Costaceae

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Costaceae
Costus deistellii

Costus deistellii

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Costaceae
Wissenschaftlicher Name
Costaceae
(K.Schum.) Nakai

Die Costaceae sind eine Familie, die zur Ordnung der Ingwerartigen (Zingiberales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen) gehört. Die heute sieben Gattungen mit 110 bis 120 Arten sind in den Tropen fast weltweit verbreitet.

Im Gegensatz zu den Zingiberaceae duften bei den Costaceae die Pflanzen nicht aromatisch. Es werden kaum Arten der Costaceae vom Menschen genutzt. Ab und zu sind einzelne Arten als Zierpflanzen in tropischen Parks und Gärten zu sehen. Fast jeder Botanische Garten stellt einige Arten aus. Als Zimmerpflanzen wird man kaum Exemplare finden. Aus den Rhizomen von Cheilocostus speciosus, Syn.: Costus speciosus wird Stärke gewonnen.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Habitus und Blütenstände von Costus comosus
Blütenstand und Blüte von Cheilocostus speciosus

Es sind ausdauernde krautige Pflanzen mit Rhizomen. Einige Taxa sind sukkulent, andere sind Kletterpflanzen, wenige Arten sind Epiphyten. Sie sind nicht aromatisch im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Ingwergewächsen (Zingiberaceae). Es werden lange, meist unverzweigte, bei einigen Arten verzweigte, meist spiralig gedrehte Stängel gebildet (keine „Pseudostämme“ wie beispielsweise bei den Musaceae). Die wechselständig und spiralig am Stängel angeordneten Laubblätter sind meist gegliedert in Blattstiel und Blattspreite. Die einfache Blattspreite ist schmal bis breit elliptisch, glatt oder behaart und ganzrandig. Die Blattscheide umhüllt den Stängel mindestens teilweise.

Die endständigen, zapfenähnlichen, ährigen oder seltener zymösen Blütenstände besitzen große, oft leuchtend gefärbte Hochblätter (Brakteen); bei wenigen Arten stehen die Blüten einzeln oder zu zweit. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig und zygomorph. Die je drei Kelchblätter und Kronblätter sind frei. Von den ursprünglich sechs Staubblättern in jeder Blüte ist nur eines fruchtbar (fertil) mit breitem Staubfaden; die anderen fünf sind zu Staminodien umgewandelt, die zu einem Labellum, das größer ist als die Kronblätter, verwachsen sind. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder Fledertiere (Chiropterophilie).

Die Blütenformel lautet: \downarrow \; K_{(3)} \; C_{(3)} \; A_{1}^{(5St)} \; G_{\overline{(3)}}

Sie bilden meist zwei- oder dreikammerige Kapselfrüchte mit vielen Samen. Manchmal sind es auch Nussfrüchte. Die stärkehaltigen, schwarzen Samen und besitzen einen weißen oder gelben Arillus.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Verbreitung ist pantropisch, mit Schwerpunkten in der Neotropis und den Pazifischen Inseln.

Die Familie enthält 110 bis 120 Arten. Seit Tomlinson 1962 enthielt die Familie nur vier Gattungen. 2006 wurden einige Arten der Gattung Costus s.l. in die drei neue Gattungen Cheilocostus, Chamaecostus, Paracostus gestellt, so dass der Familie nun sieben Gattungen zugerechnet werden:[1]

  • Dimerocostus Kuntze (Syn.: Mulfordia Rusby): Sie enthält nur zwei neotropische Arten:
  • Monocostus K.Schum.: Es ist eine monotypische Gattung:
  • Tapeinochilos Miq.: Das Verbreitungsgebiet der etwa 17 Arten reicht von den Sulu-Inseln der Molukken über Neuguinea bis Vanuatu und dem tropischen Australien (nördliches Queensland) als südlichstes Gebiet. Das Zentrum der Artenvielfalt mit 80 % der Arten liegt in Neuguinea.
  • Costus L. s.str. (Syn.: Banksea J.Koenig, Jacuanga T.Lestib., Cadalvena Fenzl), auch Kostwurz, Zieringwer oder Spiralingwer genannt: Die etwa 80 (bis 100 Arten) sind im gesamten Tropengürtel verbreitet.
  • Chamaecostus C.Specht & D.W.Stev.: Die etwa acht Arten sind in Südamerika, vom Guyana-Schild bis zum Amazonasbecken Boliviens und Brasilien am westlichen Ende des Brasilianischen Schildes verbreitet.
  • Cheilocostus C.Specht: Die etwa vier Arten sind in Südostasien, auf dem Indonesischen Archipel und auf Neuguinea verbreitet.
  • Paracostus C.Specht: Sie enthält nur zwei Arten:

Bilder[Bearbeiten]

Tapeinochilos ananassae:

Kostwurz-Arten (Costus):

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chelsea D. Specht, Dennis Wm. Stevenson: A new phylogeny-based generic classification of Costaceae (Zingiberales). In: Taxon, Volume 55, Number 1, 2006, S. 153-163: Online.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • K. M. Kay, DW. Schemske: Pollinator assemblages and visitation rates for 11 species of neotropical Costus (Costaceae). In: Biotropica, Volume 35, Number 2, 2003, S. 198-207.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Costaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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