Corps Rhenania Heidelberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.4131648.714439Koordinaten: 49° 24′ 47″ N, 8° 42′ 52″ O

Wappen
Wappen
Basisdaten
Universität: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Gründung: 15. Januar 1849 in Heidelberg
Verband: KSCV
Wahlspruch: Virtuti semper corona! (Dem Verdienste stets die Krone!)
Waffenspruch: Gladius ultor noster! (Das Schwert, unser Rächer!)
Farben: Corpsburschenband des Corps Rhenania Heidelberg
Zirkel: Zirkel des Corps Rhenania Heidelberg
Website: http://www.rhenania-heidelberg.de

Das Corps Rhenania Heidelberg ist ein pflichtschlagendes und farbentragendes Corps (Studentenverbindung) im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Couleur[Bearbeiten]

Rhenania führt die Farben „blau-weiß-rot“ mit goldener Perkussion. Dazu wird eine dunkelblaue Mütze mit weiß-rotem Rand und weißer Paspel getragen. Rhenania hat wie alle SC Corps in Heidelberg kein Fuchsenband, die Füchse tragen nur die Mütze, allerdings mit blau-weiß-blauem Rand.

Geschichte[Bearbeiten]

Rhenania I–III, Hassia, Nassovia[Bearbeiten]

Stammbuchblatt Rhenania II, Heidelberg, 1822

Die älteste sicher nachweisbare Rhenania in Heidelberg (Rhenania I) wurde am 23. Juli 1802 durch Mitglieder der Rhenania Gießen gestiftet. Sie stand auf landsmannschaftlicher Basis und agitierte gegen die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestehenden, freimaurerisch beeinflussten Studentenorden, wurde aber gleichwohl um 1804 durch Mitglieder des Heidelberger Constantisten-Ordens unterwandert.

1803 schlossen sich Rhenania und die 1803 gestiftete Franko-Badenia zu einem Senioren-Convent (SC) zusammen und vereinbarten den ältesten überlieferten Heidelberger SC-Comment. Beide waren nach einem Konflikt zwischen Studentenschaft und Militär im Juli 1804 maßgeblich am Auszug der Studentenschaft nach Neuenheim beteiligt.[1] Im Dezember 1804 kam es zu tumultartigen Auseinandersetzungen zwischen den Heidelberger Renoncen und Constantisten. Infolge der Untersuchungen durch die akademischen Behörden lösten sich beide Landsmannschaften im Frühjahr 1805 auf. Drei Rhenanen (Morgenstern, Wenz, Bayer) beteiligten sich am 19. Mai 1805 an der Stiftung der Landsmannschaft Palatia (I). Aus den Resten der alten Rhenania konstituierten sich im August des Jahres die beiden zunächst noch eng miteinander verbundenen Landsmannschaften der Oberrheiner (Farben: rot-blau-weiß mit Silber) und Niederrheiner (rot-blau-weiß mit Gold).

Nach der Reorganisation der Universität unter Kurfürst/Großherzog Karl Friedrich von Baden kam es ab 1805 zu einem Zuzug zahlreicher auswärtiger Studenten, die neue, zum Teil nur kurzlebige Landsmannschaften stifteten (Suevia, Guestphalia, Curonia, Vandalia, Hannovera, Holsatia, Hanseatia, Helvetia, Saxo-Borussia u.a.). Sie vereinbarten 1806 einen neuen Comment, der den einzelnen Landsmannschaften feste Rekrutierungskantone zuwies. Die Aufteilung erfolgte auf der Grundlage der Grenzziehung des Friedens von Lunéville (1801) bzw. des Friedens von Preßburg (1805). Die Niederrheiner erhielten Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Nassau, Waldeck und die thüringischen Staaten. Ihr Bezirk grenzte im Norden an das Herzogtum Berg, das Herzogtum Westfalen, an Paderborn, das Göttingische und das Eichsfeld, im Osten an Sachsen und Würzburg, im Süden an Wertheim, Leiningen, Erbach und die Unterpfalz und im Westen an den Rhein. Die Oberrheiner erhielten Frankreich einschließlich der ehemals deutschen Departements links des Rheins, Baden mit Ausnahme des oberen Fürstentums am Bodensee und die in Schwaben liegenden badischen Besitzungen, die Schweiz und Franken, soweit es nicht zu Bayern gehörte.[2]

Bei einer Spaltung des Heidelberger SC wurde 1810 erstmals der Begriff Corps für eine Gruppe der dortigen Landsmannschaften verwendet, darunter die Niederrheiner, die später zur einheitlichen Bezeichnung Rhenania zurückkehrten und vermutlich bald nach den Befreiungskriegen ihre Auflösung vollzogen.

1818 erfolgte die Stiftung des Corps Hassia I, das sich zwei Jahre später in Rhenania II umwandelte.[3] Im Stiftungsprotokoll wurde explizit festgehalten, dass man sich als Fortführung der Rhenania von 1802 versteht. Die Phase der Rhenania II fällt in die politisch aufgeheizte Zeit des Vormärz. Zu ihren Mitgliedern gehörten zahlreiche badische und pfälzische Liberale wie Friedrich Wilhelm Knoebel, Ludwig Frey (beide Teilnehmer am Hambacher Fest), Friedrich Hecker (Führer der Revolution in Baden) und Joseph Martin Reichard (Präsident der provisorischen Regierung der Pfalz). Infolge der Ereignisse um den Karzersturm und Auszug der Heidelberger Studentenschaft nach Frankenthal (nach Differenzen mit der Heidelberger Museumsgesellschaft über den Mitgliederstatus von Studierenden, 14. August 1828) erging eine dreijährige Verrufserklärung gegen die Universität, die aber vom SC wenig später zurückgenommen wurde.[4] Rhenania II bestand bis zum 3. November 1833.

An ihrer Stelle stifteten im Juli 1836 Mitglieder der 1829 gegründeten Hassia II das Corps Rhenania III (bis 1842).[3]

Bleiglasfenster mit dem Wappen der Nassovia II auf dem Corpshaus des Corps Rhenania.

Im November 1838 stifteten auswärtige Corpsstudenten, namentlich Mitglieder der Nassovia Göttingen, das Corps Nassovia II, das seinen Nachwuchs vornehmlich aus dem Gymnasium in Weilburg rekrutierte. Außer zu Nassovia Göttingen trat Nassovia in engere Beziehungen zu den beiden anderen nassauischen "Landescorps" Hasso-Nassovia Marburg und Nassovia Würzburg, pflegte aber auch einen regen Austausch mit dem Corps Rhenania in Bonn.

Rhenania IV[Bearbeiten]

Corps Rhenania Heidelberg, Lithographie von Carl Schubart (1852)
Erinnerungsblatt an das 50. Stiftungsfest (1899)
Marktplatz in Heidelberg mit dem Gasthaus zum Weinberg (vor 1882)
Corpskneipe der Rhenania Heidelberg im alten Corpshaus (vor 1906)

Das Revolutionsjahr 1849 wurde auch zum Stiftungsjahr der heute noch bestehenden Rhenania IV. In bewusster Abkehr von der deutschen Kleinstaaterei lösten die Aktiven der Nassovia das Corps am 15. Januar 1849 auf und stiften am gleichen Tag eine neue Rhenania (IV). Verfassung, Wahlspruch („Virtuti semper corona!“) und Tradition der Nassovia wurden übernommen. Der Einzugsbereich weitete sich in den folgenden Jahren über ganz Deutschland aus. Auch Studenten aus dem europäischen Ausland und aus Übersee (Schweiz, Griechenland, England, Vereinigte Staaten, Kanada und Südafrika) wurden aktiv. Das Corps Rhenania gehört als Mitglied des Heidelberger SC seit seiner Stiftung dem 1848 gegründeten Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) an. 1872 war Rhenania präsidierendes Vorortcorps und stellte auch 1868 und 1877 Kösener Vorortsprecher.

Die Zeit des Kaiserreichs gilt als "Blütezeit" des Corpsstudententums. Im Gegensatz zu den SC-Corps Saxo-Borussia, Guestphalia und Vandalia, die durch ostelbische, hannoversche und mecklenburgische Großagrarier und Beamte dominiert wurden, entwickelte sich Rhenania in dieser Phase zum Corps der Großindustrie und des Kapitals mit Rekrutierungsschwerpunkten im Rhein-Ruhr-Gebiet, in Frankfurt, Hamburg und im mitteldeutschen Industrierevier. Rhenania gehörte damit zu den Corps, die als "besonders exklusiv" eingestuft wurden.[5]

1875 wurden erstmals gedruckte „Corpschroniken“ (Semesterberichte) an die auswärtigen Mitglieder (Alten Herren) verschickt. 1882 erkannten die letzten lebenden Alten Herren der Rhenania II das bestehende Corps als rechtmäßigen Nachfolger der alten Rhenania von 1802/20 an. Noch lebende Mitglieder der Rhenania III und Nassovia II wurden in das Corps übernommen. 1886 fiel der Rhenane Emil Hartwich (1843–1886, Amtsrichter in Düsseldorf) im Duell mit Armand Léon Baron von Ardenne. Theodor Fontane verwendete die Affäre als Vorlage für seinen Roman „Effi Briest“.

Wegen des Ersten Weltkrieges musste 1914–19 der Aktivenbetrieb eingestellt werden. Von der Politisierung der Studentenschaft in der Frühzeit der Weimarer Republik war das Corps kaum betroffen. Der Heidelberger SC pflegte seine selbstgewählte Isolierung und schottete sich gegenüber Einflüssen aus der übrigen Studentenschaft weitgehend ab.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte wohl zunächst ebenso wenig Einfluss auf den Corpsbetrieb. Die Umsetzung der Arierbestimmungen nach den Richtlinien des Allgemeinen Deutschen Waffenring im Frühjahr 1934 wurde allerdings durchgeführt.[6] Am 8. September 1935 wurde durch den Ausschluss des KSCV aus der "Gemeinschaft studentischer Verbände" durch den Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers die Auflösung des Verbandes eingeleitet. Nach dessen Ende beschloss auch das Corps Rhenania die Suspension. Die Beteiligung an der Heidelberger SC-Kameradschaft "Axel Schaffeld" war verhalten, beschränkte sich auf finanzielle Zuwendungen und wurde mit Kriegsende 1945 eingestellt. Personelle und organisatorische Schnittstellen zwischen Kameradschaft und Corps wie in anderen Universitätsstädten gab es nicht.

Die Feier des 100. Stiftungsfestes durch die Altherrenschaft fand 1949 in einem den Zeitumständen entsprechenden Rahmen statt. Im gleichen Jahr bildete sich der durch den Verein Heidelberger Rhenanen protegierte „Rheinländerkreis“, der zum Teil Formen des früheren Corps fortführte, aber auch neue Ansätze für zeitgemäßes studentisches Zusammenleben suchte. Am 3. Mai 1951 beschloss die Altherrenschaft die Integration des Rheinländerkreises in das Corps und damit dessen Rekonstitution. In den 1950er Jahren war Rhenania Initiator der Gründung der Heidelberger Interessengemeinschaft (HIG), dem Zweckverband der schlagenden Korporationen am Ort. Nach einer separaten Übereinkunft des SC mit der Universität kam es 1958 zum Bruch mit der HIG. Seither geht der SC eigene Wege.

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten]

In den 1870er und 1880er Jahren betrieb Rhenania eine rege Verhältnispolitik und knüpfte bis zum Ersten Weltkrieg offizielle Beziehungen zu zahlreichen Corps in anderen Universitätsstädten an, u.a. in Bonn, Gießen, Marburg, Freiburg, Tübingen, Würzburg, München, Jena, Leipzig, Halle, Breslau, Göttingen, Berlin, Straßburg und Zürich. Da sich das Corps nicht auf eine bestimmte Richtung innerhalb des Verbandes festlegen wollte, trat ab 1900 eine Stagnation und nach dem Ersten Weltkrieg eine regelrechte Isolation ein, die erst kurz vor der Suspension überwunden werden konnte. Heute unterhält das Corps befreundete Beziehungen zu den Corps Suevia Freiburg, Hasso-Nassovia Marburg, Nassovia Würzburg und Tigurinia Zürich.

Corpshäuser[Bearbeiten]

Nachdem das Corps in wechselnden Heidelberger Gasthäusern gekneipt hatte (u.a. im Seppl, zuletzt im Gasthaus Weinberg am Marktplatz), erfolgte 1882 der Ankauf des barocken Stadthauses in der Hauptstraße 231, das sich früher im Besitz des Theologen Carl Daub und seines Schwiegersohns Wilhelm Theophor Dittenberger befunden hatte, als Corpshaus und die Gründung der „Rheinländischen Gesellschaft AG“ als Träger.

Als das alte Haus dem gewandelten Repräsentationsbedürfnis nicht mehr genügte, wurde es abgerissen und in den Jahren 1906 bis 1909 nach Plänen des kgl. bayerischen Hofoberbaurats Eugen Drollinger (München) in einer Mischung aus neobarocken und Jugendstilelementen das heutige Corpshaus errichtet. Es ist der einzige Jugendstilbau in der Heidelberger Hauptstraße.[7] Zugleich erfolgte der Kauf des hinter dem Garten gelegenen Hauses Neckarmünzgasse 14 und dessen Ausbau zum Studentenwohnheim.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Rhenania I-III (1802–1842)[Bearbeiten]

Name Lebensdaten Beruf Bild
Ludwig Achenbach 1812–1879 Oberbürgermeister von Mannheim
Ferdinand Freiherr von Biedenfeld 1788–1862 Belletrist, Übersetzer und Dramaturg, Theaterdirektor in Berlin, Magdeburg, Breslau und Weimar
Friedrich Landolin Karl von Blittersdorf 1792–1861 Großherzoglich badischer Staatsminister
Friedrich Landolin Karl von Blittersdorf
Emil August von Dungern 1802–1862 Herzoglich nassauischer Staatsminister
Emil August von Dungern
Heinrich Escher 1789–1870 Schweizer Jurist, Politiker und Rechtsgelehrter
Heinrich von Feder 1822–1887 Politiker, Mitglied der II. badischen Kammer, Führer der badischen Liberalen
Heinrich von Feder
Alexander Grebel 1807–1870 Friedensrichter, Mitglied des Vorparlaments und der 2. Kammer der Preußischen Nationalversammlung
Ludwig Frey 1810–1871 Jurist und Publizist, Teilnehmer am Hambacher Fest
Eberhard von Groote 1789–1864 Germanist, Schriftsteller und Politiker, Vorsitzender und Ehrenmitglied des Kölner Dombauvereins
Eberhard von Groote
Friedrich Hecker 1811–1881 Politiker und Revolutionär, Mitglied der II. badischen Kammer
Friedrich Hecker als amerikanischer Soldat
Carl Heinrich Georg von Heyden 1793–1866 Regierender Bürgermeister von Frankfurt am Main, Naturforscher und Sammler, Entomologe, Mitbegründer der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft
Johann Christian Hundeshagen 1783–1834 Forstwissenschaftler
Friedrich Wilhelm Knoebel 1802–1871 Politiker und Publizist, Teilnehmer am Hambacher Fest
August Lufft 1801–1887 Verwaltungsjurist, Regierungsdirektor in Speyer
Franz Flamin Meuth 1800–1884 Industrieller, Gründer der Kammgarnspinnerei, der Gaswerke, der Ultramarinfabrik und der Eisenwerke in Kaiserslautern
Franz Flamin Meuth
Christian Friedrich Mühlenbruch 1785–1843 Rechtswissenschaftler, ord. Professor in Rostock, Greifswald, Königsberg, Halle (Saale) und Göttingen
Joseph Martin Reichard 1803–1872 Politiker und Revolutionär, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, Präsident der provisorischen Regierung der Pfalz

Nassovia II (1838–1849)[Bearbeiten]

Name Lebensdaten Beruf Bild
Karl Thewalt 1825–1895 Reichsgerichtsrat

Rhenania IV (seit 1849)[Bearbeiten]

Name Lebensdaten Beruf Bild
Albert Ahn 1867–1935 Verleger und Industrieller in Köln
Albert Ahn als Heidelberger Rhenane
Heinz-Eberhardt Andres 1908–1977 Landrat des Kreises Alzey, Mitglied des Landtages (FDP)
Karl Andres 1876–1935 Gutsbesitzer, Weinbaulobbyist und Politiker, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, des Rheinischen Provinziallandtags und des preußischen Staatsrats
Hermann Ascher 1844-1931 Präsident der Generalkommission für die Provinz Westfalen
Hermann Ascher als Referendar
Richard Bank † 1934 Verwaltungsjurist, Landrat des Kreises Heinrichswalde, Ministerialrat im preußischen Finanzministerium
Fritz Baum 1879−1955 Manager der deutschen Montanindustrie
Heinrich Becher 1865–1941 Jurist, Vater von Johannes R. Becher
Hermann von Bechtold 1836-1902 Provinzialdirektor und Kreisrat in Gießen
Paul Behrend 1853-1905 Agrikulturchemiker, Professor für Nahrungsmittelchemie und landwirtschaftliche Gewerbe an der Technischen Hochschule Danzig
Paul Bertololy 1892–1972 Arzt und Schriftsteller, Ehrenbürger von Lembach (Bas-Rhin)
Paul Bertololy als Heidelberger Rhenane
Georg Bode 1838–1910 Jurist, Historiker und Naturforscher
Georg Bodenstein 1860–1941 Verwaltungsjurist, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium
Richard Böninger 1874–1944 Verwaltungsjurist, Landrat des Kreises Grafschaft Bentheim
Carl von Braun 1852–1928 Präsident des Oberlandesgerichts Augsburg
Adolf Buehl 1860–1948 Hamburgischer Staatsrat, Direktor des öffentlichen Armenwesens
Adolf Buehl
Georg von Caro 1849–1913 Schlesischer Großindustrieller, Geheimer Kommerzienrat und Fideikomissherr auf Schloss Wilkendorf bei Strausberg
Georg von Caro
Anastasios Christomanos 1841–1906 Chemiker, Professor und Rektor der Universität Athen
Anastasios Christomanoa
Joachim F. Christopeit * 1936 Manager
Hans Deloch 1881–1956 Verwaltungsjurist, Landrat in Cosel, Beuthen und Oels
Friedrich Dernburg 1833–1911 Politiker, Publizist, Schriftsteller, Führer der hessischen Fortschrittspartei, Mitglied des Reichstages (nationalliberal), Chefredakteur der „Nationalzeitung“ in Berlin
Friedrich Dernburg als Heidelberger Rhenane
Ferdinand Emmerling 1831-1912 Jurist in der Finanzverwaltung, Vorsitzender des hessischen Landesversicherungsamts
Walther Ernst 1857–1928 Konsistorialpräsident in Wiesbaden und Frankfurt am Main
Adolf Ernst von Ernsthausen 1827–1894 Politiker, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, Oberpräsident von Westpreußen, Oberbürgermeister von Königsberg, Ehrenbürger von Danzig und Elbing
Adolf Ernst von Ernsthausen
Ernst Flemming 1870-1955 Berghauptmann und Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der Preussag
Eugen Franck 1832-1893 Jurist und Politiker, Mitglied der II. Kammer der hessischen Landstände (Zentrumspartei)
Joachim Gres * 1947 Rechtsanwalt und Mitglied des Deutschen Bundestags (CDU)
Horst Habs 1902-1987 Mediziner, Professor für Hygiene an der Universität Bonn
Eckart Hachfeld 1910–1994 Schriftsteller, Texter und Songschreiber
Franz Hamburger 1874–1954 Mediziner, Professor für Kinderheilkunde an den Universitäten Graz und Wien
Franz Hamburger
Emil Hartwich 1843–1886 Jurist und Sportpionier
Emil Hartwich
Johann Maria Heimann 1878–1931 Industrieller, Teilhaber und Mitglied der Geschäftsführung der Fa. Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz in Köln
Johann Maria Heimann
Theodor Hergenhahn 1833–1893 Rechtswissenschaftler
Hubert Hilf 1820–1909 Unternehmer und Politiker, Mitglied des Reichstages (Nassauer, ab 1886 auch Rhenane)
Hubert Hilf
Ernst Himburg 1851–1919 Mitglied des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses
Ernst Himburg als Heidelberger Rhenane
Karl Holstein 1908–1983 Industrieller, Präsident der deutsch-belgisch-luxemburgischen Handelskammer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Münster, Mitglied des Vorstandes des deutschen Industrie- und Handelstages
Fritz Illgen 1886–1935 Diplomat, deutscher Konsul in Triest
Carl von Joest 1858–1942 Rittergutsbesitzer auf Schloss Eichholz bei Wesseling, Unternehmer und Politiker
Carl Joest als Heidelberger Rhenane
Franz Karcher 1867–1915 Industrieller und Privatbankier
Franz Karcher
Alfred Kast 1856–1903 Mediziner, Professor für Innere Medizin an der Universität Breslau
Alfred Kast
Richard Koenigs 1853-1921 Verwaltungsjurist, Landrat des Kreises Lennep, Ehrenbürger von Lennep und Wermelskirchen
Richard Koenigs, 1872
Herbert Krüger 1905-1989 Jurist, u.a. Professor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Reichsuniversität Straßburg und der Universität Hamburg
Herbert Krüger
Wilhelm Küchler 1846–1900 Oberbürgermeister und Ehrenbürger von Worms, Ghzgl. Hessischer Finanzminister und stellvertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat
Wilhelm Küchler
Wilhelm Lanz 1829–1882 Oberbürgermeister von Wiesbaden
Wilhelm Lanz
Jakob von Lavale 1843–1925 Eisenbahnunternehmer, Direktor der Pfälzischen Eisenbahnen
Adolf Lehne 1856–1930 Chrmiker, Professor und Vorstand der Abteilung für Textilchemie an der Technischen Hochschule in Karlsruhe
Rudolf Leonhard 1851–1921 jüdischer Rechtshistoriker, viermaliger Lehrstuhlinhaber; Rektor in Marburg und Breslau
Georg Leubuscher 1858–1916 Mediziner und Sozialreformer
Gustav von Mallinckrodt 1859–1939 Industrieller und Politiker
Gustav von Mallinckrodt
Ludwig Mond 1839–1909 Chemiker, Mitgründer der Brunner Mond Comp. in London, Vizepräsident der Chemical Society in London, Kunstsammler und Mäzen
Ludwig Mond (rechts)
Karl von Neidhardt 1831-1909 Gr. Hessischer Wirklicher Geheimer Rat, Gesandter und außerordentlicher Bevollmächtigter zum Bundesrat für Hessen-Darmstadt, Lippe und Schaumburg-Lippe
Paul Nethe 1849-1926 General der Infanterie
Paul Nethe als Heidelberger Rhenane
Gustav Krug von Nidda 1836-1918 Hessischer Staatsrat und stellv. Bevollmächtigter zum Bundesrat
Hermann Olfe 1884-1969 Industrieller, Vorstand der Gelsenkirchener Bergwerks AG
Hermann Olfe
Anton Opfergelt 1850-1915 Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses
Gerhard Paulus 1922-2002 Industrieller und Politiker, Mitglied des Landtages in Baden-Württemberg (FDP)
Alexander von Peez 1825-1912 Deutsch-österreichischer Politiker und Industrieller, Mitglied des österreichischen Abgeordnetenhauses und Herrenhauses
Alexander von Peez
Wilhelm Pfitzner 1853-1903 Professor für Anatomie an der Universität Straßburg
Wilhelm Pfitzner
Ernst Plagemann 1882-1953 Direktor und Miteigentümer der Danziger Eisen-Handelsgesellschaft mbH, Generaldirektor der Polnisch-Danziger Eisenkonzern AG, Vorstandsvorsitzender der Deutscher Eisenhandel AG in Berlin, Vorsitzender des Finanzrats der Freien Stadt Danzig, Aufsichtsratsvorsitzender Bank von Danzig
Franz Hermann Reschke 1871–1934 Regierungspräsident in Lüneburg
Franz Hermann Reschke
Hans Reschke 1904–1995 Oberbürgermeister und Ehrenbürger von Mannheim, stellv. Präsident und Ehrenmitglied des Deutschen Städtetages
Carl Rudolph 1841-1915 Verwaltungsjurist, kaiserlich japanischer Unterstaatssekretär
Franz Rotzoll 1850-1927 Präsident der Klosterkammer Hannover
Franz Rotzoll
Eugen Rümelin 1880-1947 Diplomat
Waldemar Scheithauer 1864-1942 Industrieller, Generaldirektor der Werschen-Weißenfelser Braunkohlen AG
Waldemar Scheithauer
Christian Schlichter 1828–1883 Oberbürgermeister von Wiesbaden
Carl Schmidt-Polex 1853–1919 Rechtsanwalt und Industrieller
Rudolf von Schoen-Angerer 1857-1943 Verwaltungsjurist, Regierungsvizepräsident in Minden, Breslau und Marienwerder
Heinrich Schnee 1871–1949 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Mitglied des Reichstages, Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft, bedeutender Vertreter des Kolonialrevisionismus in der Weimarer Republik
Heinrich Schnee
Albert Seelmann † 1919 Präsident der Oberzolldirektion für die Provinz Sachsen
Kurt Siemers 1873–1944 Hamburger Kaufmann, Reeder und Bankier
Kurt Siemers
Theodor Spaeth 1833-1911 Verwaltungsjurist, Mitglied des Reichstages (nationalliberal)
Wilhelm Spiritus 1854–1931 Oberbürgermeister und Ehrenbürger von Bonn, Mitglied des preußischen Herrenhauses
Wilhelm Spiritus
Carl Spude 1852-1914 Verwaltungsjurist, Landrat in Bochum, Oberregierungsrat in Arnsberg
Carl Spude
Ernst Stephann 1847-1897 Rittergutsbesitzer und Politiker, MdR
Johann Stobbe 1860-1938 Chemiker, Professor an der Universität Leipzig
Samuel Hanson Stone 1849-1909 US-amerikanischer Politiker und Auditor of Public Accounts des Staates Kentucky
Samuel Stone als Thüringer und Rhenane
Ernst von Sury 1850-1895 Schweizer Neurologe, Rechtsmediziner und Hochschullehrer
Ernst von Sury
Nikolaus von Werder 1856–1917 Verwaltungsjurist, Regierungspräsident von Königsberg (Preußen), Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
Nikolaus von Werder
Heinrich Weydmann 1848–1922 Schweizer Jurist und Politiker, Präsident des Kantonsgerichts in Appenzell Innerrhoden
Max Wirth 1822–1900 Journalist und Nationalökonom (Rhenania III, ab 1899 auch Rhenania IV)
Eduard Zacharias 1852–1911 Botaniker, Professor in Straßburg und Hamburg
Eduard Zacharias als Heidelberger Rhenane

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhart Berger, Detlev Aurand: ... Weiland Bursch zu Heidelberg... Eine Festschrift der Heidelberger Korporationen zur 600-Jahr-Feier der Ruperto Carola. Heidelberg 1986, S. 111–113.
  • Paul Bertololy: „Alt-Heidelberg – ewiger Studententraum“, 1962, Neudruck 1997 (Novelle. Freie Bearbeitung der Ereignisse um den Tod des Rhenanen Carl Specht, der 1855 im Duell fiel)
  • Florian Hoffmann: 100 Jahre Heidelberger Rhenanenhaus. Geschichte - Architektur - Umfeld. 1909-2009, Heidelberg 2009
  • Richard August Keller: Beiträge zur Geschichte der ersten Heidelberger Landsmannschaften. 1802-1806, Diss., Heidelberg 1914
  • Berthold Kuhnert: Geschichte des Corps Rhenania Heidelberg 1802–1869, 1913, ND Heidelberg 1997
  • Werner Lamprecht, Peter Kutter (Hrsg.): 150 Jahre Corps Rhenania Heidelberg 1849–1999, Heidelberg 1999
  • [Gerhard Müller]: Mitgliederverzeichnis des Corps Rhenania Heidelberg einschließlich seiner Vorverbindungen 1802-1999, Heidelberg 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard August Keller, Beiträge zur Geschichte der ersten Heidelberger Landsmannschaften 1802-1806, Heidelberg 1914, S. 12-22
  2. Richard August Keller: Beiträge zur Geschichte der ersten Heidelberger Landsmannschaften 1802-1806, Heidelberg 1914, S. 35
  3. a b Fritz Groos: Die 4 Hassia zu Marburg, Göttingen, Gießen und Heidelberg, ihre Zusammenhänge und ihre Geschichte. Einst und Jetzt, Bd. 3 (1958), S. 102–118.
  4. Florian Hoffmann: "Burschen heraus!" - Der Auszug der Heidelberger Studentenschaft nach Frankenthal im Jahre 1828, in: Frankenthal einst und jetzt 1/2, 2000, S. 48-51
  5. Detlev Grieswelle: Zur Soziologie der Kösener Corps 1870-1914, in: Christian Helfer, Mohammed Rassem (Hg.): Student und Hochschule im 19. Jahrhundert, Göttingen 1975, S. 356ff.
  6. Michael Wiest: Wo sich Corpsgeschichte und Zeitgeschichte begegnen. In: Lamprecht/Kutter: 150 Jahre Corps Rhenania Heidelberg a.a.O., S. 118-125
  7. Horst Schiller: Vom alten zum neuen Corpshaus, in: Lamprecht/Kutter: 150 Jahre Corps Rhenania Heidelberg a.a.O., S. 64-78

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Rhenania Heidelberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien