CpD-Konto

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Der Begriff CpD-Konto (Conto-pro-Diverse) (wesentlich seltener auch „Scharnierkonto“) bezeichnet in der Buchführung ein kombiniertes Forderungs- und Verbindlichkeitskonto im Hauptbuch. Darin werden Einmalvorgänge gesammelt.

Es handelt sich dabei um ein Sammelkonto, auf dem Zahlungen von und an Geschäftspartner gebucht werden, für die kein eigenes Debitoren- (Kunden-) oder Kreditoren- (Lieferanten-)Konto geführt wird, oder für Zweifelsfälle, in denen das konkrete Konto zunächst unbekannt ist.

Banken[Bearbeiten]

Bei Banken werden unklare Buchungen auf CpDs verbucht. Dies betrifft vor allem Zahlungseingänge, deren Empfänger nicht eindeutig bestimmt ist.

Gibt der Überweisende falsche Empfängerdaten an (z. B. eine nicht existierende Kontonummer), so kann der Eingang nicht dem Empfängerkonto gutgeschrieben werden. In den Zahlungsverkehrsabteilungen der Banken werden diese Beträge daher zunächst auf CpD gebucht und versucht, den Empfänger zu ermitteln.

Üblicherweise werden Beträge nach einer gewissen Zeit (z. B. eine Woche) an den Absender zurückgezahlt, wenn sich der Empfänger nicht identifizieren lässt.

CpD und Geldwäsche[Bearbeiten]

Banken sind aufgrund des Geldwäschegesetzes verpflichtet, die Herkunft von Geldern zu kontrollieren. Bis zum Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes war es vielfach üblich, dass ein CpD als Verrechnungskonto zu Wertpapierdepots geführt wurde. Auf diese Weise war eine Zuordnung von Wertpapiererträgen zum wirtschaftlich Berechtigten nicht möglich. Heute ist es weder erlaubt, ein CpD als Verrechnungskonto für Wertpapiergeschäft noch als Eingangskonto für Zahlungen zu verwenden, um Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu verhindern.