Coupe de la Ligue

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Dieser Artikel behandelt den Fußballwettbewerb, für den Ligapokal im Eishockey siehe Coupe de la Ligue (Eishockey).
Logo der Coupe de la Ligue

Die Coupe de la Ligue (dt.: Ligapokal) ist ein französischer Fußballpokalwettbewerb, an dem nur Männermannschaften teilnehmen dürfen, die in der jeweiligen Saison Profistatus besitzen; das sind aktuell (2012/13) die 40 Vereine der Ligue 1 und Ligue 2 sowie vier Vereine aus der drittklassigen National (D3). Damit ist er auch im französischen Fußball nur der drittwichtigste Titel hinter Landesmeisterschaft und Landespokal („Coupe de France“). Nach Abschluss der Saison 2008/09 wurde sogar über die Abschaffung des Wettbewerbs nachgedacht. Hintergrund war der Wunsch zahlreicher Vereine, zukünftig nicht mehr dem Ligapokalsieger, sondern dem Tabellenfünften der Ligue 1 einen Platz in der UEFA Europa League zuzuerkennen.[1] Damit wäre allerdings die Grundlage für den 10-Millionen-Euro-Vertrag mit France Télévisions entfallen, das die Übertragungsrechte erworben hat. Im Juni 2009 hat sich der Sender durchgesetzt und es bleibt auch bei der automatischen Qualifikation des Wettbewerbsgewinners.[2] Der Generaldirektor des 2009er Ligapokalgewinners Girondins Bordeaux, Alain Deveseleer, beurteilte in diesem Zusammenhang den Stellenwert der Coupe de la Ligue mit den Worten:[3]

„Für diesen Pokal interessiert man sich frühestens ab dem Halbfinale und nur dann, wenn keine anderen, wichtigeren Spiele mehr anstehen.“

Auch fast zwei Drittel der französischen Fußballfans äußern laut einer nicht repräsentativen Befragung die Meinung, der Ligapokal sei nicht mehr als „eine Trostrunde für in der Liga gestrauchelte Klubs“.[4]

Entstehung und Austragungsmodus[Bearbeiten]

Der nationale Verband FFF führte den Wettbewerb 1991 ein – inzwischen wird er von der Ligue de Football Professionnel (LFP) organisiert –, nachdem es bereits Anfang der 1980er einen nur alle zwei Jahre ausgetragenen Vorläufer, die Coupe de l'été (dt.: Sommerpokal), gegeben hatte. Allerdings fristete auch der Ligapokal anfangs nur ein Schattendasein während der Sommerpause, denn gerade die größeren Clubs nahmen daran gar nicht teil oder schickten lediglich ihre Reservemannschaft. Erst als der Sieg in diesem Wettbewerb mit der Qualifikation für den UEFA-Pokal aufgewertet wurde (1994/95), gewann die Coupe de la Ligue an sportlichem Wert. Zumindest die Endspiele (inzwischen regelmäßig im Stade de France ausgetragen) ziehen auch große Zuschauermassen an: 2007 wurde mit 79.702 zahlenden Besuchern der bisherige Rekord (78.721 im Jahr 2005) überboten.

In den ersten Runden sind die Vereine der dritten und zweiten Liga zunächst unter sich, während die Erstligisten erst in der Runde der letzten 32 Mannschaften eingreifen, in der dann 12 unterklassige Teams übrig geblieben sind. Bis einschließlich des Viertelfinals wird der Ligapokal bereits vor der Winterpause durchgeführt.
Ansonsten wird der Ligapokal nach dem „klassischen“ Pokalmodus ausgetragen; das heißt insbesondere, dass ab dem Sechtzehntelfinale die jeweiligen Spielpaarungen ohne Setzlisten oder eine Vorsortierung der Vereine aus sämtlichen noch im Wettbewerb befindlichen Klubs ausgelost werden und lediglich ein Spiel ausgetragen wird, an dessen Ende ein Sieger feststehen muss (und sei es durch Verlängerung und Elfmeterschießen), der sich dann für die nächste Runde qualifiziert, während der Verlierer ausscheidet. Auch das Heimrecht wird für jede Begegnung durch das Los ermittelt.

Allerdings hat der Präsident der LFP, Frédéric Thiriez, 2006 einige Änderungen des Modus ins Gespräch gebracht: danach sollen zukünftig vier Vereine als „Gruppenköpfe“ gesetzt werden, wonach bereits ab der zweiten Runde ganz auf Auslosungen verzichtet werden kann, weil – ähnlich wie bei Weltmeisterschaftsendrunden – alle Begegnungen bis zum Halbfinale feststehen. Thieriez' Vorschlag, den beiden direkt für die Champions League qualifizierten Klubs den Bonus einzuräumen, erst ab dem Achtelfinale in den Wettbewerb eingreifen zu müssen, wird seit 2007 praktiziert, obwohl auch er in Frankreich nicht nur bei den „kleinen“ Vereinen auf heftige Kritik gestoßen war.

Erfolgreichste Teilnehmer seit 1995[Bearbeiten]

Paris Saint-Germain (1995, 1998, 2008, 2014) ist Rekordsieger mit vier Titelgewinnen. Girondins Bordeaux (2002, 2007, 2009) und Olympique Marseille (2010, 2011, 2012) haben die Coupe de la Ligue je dreimal gewonnen; Olympique Marseille ist außerdem der erste Klub, der den Ligapokal verteidigen konnte; Racing Strasbourg gewann den Ligapokal zweimal (1997, 2005). Einziger Zweitligist, der den Wettbewerb gewinnen konnte, ist der FC Gueugnon.

Bordeaux (sechsmal), PSG und Olympique Lyon (jeweils fünfmal) standen am häufigsten in einem Ligapokalfinale.

Die bisherigen Endspiele[Bearbeiten]

In den meisten Statistiken werden erst die Sieger ab 1995 berücksichtigt.

Die Endspiele des Vorgängerwettbewerbs um den „Sommerpokal“[Bearbeiten]

  • 1982 Stade Laval – AS Nancy 3:2
  • 1984 Stade Laval – AS Monaco 3:1
  • 1986 FC Metz – AS Cannes 2:1

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Artikel bei France Football
  2. siehe die Entscheidung des Ligaverbands
  3. France Football vom 9. Juni 2009, S. 68
  4. France Football vom 3. April 2007, S. 9 – exakt 63 % bejahten diese Aussage