Cotoca

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Cotoca
Iglesia de Cotoca
Iglesia de Cotoca
Basisdaten
Einwohner (Stand) 19.482 Einw. (Volkszählung 2012)
Rang Rang 34
Höhe 363 m
Postleitzahl 07-0102-0100-1001
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 17° 45′ S, 63° 0′ W-17.753888888889-62.996944444444363Koordinaten: 17° 45′ S, 63° 0′ W
Cotoca (Bolivien)
Cotoca
Cotoca
Politik
Departamento Santa Cruz
Provinz Provinz Andrés Ibáñez
Klima
Klimadiagramm Santa Cruz
Klimadiagramm Santa Cruz

Cotoca ist eine Mittelstadt im Departamento Santa Cruz im Tiefland des südamerikanischen Anden-Staates Bolivien.

Lage im Nahraum[Bearbeiten]

Cotoca ist zentraler Ort des Kanton Cotoca im Landkreis (bolivianisch: Municipio) Cotoca in der Provinz Andrés Ibáñez, und die Stadt liegt in einer Höhe von 363 m auf halbem Weg zwischen Santa Cruz, Hauptstadt des Departamentos, und Puerto Pailas am Río Grande.

Geographie[Bearbeiten]

Cotoca liegt im bolivianischen Tiefland östlich der Anden-Gebirgskette der Cordillera Central. Die Region weist ein tropisches Klima mit ausgeglichenem Temperaturverlauf auf.

Die Jahresdurchschnittstemperatur der Region liegt bei 24 °C, die Monatsdurchschnittswerte schwanken nur unwesentlich zwischen 20 °C im Juli und 26 °C im Dezember (siehe Klimadiagramm Santa Cruz). Der Jahresniederschlag beträgt etwa 1000 mm, die Monatsniederschläge liegen zwischen unter 50 mm in den Monaten Juli und August und über 150 mm im Januar.

Verkehrsnetz[Bearbeiten]

Cotoca liegt an der Fernstraße Ruta 4, die Bolivien von Westen nach Osten durchquert, von Tambo Quemado an der chilenischen Grenze über Cochabamba und Santa Cruz bis nach Puerto Suárez an der brasilianischen Grenze. Die Ruta 4 ist bei Cotoca identisch mit der Ruta 9, die das bolivianische Tiefland von Süden nach Norden durchquert, von Yacuíba an der argentinischen Grenze im Süden über Santa Cruz und Trinidad bis Guayaramerín an der brasilianischen Grenze im Norden.

Von Santa Cruz führt die asphaltierte Fernstraße zuerst 20 Kilometer in östlicher Richtung bis Cotoca und überquert nach weiteren 25 Kilometern bei Puerto Pailas den Rio Grande. Von dort bis zur brasilianischen Grenze sind es 758 Kilometer auf zumeist unbefestigter Straße. In gleicher Weise führt eine Eisenbahnlinie von Santa Cruz nach Puerto Suárez ebenfalls durch Cotoca.

In Cotoca zweigt eine unbefestigte Landstraße nach Süden ab, die nach 16 km die Stadt Paurito erreicht.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl des Ortes ist in den vergangenen Jahrzehnten auf mehr als das Zehnfache angestiegen:

Jahr Einwohner Quelle
1976 2 107 Volkszählung[1]
1992 9 229 Volkszählung[2]
2001 15 181 Volkszählung[3]
2012 19 482 Volkszählung[4]

Aufgrund der historisch gewachsenen Bevölkerungszuwanderung weist die Region einen gewissen Anteil an Quechua-Bevölkerung auf, im Municipio Cotoca sprechen 17,8 Prozent der Bevölkerung die Quechua-Sprache[5].

Hogar Teresa de los Andes[Bearbeiten]

Etwa 10 Gehminuten außerhalb von Cotoca in Richtung El Pailon liegt das "Hogar Teresa de los Andes"[6], eine soziale Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen.

Das Heim wurde Ende der achtziger Jahre von Brüdern des kolumbianischen Ordens „FDP“ (Hermanos de la Fraternidad de la Divina Providencia) gegründet. Aktuell leben etwa 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in diesem Projekt.

Aufgeteilt ist das Heim in sieben verschiedene Pavillons, die jeweils mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet sind. In diesen unterschiedlichen Bereichen leben die behinderten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen – aufgeteilt nach Alter und Behinderungsgrad. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Heims sind die verschiedenen Therapiebereiche. Diese setzten sich aus der Physiotherapie, der „Estimulación“ (Stimulationstherapie), der Psychotherapie, dem „Sala de la Recreación“ (Entspannungstherapie), der „Fono-/ Audiología“ (Sprachtherapie) und dem „Taller“ (Werkstatt) zusammen.

Neben den Pavillons und den Therapiebereichen befinden sich auf dem Gelände des Heims ein kleines Hospital, eine Bäckerei, eine Wäscherei, eine Schneiderei, eine eigene Schule, eine Kindertagesstätte für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Umlandes, ein Kinderhort für die Kinder der Angestellten sowie eine kleine Kapelle. Etwa 10 Autominuten außerhalb in Richtung „El Pailon“ befindet sich eine an das Heim angegliederte Farm. Insgesamt arbeiten zwischen 130 und 150 Menschen in den verschiedenen Bereichen.

Unterstützt wird die Einrichtung fast ausschließlich aus Spenden. In den vergangenen Jahren wurde das Projekt zusätzlich durch Freiwilligendienste, zumeist von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen aus Deutschland und Spanien, begleitet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Brinkhoff: City Population
  2. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 1992
  3. Instituto Nacional de Estadística Bolivia (INE) 2001
  4. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2012
  5. INE-Sozialdaten Santa Cruz 2001 (PDF-Datei; 5,00 MB)
  6. Cotoca: Hogar Teresa de los Andes de los Niños con capacidades especiales

Weblinks[Bearbeiten]