–1929), Paläontologe und Geologe, Hochschullehrer in Greifswald und Kanton/China
  • Friedrich Loeffler (1852–1915), deutscher Mediziner und Bakteriologe, Begründer der Virologie, Entdecker des Diphtherie-Erregers
  • Christian Meisner (1868-1944), Rechtsanwalt und Politiker (DDP), Mitglied der Weimarer Nationalversammlung
  • Manfred Monjé (1901–1981), Sinnesphysiologe
  • Victor Niemeyer (1863–1949), Rechtsanwalt und Notar, Freiballonflieger, Ehrenbürger der Stadt Essen
  • Friedrich Eberhard Schnapp (* 1938), Sozialrechtler und Hochschullehrer
  • Ernst Reinhold Solger (1820–1866), Mitglied der Preußischen Nationalversammlung, Staatssekretär im Schatzministerium der USA
  • Oskar Witzel (1856-1925), Chirurg

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurden ausgezeichnet:

  • Michael Gante (1992)
  • Hermann Butzer (1993)
  • Klaus-Peter Schönrock (2000)
  • Kilian Georg Eyerich (2009)

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Kraus, Corpsgeschichte der Guestfalia zu Greifswald, Verlag Wilhelm Schlüter, Hagenow i. Meckl., 1927

Weblinks[Bearbeiten]