Coupe de France 1917/18

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1917/18 war die erste Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. Sie fand mitten während des Ersten Weltkriegs statt; deshalb nahmen Mannschaften aus dem zu Deutschland gehörenden Elsass und Teilen Lothringens daran ebenso wenig teil wie solche aus den vom Krieg besonders betroffenen nördlichen und östlichen Regionen.

Für diesen Wettbewerb meldeten 48 Vereine; davon gehörten 26 der Union des Sociétés Françaises de Sports Athlétiques (USFSA), zwölf der kirchlichen Fédération Gymnastique et Sportive des Patronages Français (FGSPF), neun der Ligue de Football Association (LFA) und einer der Fédération Cycliste et Athlétique de France (FCAF) an. Der einheitliche Landesverband Fédération Française de Football (FFF) entstand erst 1919 (Genaueres siehe auch hier). Erster Gewinner des Pokals – dieser trug bei den ersten beiden Austragungen den Namen Coupe Charles Simon, benannt nach einem an der Front gefallenen Sportler und Verbandsfunktionär – wurde der Pariser Klub Olympique Pantin, der in der USFSA organisiert war.

16 Mannschaften, darunter elf aus Paris, erhielten für die erste Runde ein Freilos, die 32 anderen bestritten eine Qualifikationsrunde. Eine Pokalkommission setzte rundenweise sämtliche Begegnungen fest, wobei – unter den Kriegsbedingungen nicht unlogisch – Fragen der Reisedistanzen im großflächigen Frankreich ebenso eine Rolle spielten wie die Qualität der an den jeweiligen Orten vorhandenen Spielstätten und der Infrastruktur.[1] Dabei wurde auch das Heimrecht festgelegt. Endete eine Begegnung nach Verlängerung unentschieden, wurde ein Wiederholungsspiel ausgetragen.[2]

1. Runde[Bearbeiten]

Spiele zwischen 7. und 21. Oktober 1917

  • CA Vitry – Paris British Aviation FC 2: 3(a)
  • USA Clichy – Avenir Gentilly 4:1
  • UA Cognac – VGA du Médoc 1:0
  • Raincy Sports – CA Boulogne-sur-Seine 4: 3
  • CO Saint-Chamond – AS Lyon 2:4
  • Lyon OU – Eveil Sportif Dijon 4:1
  • ES Mont-de-Marsan – ISC Toulouse 3:1
  • Légion Saint-Michel – US Voltaire Paris 8:0
(a) Vitry wurde nachträglich zum Sieger erklärt
(b) Die Cadets wurden zum 4:0-Sieger erklärt

Sechzehntelfinale[Bearbeiten]

Spiele zwischen 4. und 25. November 1917

Achtelfinale[Bearbeiten]

Spiele am 2. Dezember 1917

Viertelfinale[Bearbeiten]

Spiele am 3. Februar 1918

Halbfinale[Bearbeiten]

Spiele am 3. März 1918

Finale[Bearbeiten]

Spiel am 5. Mai 1918 im Stade de la Légion Saint-Michel in Paris vor 2.000 Zuschauern

Mannschaftsaufstellungen[Bearbeiten]

Auswechslungen waren damals nicht möglich; die Vereine hatten in dieser Zeit noch keine Trainer.

Olympique Pantin: René Decoux – Van Roey, Lambrechts – Van Steck, Charles Olivan, Julien Lina – Jules Dewaquez, Paul Landauer, Louis Darques Mannschaftskapitän, Émile Fiévet, Henri Delouys

FC Lyon: Paul Weber – André Bellon, Louis Orvain – Louis Allemand, Roger Ebrard Mannschaftskapitän, Meunier – Alexis Soulignac, Jacques Salmson, Henri Bard, André Weber, Richard

Schiedsrichter: Jacques Bataille (Paris)

Tore[Bearbeiten]

1:0 Fiévet
2:0 Fiévet
3:0 Darques

Besondere Vorkommnisse[Bearbeiten]

Der Schiedsrichter des Endspiels wurde erst kurz vor Anpfiff ausgelost; dabei hatte Jacques Bataille, der der Ligue de Football Association angehörte, mehr Glück als sein Kollege Fougerons vom Konkurrenzverband Union des Sociétés Françaises de Sports Athlétiques.[3] In diesem Finale verschoss Olympiques Kapitän Darques kurz vor der Halbzeitpause einen Elfmeter.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hubert Beaudet: La Coupe de France. Ses vainqueurs, ses surprises. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2003, ISBN 2-84253-958-3
  • L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007, ISBN 978-2-915535-62-4

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dass im Achtelfinale dieser Saison zwei südfranzösische Klubs (aus Lyon bzw. Mont-de-Marsan) nicht gegeneinander, sondern jeweils gegen eine Pariser Mannschaft antraten, hängt damit zusammen, dass Straßen und Schienenwege in Frankreich bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg sternförmig auf das Zentrum Paris zuliefen, es aber kaum direkte, überregionale Verkehrsverbindungen zwischen den Städten an der Peripherie gab.
  2. L’Équipe/Ejnès, S. 332/333
  3. Pierre Delaunay/Jacques de Ryswick/Jean Cornu: 100 ans de football en France. Atlas, Paris 1982, ISBN 2-7312-0108-8, S. 77
  4. L’Équipe/Ejnès, S. 77