Costa Concordia

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Costa Concordia
Costa Concordia 2011 im Hafen von Palma

Costa Concordia 2011 im Hafen von Palma

p1
Schiffsdaten
Flagge ItalienItalien (Handelsflagge) Italien
Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Klasse Concordia-Klasse (Typschiff)
Rufzeichen IBHD[1][2]
Heimathafen Genua
Eigner Costa Crociere S.p.A.[2]
Reederei Costa Crociere S.p.A.
Bauwerft Fincantieri – Cantieri Navali Italiani S.p.A. (Sestri Ponente, Italien)
Baunummer 6122
Baukosten 450 Mio. Euro[3]
Bestellung 6. April 2004[4]
Kiellegung 8. November 2004
Taufe 7. Juli 2006
Stapellauf 2. September 2005
Übernahme 29. Juni 2006
Verbleib Am 13. Januar 2012 auf Grund gelaufen und gekentert, Abwrackung in ital. Hafen geplant
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
290,2 m (Lüa)
247,4[4] m (Lpp)
Breite 35,5 m
Tiefgang max. 8,2 m
Verdrängung ca. 50.000 Tonnen[5]dep1
Vermessung 114.147 BRZ / 87.196 NRZ[2]
 
Besatzung 1100[6]
Maschine
Maschine Integrierter elektrischer Antrieb
2 × elektr. Propellermotoren (Converteam) je 21 MW
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
42.000 kW (57.104 PS)
Geschwindigkeit max. 22,5 kn (42 km/h)
Energie-
versorgung
6 × Schiffsdieselmotoren (Wärtsilä 12V46C) je 12,6 MW
Generator-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
75.600 kW (102.787 PS)
Propeller 2 × Festpropeller
2 × Balance-Ruder
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 3780[4]
Sonstiges
Klassifizierungen

Registro Italiano Navale

Registrier-
nummern

IMO: 9320544[2]

Die Costa Concordia war ein Post-Panamax-Kreuzfahrtschiff und zum Zeitpunkt der Indienststellung das größte italienische Kreuzfahrtschiff. Es gehörte der italienischen Reederei Costa Crociere, die Teil des britisch-US-amerikanischen und weltgrößten Kreuzfahrtunternehmens Carnival Corporation & plc ist. Das Schiff kollidierte am 13. Januar 2012 vor der Insel Giglio im Mittelmeer mit einem Felsen, schlug leck und liegt derzeit mit rund 65 Grad[7] Schlagseite unmittelbar nördlich des kleinen Hafens der Insel auf Grund.

Inhaltsverzeichnis

Schiffsmaße und Ausstattung [Bearbeiten]

Das Typschiff der Concordia-Klasse war mit 114.147 BRZ vermessen. Das Raumverhältnis betrug etwa 30 BRZ/Passagier (zum Vergleich Queen Mary 2: etwa 48 BRZ/Passagier, Ruby Princess: etwa 37 BRZ/Passagier, Oasis of the Seas: etwa 37,5 BRZ/Passagier). Die Reederei betreibt vier weitere Schiffe dieser Klasse, das letzte wurde im Mai 2012 ausgeliefert. Von den anderen Schiffen der Concordia-Klasse ist nur das Schwesterschiff Costa Serena weitgehend baugleich mit der Costa Concordia.

Das bunte Innendesign orientierte sich an den Ländern Europas, nach denen auch die Decks benannt wurden. Die Einrichtung führte der US-amerikanische Designer Joseph Farcus aus, der alle neuen Costa-Schiffe seit der Costa Atlantica sowie die meisten Carnival-Schiffe gestaltete. Das Schiff beherbergte das zum Zeitpunkt der Fertigstellung weltweit größte Wellness-Center an Bord eines Schiffes. Erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff gab es einen hydraulischen Formel-1-Simulator, der gegen Gebühr benutzt werden konnte.

Geschichte [Bearbeiten]

Bau und Jungfernfahrt 2006 [Bearbeiten]

Die Costa Concordia wurde am 8. November 2004 mit der Baunummer 6122 auf der italienischen Werft Fincantieri in Sestri Ponente auf Kiel gelegt und schwamm am 2. September 2005 im Baudock auf. Am 29. Juni 2006 wurde sie als bis dahin größtes italienisches Kreuzfahrtschiff an die Reederei Costa Crociere ausgeliefert. Die Taufe des Schiffes fand am 7. Juli 2006 im Hafen von Civitavecchia statt, Taufpatin war das tschechische Top-Model Eva Herzigová.[8] Als die Flasche nicht zerbarst, seien die anwesenden Seeleute entsetzt gewesen, weil ihnen das als schlechtes Vorzeichen gelte.[9] Die Jungfernfahrt begann am 15. Juli 2006 in Savona.

Zwischenfall 2008 [Bearbeiten]

Während heftiger Sturmböen rammte das Schiff am 22. November 2008 bei der Einfahrt in den Hafen von Palermo die Hafenanlagen. Dabei wurde die Costa Concordia leicht beschädigt.

Dreharbeiten 2010 [Bearbeiten]

2010 diente das Schiff als Kulisse für den Film socialisme, einen gesellschaftskritischen Film von Jean-Luc Godard.[10]

Havarie 2012 [Bearbeiten]

Hergang [Bearbeiten]

Die auf Grund liegende Costa Concordia, im Vordergrund einige Rettungsboote im Hafen von Giglio
Die beschädigte Bordwand. Im Rumpf steckt noch ein Stück des Felsens, mit dem das Schiff kollidierte.
Kollisionsstelle (unten) und endgültige Position (Mitte) der Costa Concordia vor der Insel Giglio
Die letzten Positionen der Costa Concordia

Die Costa Concordia lief am 13. Januar 2012 gegen 19 Uhr Ortszeit (MEZ) aus dem Hafen von Civitavecchia aus. Sie befand sich unter dem Kommando des 51-jährigen Kapitän Francesco Schettino auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer auf dem Weg nach Savona, von wo aus sie dann über Marseille, Barcelona, Palma und Cagliari Palermo anlaufen sollte. Die Costa Concordia war mit allen üblichen Navigationssystemen wie mehreren Radars, Echoloten, Satellitennavigation sowie digitalen Seekartensystemen ausgerüstet.[11]

Die Scole-Klippen (flache Steine, li.) südöstlich von Giglio Porto

Die auf der Route liegende Insel Giglio sollte sehr dicht unter der Ostküste passiert werden. Nach Berichten von Passagieren und den Daten des Automatischen Identifikationssystems (AIS) kollidierte das Schiff nach einem Kursänderungsmanöver gegen 21:45 Uhr mit einem vorgelagerten Felsen.[12][13][14] Der Voyage Data Recorder (VDR) des Schiffs registrierte den Kollisionszeitpunkt mit 21:45 Uhr und 7 Sekunden[15] sowie den Kollisionsort auf der Position 42° 21′ 41″ N, 10° 55′ 50″ O42.36138888888910.930555555556, in deren unmittelbarer Nähe ein Felsen liegt, der dem Riff Le Scole vorgelagert ist.[16][17] Le Scole befindet sich knapp südöstlich des Ortes Giglio Porto in unmittelbarer Landnähe.[18] Am 16. Januar suchten Taucher der Carabinieri nach der Kollisionsstelle. An einem Felsen, welcher der Insel Scola piccola vorgelagert ist, fanden und fotografierten sie in circa acht Metern Tiefe Blechstreifen sowie Schleifspuren. Dieser Punkt ist etwa 95 m von der Küstenlinie entfernt.[19][20]

In der Backbordseite des Schiffs klafft ein etwa 70 m langer Riss. Auf Bildern deutlich sichtbar ist ein mehrere Meter großes Felsstück, das im Rumpf steckt. Nach Angaben der Feuerwehr gibt es auch auf der Steuerbordseite des Schiffs Beschädigungen des Rumpfes. Die im Baujahr gültigen Bauvorschriften verlangten, dass bei einem Leck bis zwölf Meter Länge die Stabilität des Schiffes nicht gefährdet sein darf.[21] Laut Angaben des Technischen Offiziers der Costa Concordia waren schon kurz nach der Kollision fünf Abteilungen geflutet, die Stabilität des Schiffes war jedoch nur bei bis zu zwei gefluteten Abteilungen gesichert.[22][23]

Laut eigener Darstellung versuchte Kapitän Schettino, den Hafen der Insel Giglio anzusteuern, nachdem Wasser in das Schiff eingetreten war, um die Bergung zu erleichtern und eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Aus den Auswertungen des VDR und der Sprachaufzeichnungen ergibt sich jedoch, dass das Schiff schon wenige Minuten nach der Kollision nicht mehr manövrierfähig war, da die Maschinenräume überflutet waren.[24] Zum Zeitpunkt des Unglücks wehte im Canale dell'Argentario ein Wind aus Nordost mit ca. Stärke 4.[25] Dazu existiert auch eine Simulation des Maritimen Simulationszentrums Warnemünde, die ergibt, dass die Schiffsbewegung nach der Kollision bis zur Endlage zufällig durch Wind und Strömung entstanden ist.[26] Den GPS-Daten zufolge bewegte sich das Schiff nach der Kollision vor der Inselküste in einer Schleife in Richtung Hafen, bevor es in seine Endlage entgegen der ursprünglichen Fahrtrichtung kam.[27] Auch die beiden Buganker fielen erst bei dieser Position. Das Schiff liegt seitdem mit zirka 65 Grad Schlagseite auf der Position 42° 21′ 57″ N, 10° 55′ 18″ O42.36583333333310.921666666667 auf Grund.[7]

Viele der rund 3200 Passagiere der Costa Concordia saßen beim Abendessen, als das Kreuzfahrtschiff auf Grund lief. Ein heftiger Stoß habe laut Passagieren das Schiff erschüttert. Zunächst (gegen 21:54) sprach die Schiffsführung von einem Problem mit der Energieversorgung. Um 22:30 wurde das Hornsignal zur Evakuierung des Schiffs gegeben und gegen 22:36 wurden die Passagiere aufgefordert, ihre Rettungswesten anzulegen und sich auf das Bootsdeck zu begeben.[28] Einige Reisende sprangen während der Rettungsaktion über Bord und schwammen an Land, da die Insel Giglio nur wenige hundert Meter von der Unglücksstelle entfernt liegt. Die Wassertemperatur im umgebenden Meer betrug zum Unglückszeitpunkt etwa 14 °C.[29]

An Bord waren zum Unglückszeitpunkt 4229 Menschen, davon etwa 1000 Besatzungsmitglieder.[30] Unter den Passagieren befanden sich etwa 1000 Italiener, 566 Deutsche, 160 Franzosen, 111 Russen, 69 Schweizer, 77 Österreicher – unter ihnen der Bürgermeister von Salzburg, Heinz Schaden[31] – sowie 120 US-Amerikaner.[32] Unter den Passagieren waren auch einige Rollstuhlfahrer.[33]

Rettungsaktion und Opfer [Bearbeiten]

Rettungsinseln und -leitern auf der Backbordseite der Costa Concordia
Gerettete Passagiere warten in Giglio Porto auf eine Passage zum Festland
Das Löschboot VF M07 in Giglio Porto am Morgen des 14. Januar. Im Hintergrund sind leere Rettungsboote und die havarierte Costa Concordia zu erkennen.

Nachdem die zuständige Leitstelle der Capitaneria di Porto in Livorno (Teil der Küstenwache Guardia Costiera) um 22:06 Uhr zufällig von der Havarie erfahren hatte und diese in einem Gespräch mit dem Schiff um 22:14 Uhr bestätigt wurde – allerdings zunächst nur als Stromausfall –, wurden nach und nach alle verfügbaren Einheiten der Küstenwache und anderer Stellen ausgesandt. Das erste Boot, die G104 der Guardia di Finanza, war um 22:39 Uhr vor Ort und wurde von der regionalen Leitstelle zur Koordination der Seenotrettung (MRSC) in Livorno zum On-Scene-Commander (siehe IAMSAR) nominiert. Weiterhin waren bereits ab etwa 23 Uhr alle drei Inselfähren der Gesellschaften Toremar und Maregiglio im Einsatz sowie ab 00:20 Uhr umschichtig insgesamt acht Hubschrauber, darunter zwei Sea-King-SAR-Maschinen der Aeronautica Militare. Auch zwei in der Umgebung befindliche Großfähren sowie mehrere weitere Schiffe kamen zu Hilfe.[34] In einem Auszug aus dem Funktagebuch des MRSC für den Zeitraum zwischen dem 13. Januar um 22:00 Uhr und dem 14. Januar um 06:00 Uhr sind viele Details der Einsatznacht dokumentiert.[34]

Die meisten Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten in Rettungsbooten und mit den zu Hilfe gekommenen Schiffen auf die nur wenige hundert Meter entfernte Insel Giglio gebracht werden. Als das Kreuzfahrtschiff immer mehr Schlagseite bekam, wurden auch die Hubschrauber direkt zur Rettung eingesetzt. Rettungsmannschaften berichteten, sie hätten bis zu 150 Menschen aus dem Meer gerettet und an Land gebracht. Das Schiff wurde bis circa 4:45 Uhr vollständig evakuiert. Gemäß Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) müssen Evakuierungen in 80 Minuten möglich sein,[35] dies gilt allerdings für Übungen auf einem intakten Schiff. Ein in der Dunkelheit mit einer Wärmebildkamera von einem Hubschrauber aus aufgenommenes Video der Küstenwache zeigt auf der Backbordwand des fast auf der Seite liegenden Schiffs in einer langen Reihe stehende Menschen, die darauf warten, über eine herabgelassene Rettungsleiter in die herbeieilenden Boote zu gelangen.[36] Da auf der Insel Giglio nicht alle Passagiere untergebracht werden konnten, brachte man mit allen verfügbaren Fähren der umliegenden Häfen noch in der Nacht viele Gerettete nach Porto S. Stefano auf das Festland.[34]

Nach Abschluss der eigentlichen Bergungsaktion wurden im Lauf des 15. Januar noch drei Überlebende aus dem Schiffsrumpf gerettet, ungefähr 50 Personen wurden zu diesem Zeitpunkt vermisst.[37] Rund 30 Menschen wurden verletzt. 12 Personen starben noch während der Rettungsaktion oder wurden tot aus dem Meer geborgen.[38] Für die Suche nach den Opfern wurde auch ein Tauchroboter eingesetzt.[39] Im Verlauf der Suchaktion wurden bis Ende Januar fünf Leichen gefunden, bis Ende März 2012 wurden weitere dreizehn Todesopfer im Wrack entdeckt. Damit beläuft sich die Zahl der gefundenen Leichen auf 30, die Mitte April alle identifiziert waren.[40] Zwei Menschen werden noch vermisst.[41][42] Unter den insgesamt wahrscheinlich 32 Opfern befinden sich zwölf Deutsche, sieben Italiener, sechs Franzosen, zwei Peruaner, zwei US-Bürger sowie ein Inder, ein Spanier und ein Ungar.[43]

Die Passagiere wurden in Schulen, Hotels und Kirchen versorgt. In der italienischen Presse wurde der Einsatz der Gigliesen hervorgehoben, sowohl bei der eigentlichen Rettung als auch später bei der Versorgung der Schiffbrüchigen. Da die Insel Giglio insgesamt nur rund 1400 Einwohner hat, war die kurzfristige Unterbringung von mehreren tausend Personen nicht einfach. Einige Passagiere berichteten, dass sie ohne ihre Schuhe in die Rettungsboote steigen mussten und dann von Bewohnern der Insel Schuhe gereicht bekamen. Andere Passagiere berichten, dass man ihnen ohne Weiteres Geld für die Rückfahrt in die Hand gedrückt habe.[44] Am 1. Juni 2012 wurde den Bewohnern der Insel Giglio durch den Präsidenten der Region Toskana das silberne Banner der Region Toskana verliehen mit der Begründung, sie hätten „mit ihrer mutigen und solidarischen Hilfe den harten Schlag, den das Verhalten des Kapitäns ihrem Land zugefügt hat, wiedergutgemacht“.[45]

Ermittlungen [Bearbeiten]

Nächtliche Suche nach Überlebenden am 14. Januar 2012

Kapitän Francesco Schettino sowie seinem Ersten Offizier, Ciro Ambrosio, werden neben dem Verdacht der fahrlässigen Tötung und der Herbeiführung eines Schiffbruchs (in Italien ein eigener Straftatbestand) vorgeworfen, das Schiff schon Stunden vor Abschluss der Evakuierung verlassen zu haben.[46] Schettino wurde nach seiner Einvernahme auf Antrag der italienischen Staatsanwaltschaft in Grosseto in Untersuchungshaft genommen, am 17. Januar nach der Haftprüfung jedoch unter Auflagen (Hausarrest) freigelassen.[47] Der Hausarrest wurde bei einer Überprüfung durch ein Obergericht in Florenz am 6. Februar 2012 bestätigt.[48] Am 22. Februar hat die Staatsanwaltschaft Grosseto die Ermittlungen auf drei Angestellte der Reederei (Vizepräsident Manfred Ursprunger, Krisenstabsleiter Roberto Ferrarini und Fleet Superintendent Paolo Parodi) und vier weitere nautische Offiziere (Andrea Bongiovanni, Roberto Bosio, Silvia Coronica und Salvatore Ursino) ausgedehnt.[49] Auch ihnen wird fahrlässige Tötung, Herbeiführung eines Schiffbruchs sowie unterlassene Unterrichtung der Behörden vorgeworfen. Eine erste Anhörung im Beweissicherungsverfahren fand am 3. März 2012 in einem Theater in Grosseto statt. Dabei wurden die Anschuldigungen gegen den Kapitän um die Beschädigung geschützter Gebiete erweitert. Weiterhin wurde die Liste der Fragen, die durch die Auswertung des Voyage Data Recorders beantwortet werden sollen, diskutiert und festgelegt.[50] Ab dem 9. März 2012 wurden die verschiedenen Aufzeichnungsgeräte von Sachverständigen unter Aufsicht untersucht.[51] Der abschließende Beweissicherungstermin fand am 15. Oktober 2012 ebenfalls in Grosseto statt. Große Teile der vorgelegten Gutachten sind vorab italienischen Zeitungen zugespielt worden und im Internet verfügbar.[11][52]

Laut seiner Aussage bei der Haftprüfung wählte Schettino den nahen Kurs, um seinen ehemaligen Kollegen Mario Terenzio Palombo zu grüßen,[53] mit dem er während des Manövers telefonierte – der sich jedoch laut eigener Aussage nicht auf der Insel befand. Er habe dies schon mehrmals getan, habe aber diesmal zu spät gedreht. In einem ersten Interview hatte Schettino erklärt, der Felsen sei in der Seekarte nicht eingezeichnet gewesen. Medienberichten zufolge hatte die Schwester des Oberkellners Antonello Tievoli auf dem sozialen Netzwerk Facebook angekündigt, dass die Costa Concordia bald ganz nah vorbeifahren werde.[54] Das mehrfache dichte Passieren der Insel Giglio durch Costa-Schiffe im Jahr 2011 ist durch Fotos und Videos belegt.[55][56] Ebenfalls im Jahr 2011 bedankte sich der Bürgermeister von Giglio beim damaligen Kapitän nach einer solchen Vorbeifahrt schriftlich.[57][58] Diese – von Kreuzfahrtschiffen oft ausgeübte – Praxis ist in Italien offenbar unter dem Namen „inchino“ (dt.: „Verneigen“) bekannt. Während das Schiff in Höhe eines Ortes oder Hafens ist, werden dabei die Schiffshörner betätigt.[59]

Der Mitschnitt eines Telefonats zwischen dem Kommandanten des MRSC Livorno, Gregorio Maria De Falco, und Schettino um 01:46 Uhr weist nach, dass letzterer sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an Bord befand, obwohl die Evakuierung noch in vollem Gange war.[60] De Falco wies ihn und den Ersten Offizier energisch an, sofort an Bord zurückzukehren. Kopien dieses Mitschnitts, in dem auch Schimpfworte verwendet wurden, kursierten nach dem Unglück in den italienischen und internationalen Medien. Schettino verließ das Schiff nach Berichten der Hafenkommandantur bereits kurz nach Mitternacht und betrat es danach nicht mehr.[61][62]

Welche Rolle die Reederei Costa Crociere bei Kursplanungen ihrer Schiffe spielte, ist zurzeit nicht hinreichend geklärt. Bereits 2005 soll es bei der Costa Fortuna nach Aussagen eines Bordfotografen zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein, der jedoch vertuscht wurde. Die Reederei wies diese Darstellungen zurück.[63][64]

Die Sachverständigenkommission, die vom Richter für Vorermittlungen in Grosseto eingesetzt wurde und die vor allem alle Daten der Aufzeichnungsgeräte sichten und aufarbeiten sollte, kam gemäß dem 270-seitigen Abschlussbericht unter anderem zu folgenden Ermittlungsergebnissen:[11][52]

  • Die im Abfahrtshafen Civitavecchia vorgenommene Kursplanung mit der dichten Passage unter Giglio (von der der Kapitän dann nochmals abwich) war fehlerhaft, u.a. da mögliche Gefahren dieses Kurses durch den Navigationsoffizier nicht benannt wurden und keine Detailkarte der Küste der Insel zur Verfügung stand.
  • Nicht alle Besatzungsmitglieder kannten ihre Rolle bei einer Rettungsaktion (oder nannten eine andere als die vorgesehene); bei einigen waren die vorgeschriebenen Nachweise über die Rettungsausbildung nicht vorhanden oder abgelaufen.
  • Die Mischung der offiziellen Bordsprache italienisch mit der „Umgangssprache“ Englisch hat vor und nach der Kollision zu Problemen geführt; u.a. hat der Rudergänger teilweise auf Englisch gegebene Kommandos falsch verstanden.
  • Der Kapitän kam für ein derartiges Manöver viel zu spät auf die Brücke, brachte Personen mit, die nicht auf der Brücke hätten sein dürfen, telefonierte dann in kritischen Momenten mit einem ehemaligen Kollegen über sein Mobiltelefon.
  • Er versäumte es, das Tempo auf ein für ein derartiges Manöver vertretbares Maß zu reduzieren, einen Ausguck zu bestimmen und sich von den Offizieren bei Übernahme des Kommandos über die Situation zu informieren.
  • Die Kollision führte durch den langen Riss zu einem sofortigen Fluten beider (durch Schotten getrennter) Maschinenräume und des Hauptschaltraums, so dass das Schiff wenige Minuten nach der Kollision ohne Antrieb und mangels Ruderkontrolle vollkommen manövrierunfähig war (insgesamt waren 5 Abteilungen geflutet, die Stabilität war nur bis zu zwei Abteilungen gesichert).
  • Die vollständige Flutung von mindestens drei Abteilungen waren der Schiffsführung 15 Minuten nach der Kollision bekannt und somit hätte sie zu diesem Zeitpunkt zwingend das MRCC verständigen und die Evakuierung vorbereiten müssen, was aber nicht geschah.
  • Der Notstromgenerator sprang aus nicht geklärten Gründen nicht automatisch an; nach dem Starten per Hand schaltete er sich wegen eines nicht funktionierenden Kühlkreislaufs immer wieder ab. Alle Prüfungen in der letzten Zeit waren jedoch ohne Befund gewesen, so dass dies als nicht vorhersehbar gewertet wurde.
  • Keine der zum Lenzen vorgesehenen Pumpen konnte benutzt werden, da sie teilweise geflutet waren und teilweise keine Stromversorgung hatten. Aber auch der Einsatz aller Pumpen hätte das Schiff nach Aussage der Gutachter nicht retten können.
  • Die Endlage vor der Insel ist durch Wind und Strömung entstanden, die Besatzung hatte keinen Anteil daran. Die Anker fielen erst, als das Schiff die Endlage fast erreicht hatte und konnten somit ebenfalls keinen Einfluss entfalten.
  • Bei der Rettungsaktion wurden zunächst die Boote und Inseln der Landseite benutzt, obwohl klar war, dass mit zunehmender Neigung die Nutzung der seeseitigen Rettungsmittel unmöglich werden würde.
  • Die Besatzungen der Rettungsmittel waren nur selten die eigentlich vorgesehenen, so dass manche Boote oder Inseln mit mehreren ausgebildeten Personen, andere nur mit Personal ohne Rettungsausbildung besetzt waren.
  • Der Kapitän und die meisten Offiziere haben das Schiff verlassen, obwohl noch mehrere hundert Personen an Bord waren.

Strafverfahren [Bearbeiten]

Am 25. Februar 2013 gab die Staatsanwaltschaft Grosseto bekannt, dass sie die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen Kapitän Francesco Schettino beantragt hat (strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen ihn: mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie, vorzeitiges Verlassen des Schiffs, Zurücklassen Hilfsbedürftiger, Verweigerung der Zusammenarbeit mit den Behörden). Weiterhin werden die Offiziere Ciro Ambrosio und Silvia Coronica, der Rudergänger Jacob Rusli Bin, der Hoteldirektor Manrico Giampedroni sowie der Leiter der Krisenkoordinationsstelle von Costa Crociere, Roberto Ferrarini, wegen verschiedener Delikte angeklagt.[65][66] Sowohl die Havarie (Codice Penale § 428[67]) als auch das vorzeitige Verlassen des Schiffs durch die Schiffsführung (Codice della Navigazione §§303,1097[68][69]) sind im italienischen Straf- beziehungsweise Seerecht eigenständige Tatbestände. Die Klageschrift ist online verfügbar.[70] Am 15. Mai 2013 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Grosseto bei allen Angeklagten außer Kapitän Schettino den Anträgen auf Strafzumessung ohne Verfahren nach Art. 444 der italienischen Strafprozessordnung (Codice di procedura penale) zugestimmt hat. Bei diesem Verfahren schlägt der Angeklagte selber eine Strafe vor, die die Staatsanwaltschaft akzeptieren kann und über die dann noch vom Gericht entschieden werden muss, was voraussichtlich im Juli geschehen wird. Die fünf Beschuldigten haben Gefängnisstrafen zwischen 18 und 34 Monaten vorgeschlagen. Im Fall Schettino wurde ein Vorschlag von 40 Monaten Freiheitsstrafe hingegen von der Staatsanwaltschaft als „lächerlich“ abgelehnt. Es wird somit eventuell nur gegen den Kapitän zu einem vollständigen Hauptverfahren kommen, in dem diesem laut Meldungen 20 Jahre Haft drohen. Gegen die Verfahrensbeendigung in den anderen Fällen kann allerdings noch Einspruch erhoben werden. Der zuständige Richter hat entschieden, dass der Prozess gegen Schettino am 6. Juli 2013 in Grosseto beginnen soll; gleichzeitig hob er den gegen den Kapitän verhängten Hausarrest auf.[71][72][73][74]

Details zur Rettungsaktion [Bearbeiten]

  • Auf einem Video von der Brücke, das gegen 22:15 Uhr gefilmt wurde, ist zu sehen und zu hören, dass die Schiffsführung selbst ziemlich verunsichert war und keine klaren Entscheidungen traf.[75]
  • Ein weiteres Video zeigt das Wassern einiger Rettungsboote mit offensichtlichen Problemen.[76]
  • Die Schiffsführung erwähnte erstmals um 22:10 Uhr in einem – vom MRSC Livorno initiierten – Telefongespräch Probleme, in diesem Telefonat wurde jedoch auch auf Nachfrage nur von einem defekten Generator gesprochen (in Livorno waren Berichte von Passagieren aufgelaufen, die bereits Schwimmwesten anhatten). Erst um 22:30 Uhr bekamen die Behörden Nachricht über den Wassereinbruch.[77] Um 22:58 Uhr wurde der Befehl gegeben, das Schiff zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten jedoch einige Offiziere und Passagiere die Evakuierung bereits auf eigene Faust begonnen.[78]
  • Der Vizebürgermeister von Giglio stieg laut einem Interview in der Nacht des Unglücks mit Hilfe einer der Strickleitern auf die Costa Concordia und suchte zunächst einen Verantwortlichen, um die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Nachdem er in zwanzig Minuten niemanden gefunden hatte, half er zunächst allein den Passagieren auf der Steuerbordseite beim Verlassen des Schiffes. Als sich das Schiff stärker neigte und die Steuerbordseite im Wasser versank, befanden sich nach seinen Angaben noch circa 500 Personen im Schiffsinneren, die durch die steiler werdenden Flure nicht mehr auf die Backbordseite hochkamen. Zusammen mit einem Schiffsoffizier brachte er eine Leiter an und brachte, zusammen mit zwei weiteren Helfern, die Passagiere auf die Außenhaut des Schiffes. Er gibt an, dieser Offizier sei der einzige Schiffsoffizier gewesen, den er an Bord gesehen habe.[79]

Reaktion der Reederei [Bearbeiten]

Die Reederei Costa Crociere nannte das Unglück eine „bestürzende Tragödie“.[80] Am 15. Januar räumte die Reederei in ihrem Blog ein, dass die Schiffsführung offenbar mehrere Fehler gemacht habe. Unter anderem wurde ein Kurs zu nah an der Küste gewählt. Weiterhin habe sich die Schiffsführung bei der Organisation der Rettung nicht an die Standards der Reederei, die den internationalen Regeln entsprächen oder über sie hinausgingen, gehalten. Die Reederei weist darauf hin, dass alle Besatzungsmitglieder das Ausbooten regelmäßig alle 14 Tage trainieren und weitere Schulungen und Unterweisungen stattfinden.[81] Den Reisenden bot die Reederei eine Entschädigung von 11.000 Euro für materielle Verluste sowie die Rückerstattung von 3000 Euro Reisekosten an.[82] Bei der Anhörung im Oktober 2012 gab die Reederei an, zwei Drittel der Überlebenden hätten die pauschale Entschädigung von 11.000 € angenommen. In derselben Anhörung wurde der Reederei vorgeworfen, dass ihr Krisenstab Informationen über die Lage nicht sofort an die Capitaneria di Porto weitergegeben habe, was diese mit Hilfe eines eigenen Gutachtens zurückwies.[83]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Im September 2012 erhielt die Besatzung des Schiffes den Titel Seafarer of the Year, um ihr vorbildliches Verhalten während des Schiffbruchs anzuerkennen.[84]

Im Januar 2013 wurden die Gemeinden von Giglio und Monte Argentario mit der Goldmedaille für bürgerliche Verdienste vom Präsidenten der Italienischen Republik für das Engagement der Bürger bei der Rettung Überlebender der Costa Concordia ausgezeichnet.[85]

Bergung des Schiffes [Bearbeiten]

Die Kranplattform Meloria bei Vorbereitungsarbeiten fürs Abpumpen des Treibstoffs Ende Januar 2012

Die etwa 2200 Tonnen Treibstoff (Schweröl) und 180 Tonnen Schmierstoff an Bord stellten nach der Havarie eine erhebliche Gefährdung für die Umwelt dar, insbesondere auch für mehrere Naturreservate in der Umgebung des Monte Argentario[86] und das ökologisch wertvolle Meeresgebiet um die toskanischen Inseln, einem Bestandteil des Parco nazionale dell’Arcipelago Toscano[87] und des multinationalen Walschutzgebiets Pelagos. Daher wurde am 20. Januar für die Umgebung der Unglücksstelle der Notstand ausgerufen.[88] Die Reederei betraute Experten der Smit Internationale sowie den italienischen Bergungsspezialisten Neri mit dem Leeren der Treibstofftanks; ab Mitte Januar war die Kranplattform Meloria der Neri Group für die Arbeiten vor Ort.[89] Am 22. März 2012 gaben die Einsatzkräfte bekannt, dass die Abpumparbeiten fast beendet waren und sich nur mehr kleine Reste an Schweröl im Schiffswrack befanden.[90]

Wrack mit Bergungsplattform vom Flugzeug aus (Juli 2012)

Die Bergung des Schiffs ist die größte je vorgenommene Operation dieser Art.[91] Anfang März 2012 hatten acht Firmen Vorschläge zur Bergung eingereicht;[92] in die Endauswahl kamen zwei davon (diejenigen des Smit-Neri-Konsortiums und der US-Firma Titan Salvage). Beide Vorschläge sahen vor, das Schiff aufzurichten und in einem Stück zu bergen, was von den Inselbewohnern gefordert worden war.[93] Im April 2012 erhielt Titan Salvage in Kooperation mit den italienischen Micoperi Marine Contractors von der Reederei den Zuschlag zur Bergung.[94][95] Das Wrack soll am Stück aufgerichtet und schwimmfähig gemacht werden. Hierzu soll zunächst auf der Seeseite eine Unterwasserplattform errichtet werden, die ein weiteres Absacken in Richtung Meeresboden verhindert. Dann soll mit rundum angeordneten Caissons, die nach und nach mit Luft gefüllt werden, das Schiff aufgerichtet und die Schwimmfähigkeit wiederhergestellt werden. Das Konsortium hat ein Video mit Erläuterungen zu den einzelnen Maßnahmen veröffentlicht.[96] Das Schiff soll nach der Bergung verschrottet werden;[97] die Bergung am Stück, die von der Region Toskana und der Insel Giglio favorisiert wurde, ist mit vorgesehenen Kosten von circa 300 Mio US-Dollar deutlich teurer als ein Abwracken vor Ort. Die Vorbereitungsarbeiten für den Abtransport begannen im Mai 2012; die Hubinsel Micoperi 61 mit 100-t-Kran und andere Fahrzeuge von Smit und Micoperi sind vor Ort.[98]

Im Oktober 2012 erklärte Franco Gabrielli, Chef des italienischen Zivilschutzes, dass das gekenterte Schiff mit zweimonatiger Verspätung gesichert sei und nicht mehr absinken oder auseinanderbrechen könne. Es wird geplant, mit Hilfe von Tauchern einen Betonboden unter der Costa Concordia mit großen Streben für Plattformen anzulegen. Im Frühjahr 2013 werde versucht, das Schiff aufzurichten.[99]

Das Schiffswrack wird nach dem Heben voraussichtlich in den Hafen von Piombino (ca. 40 km entfernt) gebracht, der zu diesem Zweck extra vertieft und erweitert wird, und dort abgewrackt.[100]

Ende 2012 erklärte der zuständige Projektchef, dass sich die Kosten der Bergung auf etwa 400 Millionen Dollar (entspricht ca. 305 Millionen Euro) belaufen würden. Das Vorhaben wäre somit wesentlich teurer als geplant und nur 145 Millionen Euro weniger, als der Bau des Schiffes gekostet hat.[101][102]

Folgewirkungen [Bearbeiten]

Das Wrack von Giglio Porto gesehen (Sommer 2012)

Am 1. März 2012 unterzeichneten der Umwelt- und der Wirtschaftsminister Italiens eine Verordnung, die derartige Vorfälle in Zukunft verhindern soll. Schiffe mit einer Größe von über 500 Tonnen müssen in Zukunft einen Mindestabstand von zwei Seemeilen von allen Nationalparks einhalten. Für die Bereiche der Lagune von Venedig und des Walschutzgebietes Pelagos (in dem die Unfallstelle liegt) sollen eigene Regelungen erarbeitet werden. Das Dekret wird in der italienischen Presse als „Anti-Verneigungs-Dekret“ bezeichnet.[103] Im Mai 2012 gab die Reederei Costa Crociere bekannt, dass sie in Zukunft die Bewegungen aller ihrer Einheiten in Echtzeit kontrollieren, die Befugnisse des Kapitäns beschneiden und die Passagiere bereits vor der Abfahrt der Schiffe über das Verhalten in Notfällen aufklären werde.[104]

Der erste Mechaniker, der Bulgare Petar Petrow, wurde für seinen Einsatz bei der Rettung von rund 500 Passagieren mit dem Bürgerpreis des Europäischen Parlaments geehrt. Petrow war unter den drei letzten Mitgliedern der Mannschaft, die das Kreuzfahrtschiff erst verließen, nachdem die Küstenwache die Rettungsaktion gänzlich unter Kontrolle gebracht hatte.

Das Maritime Safety Committee der International Maritime Organization hat auf seiner jährlichen Sitzung im November 2012 unter anderem angekündigt, die Regeln für das Abhalten von Rettungsübungen neu zu formulieren; es soll jeder Passagier bereits vor dem Ablegen des Schiffs oder kurz danach an einer Rettungsübung teilnehmen.[105]

Am ersten Jahrestag des Unglücks wurde der Opfer gedacht. Ein Teil des Felsens, den das Schiff damals abgerissen hatte, wurde mit einer Gedenktafel versehen und an seinen ursprünglichen Ort gesetzt. Der Bürgermeister von Giglio, Vertreter der Reederei Costa Crociere und Angehörige von Opfern brachten den Felsen auf einem Schiff zu dem Riff. Erzbischof Guglielmo Borghetti hielt nahe der Unglücksstelle eine Messe und dankte den Bewohnern von Giglio, die nach dem Unglück zum Hafen geeilt waren, um den Schiffbrüchigen zu helfen. Für Empörung sorgte die Reederei, indem sie die Überlebenden aufforderte, nicht zu der Gedenkfeier zu kommen – aus Platzgründen.[106]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. „Costa Concordia“ auf vesseltracker.com, aufgerufen am 17. Januar 2012.
  2. a b c d Equasis – France-Ministry for Transport: Administrative Daten der „Costa Concordia“. Abgerufen am 14. Januar 2012.
  3. tagesschau.de Drei Tote nach Kreuzfahrt-Katastrophe, 14. Januar 2012.
  4. a b c Registro Italiano Navale: Technische und administrative Daten der „Costa Concordia“. Abgerufen am 14. Januar 2012.
  5. FAZ 323 sowie Angabe zum (allerdings nicht baugleichen) Schwesterschiff:Ships and shipping okt. 2009 S. 22.
  6. Technische Daten der Costa Concordia.
  7. a b Frontalansicht des havarierten Schiffs.
  8. Fincantieri: The new flagship Costa Concordia, the largest Italian and European cruise vessel, christened and feted in the Port of Rome. 7. Juli 2006, abgerufen am 14. Januar 2012.
  9. Champagnerflasche bei der Taufe nicht zerborsten.
  10. Unglücksschiff war Filmkulisse, Spiegel Online, 17. Januar 2012.
  11. a b c Relazione tecnica dei consulenti nominati dal GIP del tribunale di Grosseto.
  12. Costa Concordia: Drei Tote bei Kreuzfahrtschiff-Unglück vor Italien, Die Welt, 14. Januar 2012 (abgerufen am 14. Januar 2012).
  13. Das Protokoll des Costa Concordia-Unfalls, B.Z. Berlin, 14. Januar 2012.
  14. AIS-Positionen kurz vor und nach der Kollision.
  15. Relazione Tecnica dei Consulenti nominati del GIP del tribunale di Grosseto (iltirreno.it), S. 85, abgerufen am 25. September 2012.
  16. Luftbildaufnahme von „Le Scole“.
  17. Rekonstruktion Kollisionspunkt als PDF-Datei.
  18. Nave fuori rotta per salutare con le sirene, Primocanale, 14. Januar 2012, 20:18 Uhr.
  19. Crew Mutinied on Behalf of Passengers, Corriere della Sera - English, 17. Januar 2012.
  20. la foto dell'urto alle Scole e la ricostruzione definitiva dell'incidente.
  21. Rumpf bot nur Schutz gegen kleinere Lecks, Spiegel Online, 16. Januar 2012.
  22. iltirreno.it Cronaca 23-01-2012 16:39 'Ufficiale guardia macchina: Le pompe non funzionavano'.
  23. Relazione Tecnica dei Consulenti nominati del GIP del tribunale di Grosseto (iltirreno.it), S. 101, abgerufen am 25. September 2012.
  24. La manovra di accostamento è stata solo un caso, Il Tirreno, 16. Januar 2012.
  25. Diskussion des Unglücks auf farevela.net, dort Zitat eines Wetterberichtes der LaMMAKopie der Wettervorhersage für 13. und 14. Januar 2012 (PDF; 161 kB).
  26. Schettinos Irrungen, Die Welt, 24 April 2012.
  27. a b grounding of the Costa Concordia; AIS-Visualisierung. Quality Positioning Services BV (QPS).
  28. Relazione Tecnica dei Consulenti nominati del GIP del tribunale di Grosseto (iltirreno.it), S. 105 und 241ff, abgerufen am 25. September 2012.
  29. Wetterlage Tirreno Settentrionale für Samstag, 14. Januar 2012.
  30. Tote und Verletzte bei Schiffsunglück vor Italiens Küste. tagesschau.de, vom 14. Januar 2012.
  31. Claudia Lagler: Bürgermeister Schaden: „Keine organisierte Evakuierung“, DiePresse.com, 15. Januar 2012, abgerufen am 20. Januar 2012.
  32. Gaia Pianigiani und Sarah Maslin Nir: As Divers Search Cruise Ship, Reason for Crash Is Unclear., New York Times, 15. Januar 2012, abgerufen am 16. Januar 2012.
  33. Fiona Ehlers: Passagiere beklagen Rettungs-Chaos, Spiegel Online, 15. Januar 2012].
  34. a b c Il brogliaccio della capitaneria di porto di Livorno, repubblica.it 18.&nbsp Januar 2012, siehe auch Diskussion.
  35. Gerald Trautfetter: Todesfalle auf hoher See. In: Der Spiegel. 18. Februar 2012, S. 116.
  36. Video der Küstenwache von der Rettungsaktion.
  37. Die Katastrophe der Costa Concordia, Chronik auf Focus Online.
  38. La Lista delle vittime, iltirreno.it, 22. Januar 2012.
  39. Concordia-Bergung: Ferngesteuerter Roboter sucht im Meer nach Leichen. In: diepresse.com, abgerufen am 21. Januar 2012.
  40. Costa-Opfer identifiziert: Nordwest-Zeitung, 18. April 2012, S. 8.
  41. Fünf weitere Leichen im Wrack entdeckt, RP Online, 22. März 2012.
  42. Prefettura di Grosseto: Elenco delle persone da rintracciare, abgerufen am 17. April 2012.
  43. Erinnerungen an die 32 Opfer del Costa Concordia, iltirreno.it.
  44. Famiglia reggiana sopravvissuta all'inferno della Costa Concordia In: Reggio Online, 14. Januar 2012.
  45. Gonfalone d’argento alla popolazione del Giglio, iltirreno.it, 1. Juni 2012].
  46. Opfer identifiziert – Kapitän verhaftet. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Januar 2012, abgerufen am 15. Januar 2012.
  47. Arresti domiciliari a Schettino, repubblica.it, 17. Januar 2012.
  48. Il comandante resta ai domiciliari, ilmessaggero.it, 7. Februar 2012.
  49. Sette nuovo indagati, iltirreno.it, 22. Februar 2012.
  50. Incidente probatorio, nuove accuse a Schettino, iltirreno.it, 3. März 2012.
  51. Naufragio Concordia, al via l'esame della scatola nera, iltirreno.it, 9. März 2012.
  52. a b Inchiesta Sommaria della Capitaneria di Porto di Livorno (PDF; 15,0 MB).
  53. Schettino ammette: „Ho sbagliato la manovra“. In: la Repubblica, 18. Januar 2012.
  54. dpa-Meldung bdt0035 vom 18. Januar 2012, 3:33 Uhr.
  55. Foto eines Costa-Schiffes vor Giglio Porto am 9. August 2011.
  56. Video einer Vorbeifahrt an Giglio im August 2011.
  57. Lo spettacolo unico del passaggio ravvicinato della Concordia al Giglio In: La Stampa, 15. Januar 2012.
  58. Andrea Dernbach, Andreas Oswald, Elisa Simantke, Paul Kreiner: Ist der Kapitän schuld am Schiffbruch der „Costa Concordia“? In: Der Tagesspiegel, 15. Januar 2012.
  59. C. Pagel: Kapitän verkroch sich im Haus eines Taxifahrers. In: Focus-Online, 17. Januar 2012.
  60. Costa Concordia-Havarie: Von sinneraubenden Frauen, Helden und fadenscheinigen Ausreden. In: Cabo Ruivo, 19. Januar 2012.
  61. „Gehen Sie an Bord, verflucht nochmal!“ In: tagesschau.de, abgerufen am 17. Januar 2012.
  62. „Schettino, torni a bordo!“ In: rai.tv, 17. Januar 2012.
  63. „Costa Concordia“-Katastrophe. Spiegel Online, 25. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012.
  64. „Costa“-Schwesterschiff lief schon 2005 auf Grund. Die Welt, 25. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012.
  65. Costa-Concordia-Kapitän: Staatsanwalt will Francesco Schettino anklagen, Spiegel Online v. 25. Februar 2013.
  66. La Procura di Grosseto chiede il rinvio a giudizio per Schettino, RAI TG1 vom 25. Februar 2013.
  67. Codice Penale:'Naufragio, sommersione o disastro aviatorio.', abgerufen am 26.  Februar 2013.
  68. Codice della navigazione:'Abbandono della nave in pericolo', abgerufen am 26.  Februar 2013.
  69. Codice della navigazione:'Abbandono di nave o di aeromobile in pericolo da parte del comandante', abgerufen am 26.  Februar 2013 .
  70. "Non trovarono posto sulle scialuppe" - La ricostruzione delle 32 morti della Concordia, iltirreno.it, 04. Marzo 2013.
  71. "Costa Concordia"-Fall: Staatsanwaltschaft arbeitet an Deals mit Angeklagten, Spiegel Online v. 15. Mai 2013
  72. Schettino chiede il patteggiamento, la Procura dice no, iltirreno.it vom 15. Mai 2013
  73. „Costa Concordia“: Schettino drohen 20 Jahre Haft, orf.at vom 15. Mai 2013
  74. Concordia, il gup di Grosseto ha rinviato a giudizio Schettino, Corriere del Mezzogiorno, 22. Mai 2013
  75. Video TG5: Chaos auf der Brücke (it.).
  76. Video TG5: Die Flucht vom Schiff (it.).
  77. Errore umano, procedure non rispettate. In: la Repubblica, 16. Januar 2012.
  78. Minuto per minuto la notte da incubo, repubblica.it, 18.&bsnp;Januar 2012.
  79. K. Riccardi:"In quell'inferno ci siamo aiutati" Il vicesindaco e gli ultimi sulla nave. In: repubblica.it, 16. Januar 2012.
  80. AFP: Three dead after cruise ship runs aground off Italy, 14. Januar 2012.
  81. Comunicazione Importante – 15 gennaio 2012 ore 20.15 – Costa Concordia Isola del Giglio, Blog von Costa Crociere, 15. Januar 2012, 20:15 Uhr.
  82. Costa Concordia-Havarie: 14'000 Euro Schweigegeld, Cabo Ruivo, abgerufen am 29. Januar 2012.
  83. Costa-Krisenmanagern Versäumnis vorgeworfen, Nordwestzeitung vom 17. Oktober 2012, S. 8.
  84. http://awards.lloydslist.com/global-awards-2012/2012-winners#seafarer
  85. http://www.quirinale.it/elementi/Continua.aspx?tipo=Comunicato&key=14510
  86. Costa Concordia-Havarie: Ein Kapitän auf Abwegen, Cabo Ruivo, 16. Januar 2012.
  87. Parco Nazionale Arcipelago Toscano. Ente Parco Nazionale Arcipelago Toscano, abgerufen am 26. Januar 2012.
  88. dpa: Italien ruft den Notstand aus. In: Focus Online, 20. Januar 2012.
  89. Costa Concordia, le foto di mercoledì. In: ilpost.it, 18. Januar 2012.
  90. Letztes Schweröl aus Schiffswrack gepumpt, Zeit Online, 22. März 2012.
  91. Domani si comincia a svuotare i serbatoi In: iltirreno.it, 16. Januar 2012.
  92. Otto progetti per rimuovere la Concordia, iltirreno.it, 5. März 2012.
  93. Smit-Neri contro Titan: ormai è una partita a due, iltirreno.it, 5. April 2012.
  94. Beginn der Bergung Anfang Mai, Tageblatt Online, 21. April 2012.
  95. „Costa Concordia“ wird abtransportiert: US-Firma bekommt Zuschlag, n-tv, 22. April 2012, abgerufen am 28. August 2012.
  96. Costa Concordia removal,YouTube, 2. Mai 2012 (engl.).
  97. Bergung der „Costa Concordia“ verzögert sich, Die Welt, 14. August 2012 (abgerufen am 17. September 2012).
  98. Il relitto si incurva e i lavori ritardano: rimosso solo l’albero, iltirreno.it, 21. Juni 2012.
  99. Havarie vor Giglio: "Costa Concordia" ist gesichert bei Spiegel Online, 2. Oktober 2012 (abgerufen am 2. Oktober 2012).
  100. “Concordia”, anche la Costa dice sì iltirreno.it v. 7. April 2013.
  101. Wrack der "Costa Concordia" ist gesichert bei tagesschau.de, 2. November 2012 (abgerufen am 2. Oktober 2012).
  102. Weltgrößter Kreuzfahrtkonzern fürchtet Millionenschaden bei Spiegel online, 16. Januar 2012 (abgerufen am 2. November 2012).
  103. Clini e Passera firmano il decreto ’anti inchini’, In: iltirreno.it, 1. März 2012.
  104. Konsequenzen aus „Concordia“-Unglück: Reederei Costa verschärft Sicherheitsregeln, Spiegel Online, 6. Mai 2012.
  105. Summary of the 91st session of the IMO Maritime Safety Committee (MSC 91).
  106. Italien gedenkt der "Costa"-Katastrophe.