Covarrubias (Burgos)

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Gemeinde Covarrubias
Covarrubias – Ortsansicht mit Río Arlanza
Covarrubias – Ortsansicht mit Río Arlanza
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Covarrubias
Covarrubias (Burgos) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Arlanza
Koordinaten 42° 4′ N, 3° 31′ W42.059166666667-3.52894Koordinaten: 42° 4′ N, 3° 31′ W
Höhe: 894 msnm
Fläche: 41,07 km²
Einwohner: 603 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 14,68 Einw./km²
Postleitzahl: 09346
Gemeindenummer (INE): 09113 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Covarrubias www.covarrubias.es/ Ayuntamiento de Covarrubias

Covarrubias, ein kleiner Ort (municipio) in der Provinz Burgos in der spanischen Region Kastilien-León, wird aufgrund seiner langen Geschichte auch „Wiege Kastiliens“ genannt. Zusammen mit den historischen Ortschaften Lerma und Santo Domingo de Silos bildet er das sogenannte Arlanza-Dreieck (Triángulo de Arlanza). Der gesamte Ort wurde im Jahre 1965 zum Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico erklärt.

Lage[Bearbeiten]

Covarrubias liegt im Tal des Río Arlanza in einer Höhe von etwa 850 Meter ü. d. M. knapp 43 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich von Burgos. Sehenswert sind auch die etwa 24 Kilometer westlich gelegene Kleinstadt Lerma sowie die knapp 10 Kilometer östlich gelegenen Ruinen des Klosters San Pedro de Arlanza. Das Kloster Santo Domingo de Silos befindet sich etwa 20 Kilometer südöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2012
Einwohner 1.161 978 663 629 633 626

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1940 hatte der Ort stets über 1.500 Einwohner.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Umland von Covarrubias ist landwirtschaftlich geprägt, wobei der Obstanbau (Kirschen, Nüsse und Wein) traditionell eine wichtige Rolle spielt; der Ort bot darüber hinaus die notwendigen regionalen Dienstleistungen in den Bereichen Handwerk und Handel. Inzwischen spielen der Tages- und Wochenendtourismus eine wesentliche Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das günstige Mikroklima des von Wäldern umgebenen Ortes hat schon in prähistorischen Zeiten Menschen angezogen; die Römer befestigten den Platz mit einem Castrum. Der Ort selbst ist jedoch eine Gründung des westgotischen Königs Chindaswinth (reg. 642–653), der auch eine Stadtmauer erbaute, die jedoch im Jahre 737 von den vordringenden islamischen Truppen zerstört wurde. Im 10. Jahrhundert bemächtigte sich der Graf Fernán González († 970) der Gegend um Covarrubias und legte damit den Grundstein zu der vom Königreich León unabhängigen Grafschaft Kastilien.

Torreón de Fernán González (10. Jh.)
ehemalige Kollegiatskirche San Cosme y San Damián (14./15. Jh.)
Stadttor (um 1600)

Sein Sohn García Fernández († 995) baute den Ort zum Zentrum eines Herrschaftsbezirks (infantado) aus und verlieh ihm seine eigene Gerichtsbarkeit. In der Folgezeit erhielt Covarrubias die Oberhoheit über ein riesiges Gebiet – ihm unterstanden zeitweise 20 Klöster und etwa 70 Gutshöfe bzw. kleinere Orte mit Kirchen. Nach dem Tod der letzten Infantin Doña Sancha war das Gebiet zeitweise verwaist. Infolge der Rückeroberung Toledos durch die christlichen Heere (1080) verlagerte sich das Machtzentrum des Königreichs Kastilien schnell dorthin; später (1248) dann nach Sevilla – Covarrubias blieb jedoch der Ruf als „Wiege Kastiliens“.

Im Jahre 1256 wurde die Eheschließung zwischen Kristin Håkonsdatter, einer jungen norwegischen Prinzessin, und dem verheirateten aber kinderlosen König Alfons X. von Kastilien und León vereinbart; ein Jahr später reiste Kristina nach Spanien, musste aber feststellen, dass die Ehefrau ihres zukünftigen Gemahls schwanger war. Daraufhin wurde die Eheschließung mit dem Bruder des Königs, Prinz Philipp, vereinbart, die am 31. März 1258 in Valladolid stattfand. Die Ehe blieb jedoch kinderlos und Kristina starb bereits vier Jahre später (1262) im Alter von nur 28 Jahren in Sevilla. Sie wurde in der Kollegiatskirche von Covarrubias beigesetzt.

Im 15. Jahrhundert wurde die örtliche Pfarrkirche gotisiert; die Kollegiatskirche erhielt immer noch Stiftungen des Adels und reicher Bürger. Das wichtigste architektonische Zeugnis aus dieser Zeit ist das unter Philipp II. erbaute mächtige Stadttor aus der Spät-Renaissance, dessen Räume lange Zeit als Archiv Altkastiliens genutzt wurden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das nahezu mittelalterliche Ortsbild von Covarrubias ist seit Jahrhunderten weitgehend unverändert erhalten und zeigt eine Mischung von Fachwerk- und Steinhäusern.
  • Das von Strebepfeilern gestützte und – mit Ausnahme eines steinernen Wappenschildes – undekorierte Stadttor Puerta del Archivo del Adelantamiento de Castilla aus der Zeit um 1600 gilt als Beispiel für den späten Herrera-Stil; es beherbergt heute das örtliche Tourismusbüro.
  • Die Pfarrkirche (Iglesia Parroquial de Santo Tomás), ein ursprünglich romanischer Bau des 12. Jahrhunderts wurde im 15. Jahrhundert grundlegend überarbeitet. Die Ausstattung (Altarretabel, Orgel etc.) stammt – mit Ausnahme eines einfachen mittelalterlichen Taufbeckens – weitgehend aus dem 18. Jahrhundert.
  • Der auf allen vier Seiten konisch zulaufende Torreón de Fernán González wurde bereits im 10. Jahrhundert errichtet und ist das älteste noch existierende Bauwerk des Ortes. In seiner Nähe steht ein schönes Steinkreuz (crucero) aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die spätgotische ehemalige Kollegiatskirche San Cosme y San Damián liegt am Ortsrand und beeindruckt durch ihre reichhaltige Ausstattung. Ein kleines Museum im Kreuzgang zeigt Werke von Jan van Eyck(?), Pedro Berruguete, Gil de Siloé u. a..
  • Im Barrio Arrabal steht eine imposante Gerichtssäule (rollo jurisdiccional oder picota) aus dem 16. Jahrhundert. Ob an dieser sakrosankten Stelle auch Bestrafungen durchgeführt wurden ist unbekannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Covarrubias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).