Corps Starkenburgia Gießen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Wappen
Wappen
Land: Hessen
Universität: Justus-Liebig-Universität Gießen
Gründung: 26. August 1826 in Gießen
Verband: KSCV
Wahlspruch: Treue und Bruderliebe
Waffenspruch: Gladius ultor noster
Farben: Corpsburschen- und Fuchsenband des Corps Starkenburgia Gießen
Zirkel: Zirkel des Corps Starkenburgia
Adresse: Wilhelmstraße 38, 35392 Gießen
Website: http://www.corps-starkenburgia.de

Das Corps Starkenburgia ist eine schlagende und farbentragende Studentenverbindung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Farben sind rot-weiß-gold, die Studentenmütze rot. Der Wahlspruch lautet: Treue und Bruderliebe! Starkenburgia ist Mitglied des Gießener Senioren-Convents und damit des Kösener Senioren-Convents-Verbands.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 26. August 1826 stifteten Mitglieder des Gießener Corps Hassia die Starkenburgia mit den Farben grün-weiß-rot. Namensgebend war eine nach der Starkenburg bei Heppenheim an der Bergstraße benannte Provinz in Südhessen. 1828 wurden die Gießener Corps und somit auch die Starkenburgia nach schweren Auseinandersetzungen mit Burschenschaften von den Universitätsbehörden geschlossen. Eine Neugründung erfolgte 1833 mit den Farben rot-weiß-gold. Nach dem Hambacher Fest und dem Frankfurter Wachensturm kam es in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts zu einem fast vollständigen Erliegen des Korporationslebens an der Gießener Universität. Am 7. August 1840 traten die Starkenburger wieder öffentlich mit den Farben in Erscheinung, obwohl es nach den bestehenden Gesetzen noch verboten war. Den Verstoß gegen das Verbot begründeten sie damit, dass es sich um die hessischen Landesfarben handele (rot-weißer Löwe mit goldener Krone) und man ihnen diesen Patriotismus nicht verwehren könne. Bis 1920 war dieses Jahr das offizielle Stiftungsdatum. 1846 beteiligte sich das Corps am Auszug der Studenten auf den Staufenberg nach Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei. 1850 wurde mit einer Alt-Herren-Versammlung die Grundlage für das Lebensbundprinzip gelegt. 1894 wurde das Corpshaus eingeweiht. In den folgenden Jahren blühte das Korporationsleben in Gießen wie an allen anderen Universitäten auch. Eine große Zäsur war der Erste Weltkrieg, an dem sich knapp 100 Starkenburger beteiligten. 26 von ihnen fielen oder starben unmittelbar an Kriegsfolgen. Im Frühjahr 1919 wurde das Corpsleben wiederaufgenommen. 1920 wurde die Gründung des Corps von 1840 auf 1826 rückdatiert. Somit konnte Starkenburgia 1926 als erste Gießener Verbindung ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Im September 1935 löste sich das Corps aus freien Stücken auf, nachdem bekannt wurde, dass alle studentischen Verbände suspendiert werden sollten. Im Corpshaus wurde eine Kameradschaft untergebracht, die aber mit dem eigentlichen Korporationsleben nur wenige Gemeinsamkeiten hatte. Das Corpshaus wurde 1939 von der Wehrmacht beschlagnahmt, 1945 nahmen es die Amerikaner in Besitz. In Gießen gründete sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine studentische Vereinigung, die „Lese- und Redehalle“. Deren Mitglieder bildeten 1948 die erste Aktivengeneration der wiedergegründeten Starkenburgia, die 1949 von den Universitätsbehörden genehmigt wurde. Das Corpshaus wurde 1955 an das Corps zurückgegeben und im selben Jahr renoviert.

Im Januar 1950 gehörte Starkenburgia zu den 22 Corps, die sich in der Interessengemeinschaft zusammenschlossen und die Rekonstitution des KSCV vorbereiteten.

Starkenburgia war 1868, 1931 und 1967 präsidierendes Vorortcorps und stellte 1991 den Frankfurter Vorortsprecher.

Das Corpshaus[Bearbeiten]

Corpshaus in der Wilhelmstr. 38

Die Heimstatt der Starkenburger war in den ersten Jahrzehnten das Lokal Pulvermühle, damals außerhalb der Stadt an der Lahn gelegen. 1890 fand das Stiftungsfest erstmals nicht in Heppenheim, sondern in Gießen statt. Es wurden Pläne für den Bau eines eigenen Hauses erörtert. 1893 folgte die Grundsteinlegung auf dem erworbenen Grundstück in der Wilhelmstraße 38 und am 27. Oktober 1894 die feierliche Einweihung des Corpshauses. Bei der Planung orientierten sich die Architekten am Namen der Verbindung. Sie bauten ein der Starkenburg ähnliches Haus mit einem Turm und Zinnen. Das Haus wurde in der Folgezeit mehrfach umgebaut. Eine Erweiterung fand 1934 statt. Nach den Maßgaben der Nationalsozialisten sollte ein Verbindungshaus als Studentenwohnheim genutzt werden. Da das Haus bis dahin rein für Feierlichkeiten und zur Repräsentation genutzt wurde, waren umfangreiche Arbeiten nötig, um eine genügende Zahl an Wohnräumen zu schaffen. Nach dem Krieg erfolgten erneute Umbauarbeiten, außerdem wurde eine Wohnung für die Haushälter angebaut. Heute bietet das Haus Platz für sieben Bewohner, dazu Räume für Feste, eine Bibliothek, einen Sitzungsraum und einen großen Garten.

Verhältnisse (befreundete Corps)[Bearbeiten]

Die Starkenburgia unterhält enge Beziehungen zu den Kösener Corps Saxo-Borussia, Guestphalia Bonn, Silesia, Palatia-Guestphalia, Palaiomarchia, Palaiomarchia-Masovia Kiel, Rhenania Freiburg, Hassia-Gießen zu Mainz und Pomerania.

Bedeutende Mitglieder[Bearbeiten]

Ernst Schüler
Otto Vierheller, Vorsitzender des oKC 1931

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Fabricius, Karl Scharfenberg: Die Starkenburgia zu Gießen. Selbstverl. Gießen, 1890
  • Wilhelm Fabricius: Die deutschen Corps, Frankfurt/M. 1926

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Starkenburgia Gießen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien