Coyoacán

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Kojoten-Brunnen im Jardín Centenario

Coyoacán (Ort der Kojoten in Nahuatl) ist ein südlicher Stadtbezirk (delegación) von Mexiko-Stadt, der bis zur Bildung der Stadtbezirke (delegaciones) 1929 eine eigenständige Gemeinde war.[1]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Unter der Avenida Universidad, die die westliche Grenze von Coyoacán bildet, verkehrt die Metro-Linie 3. Um ins Zentrum von Coyoacán zu gelangen, verlässt man die Bahn am besten an der Station Coyoacán (im Norden, unweit der Avenida Río Churubusco), Viveros (in unmittelbarer Nähe zum Stadtpark Viveros de Coyoacán) oder Miguel Ángel de Quevedo (im Süden, an der Avenida Miguel Ángel de Queveda).

Östlich des Zentrums von Coyoacán verkehrt die Metro-Linie 2, deren Station General Anaya unterhalb der Calzada de Tlalpan etwa 2 km von der zentralen Plaza Hidalgo entfernt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des prähispanischen Dorfs Coyohuacan findet sich in den Aufzeichnungen von Chimalpahin (1579–1660). Diesen zufolge muss der Ort bereits um 1330 existiert haben und schon damals überaus zahlreich bevölkert gewesen sein. Auch in der Frühgeschichte der spanischen Kolonialisierung unter Cortés spielte Coyoacán eine wichtige Rolle. Nachdem seine Truppen Tenochtitlan besiegt und zerstört hatten, ließ Cortés sich 1521 in Coyohuacan nieder und gründete den ersten Stadtrat Neuspaniens. Hier und im nahen Tal von Cuauhnahuac begann er Zuckerrohr, Weizen und aus Spanien importierte Obstbäume anbauen zu lassen. Cortés blieb während des Wiederaufbaus von Mexiko-Stadt bis 1523 in Coyohuacan, das zu jener Zeit etwa 7.000 Einwohner zählte. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Coyoacán vor allem wegen seiner Gärten und Quellen berühmt und zog als Wohnort eine Reihe von in- und ausländischen Künstlern an.[2]

Bauwerke[Bearbeiten]

Aztekenstadion

Die international bekanntesten Attraktionen von Coyoacán sind das casa Azul, in dem Frida Kahlo geboren wurde und die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte, sowie das heutige Museo Casa León Trotsky, das Kahlo dem nach Mexiko immigrierten russischen Revolutionär schenkte und in dem dieser von Jaime Ramón Mercader del Río Hernández mit einem Eispickel ermordet wurde. Beide Anwesen befinden sich in der Colonia del Carmen und sind heute Museen.

An der Plaza Hidalgo, dem Hauptplatz des Bezirks, befinden sich die Überreste des 1528 von Dominikanern gegründeten Klosters San Juan Bautista. Der im Westen an die Plaza Hidalgo grenzende Jardin del Centenario bildete seinerzeit den geräumigen Vorhof des Klosters.[3] In der Mitte der Parkanlage befindet sich eine Statue mit zwei Kojoten, den Namensgebern der Gemeinde.

An der Westgrenze von Coyoacán befindet sich die kleine Kirche San Antonio de Panzacola an der Ecke der Avenidas Universidad und Francisco Sosa. Die Kapelle des Heiligen Antonius von Panzacola stammt aus dem 18. Jahrhundert und hat zahlreiche Künstler inspiriert.[4]

Das ursprüngliche Kloster Santa Maria de los Angeles im Stadtviertel Churubusco wurde im 16. Jahrhundert an der Stelle eines ehemals mächtigen Tempels der Azteken errichtet. Zwischen 1676 und 1678 erfolgte ein kompletter Neubau von Kirche und Kloster. Am 20. August 1847 stellten sich an jenem Ort mexikanische Truppen den nordamerikanischen Invasoren entgegen. Zwar mussten sie sich letztendlich der Übermacht geschlagen geben, werden für diese Heldentat aber bis zum heutigen Tag verehrt.[5]

Auch die Ciudad Universitaria und das auf ihr errichtete Estadio Olímpico Universitario, Heimspielstätte des Fußballvereins UNAM Pumas und Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1968, befinden sich ebenso in Coyoacán[6] wie das in der colonia Santa Úrsula Coapa gelegene Aztekenstadion, das sowohl vom Club América als auch von der Nationalmannschaft als Heimspielstätte genutzt wird und zweimal Austragungsort eines WM-Finals (1970 und 1986) war.[7]

Casa Azul
Casa de la Malinche
Das festungsartig angelegte Haus, in dem Trotzki ermordet wurde

Bewohner von Coyoacán[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Errichtung der 16 Stadtbezirke von Mexiko-Stadt (spanisch)
  2. Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 99ff
  3. Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 101f
  4. Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 102f
  5. Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 104
  6. Sehenswürdigkeiten in Coyoacán (spanisch)
  7. Offizielle Website der Delegación Coyoacán (spanisch)
  8. a b c d En Coyoacán con Frida Kahlo (spanisch; Beitrag vom 23. August 2012)
  9. a b Alberto Pulido Silva: Coyoacan – Historia y Leyenda (Mexiko-Stadt: Dr. Alberto Pulido Silva y Editores Asociados, S.A., 1980), S. 123
  10. a b c d e Vorstellung eines Buches über Coyoacán (spanisch)
  11. a b c d e f g h i j k l m n o p q Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 101
  12. Salvador Novo (Coordinador): Ciudad de México - V. Sus villas Coyoacan y Churubusco. (Mexiko-Stadt: Artes de Mexico, 1968), S. 100ff
  13. Alberto Pulido Silva: Coyoacan – Historia y Leyenda (Mexiko-Stadt: Dr. Alberto Pulido Silva y Editores Asociados, S.A., 1980), S. 116ff
  14. a b c Alberto Pulido Silva: Coyoacan – Historia y Leyenda (Mexiko-Stadt: Dr. Alberto Pulido Silva y Editores Asociados, S.A., 1980), S. 120
  15. a b c d e f g Alberto Pulido Silva: Coyoacan – Historia y Leyenda (Mexiko-Stadt: Dr. Alberto Pulido Silva y Editores Asociados, S.A., 1980), S. 121
  16. Alberto Pulido Silva: Coyoacan – Historia y Leyenda (Mexiko-Stadt: Dr. Alberto Pulido Silva y Editores Asociados, S.A., 1980), S. 104

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coyoacán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

19.349444444444-99.161666666667Koordinaten: 19° 21′ N, 99° 10′ W