Coxitis fugax

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Klassifikation nach ICD-10
M12.8 Sonstige näher bezeichnete Arthropathien, anderenorts nicht klassifiziert
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Sonographie einer normalen (links) und entzündeten (rechts) Hüfte eines Kindes. Unten blau gefärbt: Knochengrenzen (jeweils links Schaft, rechts Kopfkern, getrennt durch Wachstumszone) rot gefärbt: Kapsel.

Die Coxitis fugax, auch Hüftschnupfen, Coxalgia fugax oder Transiente Synovitis genannt, (ICD-10: M12.8) stellt eine keimfreie Entzündung des Hüftgelenkes dar und äußert sich in Humpeln und plötzlich auftretenden in das Knie ausstrahlenden Schmerzen. Es findet sich eine Einschränkung der Hüftrotation (Drehung des Beines im Hüftgelenk). Sie tritt meist bei Kindern oder Jugendlichen von drei bis zehn Jahren (häufig Jungen) auf und verschwindet innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan (lat. fugax = vorübergehend). Häufig ging der Coxitis fugax ein viraler Atemwegs-Infekt voraus. Leichtes Fieber und eine mäßige Beschleunigung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit sind möglich.

Diagnostik[Bearbeiten]

Die Diagnose wird per Sonographie gesichert. Der Gelenkerguss in der Hüfte zeigt sich im Bild rechts deutlich durch die vom Knochen abgehobene Kapsel.

Ein Röntgenbild ist zur Stellung der Diagnose nicht erforderlich, kann aber zur Differenzialdiagnose sinnvoll sein: Hüftbeschwerden in diesem Lebensabschnitt bedürfen immer einer weitergehenden Beobachtung aufgrund der symptomatischen Ähnlichkeit zum Morbus Perthes, zur jugendlichen Hüftkopflösung und juvenilen idiopathischen Arthritis.

Bei entsprechendem Verdacht sollte durch Punktion eine bakterielle (eitrige) Coxitis ausgeschlossen werden. Weitere Untersuchungen schließen Entzündungsparameter und HLA-B27 mit ein.

Therapie[Bearbeiten]

Bei sicherer Diagnose reicht Schonung und eventuell ein niedrig dosiertes Antiphlogistikum – sehr im Gegensatz zur bakteriellen Coxitis, die in aller Regel operativ behandelt werden muss.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hüftschnupfen wurde 1892 von Robert Williamson Lovett und John Lovett Morse zum ersten Mal beschrieben. Sie grenzten die Krankheit von der Hüftgelenktuberkulose ab, da die Dauer der Symptomatik bei dieser weit über zehn Tagen liegt. Sie deuteten auch an, dass eine Diagnose erst einige Tage nach Rückgang der Symptome zu stellen sei.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Joachim Wirth: Praxis der Orthopädie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York, 2001, ISBN 3-13-125683-4
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!