Corps Saxonia Jena

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Saxonias Wappen
Bundeszeichen in der Constituton von 1812
Couleur des Corps Saxonia Jena: Blaue Mütze, Corpsburschenband in dunkelblau-hellblau-weiß von unten mit silberner Perkussion, Fuchsenband in hellblau-weiß-hellblau
Corpshaus der Saxonia Jena
Zeichnung des Corpshauses von ca. 1910

Das Corps Saxonia Jena ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Das Corps vereint Studenten und Alumni der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Die Corpsmitglieder werden Jenaer/Jenenser Sachsen oder wie von altersher Jenschsachsen genannt.

Couleur[Bearbeiten]

Saxonia hat die Farben dunkelblau-hellblau-weiß (von unten gezählt) mit silberner Perkussion. Dazu wird eine dunkelblaue Studentenmütze getragen. Das Fuchsband ist hellblau-weiß-hellblau.

Der Wahlspruch des Corps ist Virtuti semper corona! (Deutsch: „Der Tugendhaftigkeit die Krone!“) Die beiden Wappensprüche sind Ehre, Frohsinn, Einigkeit – Neminem time, neminem laede! (Deutsch: „Fürchte niemanden, verletze niemanden!“)

Das Studentenwappen zeigt heraldisch oben rechts die Farben des Corps in zweifach schräglinks geteiltem Feld, links oben Zirkel, Kreuzbruch und Stiftungsdatum, rechts unten das Bundeszeichen mit gekreuzten Glockenschlägern und den Anfangsbuchstaben der Wappensprüche (EFE bzw. NTNL), links unten in Dunkelblau Treuhände mit Wolkenmanschette.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Corps Saxonia wurde unter dem Namen Landsmannschaft Altenburgia auf der Tanne am 13. Februar 1805 von Studenten an der Universität Jena gegründet (heute Friedrich-Schiller-Universität). Die Traditionen reichen aber noch weiter zurück. Bereits im Jahre 1768 wird eine Landsmannschaft Saxonia in den Quellen erwähnt. Für das Jahr 1792 sind die blau-weißen Farben für die Jenenser Sachsen belegt. Andere Sachsencorps haben, zum Teil in Variationen, von der alten Landsmannschaft Saxonia Jena die blau-blau-weiße Farbkombination übernommen, so nachweislich die Corps Saxonia Leipzig, Saxonia Halle und Saxonia Göttingen. Prägend im Alltagsleben und in der Ausrichtung für das Jenenser Sachsencorps blieb bis heute der Einfluss der auf besonderen Zusammenhalt abzielenden alten Studentenorden. Aufgrund seiner besonderen Geschichte geht Wilhelm Fabricius in seinem Standardwerk Die deutschen Corps ausführlich auf Saxonia Jena ein.

Am 13. Juni 1808 erfolgt die Umbenennung in Landsmannschaft Saxonia, die sich am 15. Juni 1815 auflöst, um zunächst nach einigem Widerstand lokalem Zwang der Zeit folgend in der in Jena neu entstehenden Burschenschaft (Urburschenschaft) aufzugehen, der jedoch kein langes Leben beschieden war und heute in den drei Burschenschaften Teutonia Jena, Germania Jena und Arminia Jena fortbesteht. Wie aus dem Archiv der Burschenschaft Germania hervorgeht existierte eine Burschenschaft Saxonia mit dem gleichen Couleur wie das spätere Corps von 1817 bis 1818. Am 7. Juni 1820 stiftete sich das Corps Saxonia.

Über den Jenenser SC ist das Corps Gründungsmitglied des Kösener Senioren-Convents-Verbandes, der 1848 in der Aula der Universität Jena gegründet wurde.[1] 1893 (und 1963 mittelbar in Bonn) war Saxonia das präsidierende Vorortcorps im KSCV und stellte den Vorsitzenden des oKC.

Im Jahre 1936 musste sich das Corps unter nationalsozialistischem Druck auflösen, existierte aber als SC-Kameradschaft Saaleck bis 1945 weiter.

Nach dem Krieg bildete die Saxonia Jena mit dem Corps Saxonia Bonn am 13. Februar 1951 einen gemeinsamen Corpsburschen-Convent (CC) unter dem Namen Corps Saxonia Jena et Bonn zu Bonn. Am 14. Dezember 1991 wurde die Trennung beider Corps beschlossen; Saxonia Jena kehrte 1993 nach Jena zurück. Es residiert seit Mitte der 90er Jahre wieder auf der Sachsenburg, dem 1898 im neoromantischen Stil errichteten Verbindungshaus.

Bedeutende Mitglieder[Bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurde ausgezeichnet:

  • Sean Patrick Saßmannshausen (2001)

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Czermak, Walther Plugge: Die Geschichte des Corps Saxonia zu Jena, 5 Bände, 1953.
  • Wilhelm Fabricius: Die Deutschen Corps. Eine historische Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des Mensurwesens, Berlin 1898 (2. Aufl. 1926)
  • Corps Saxonia Jena In: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 2, Berlin 1931, S. 872
  • Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände, Band 1, Würzburg 1981.
  •  Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. 1. Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 149-151.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Fabricius: Geschichte und Chronik des Kösener SC-Verbandes. Nach den Akten von Dr. W. Fabricius. G. Elwert´sche Universitätsbuchhandlung, Marburg 1907

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Saxonia Jena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien