Crash-Kid

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Als Crash-Kids werden Kinder und Jugendliche bezeichnet, die Kraftfahrzeuge entwenden, um diese mutwillig zu Schrott zu fahren (englisch joyriding).[1] Besondere Sachschäden verursacht das so genannte Auto-Skooter, hier werden die entwendeten Fahrzeuge auf Parkplätzen ähnlich dem Autoscooter auf Volksfesten gefahren und zerstört. In Hamburg gab es in den 1990er Jahren eine vor allem durch die Presseberichterstattung bekannt gewordene Crash-Kid-Szene[2] aus strafrechtlich auffälligen Kindern und Jugendlichen. Das Phänomen in den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten zu beobachten.[3][4]

Ein Beispiel: „Andreas B.“[Bearbeiten]

Ein durch seine Medienpräsenz bekanntes deutsches „Crash-Kid“ ist der Serienstraftäter Andreas B. (* 1985) aus dem rheinischen Monheim. Andreas’ Mutter verließ ihren Mann und Andreas, als dieser neun war. Sein Vater, ein LKW-Fahrer, wurde mit dem Jungen nicht fertig.

Bei der Fahrt mit einem gestohlenen 40-Tonner überrollte Andreas als 14-Jähriger am 25. März 2000 beim Durchbrechen einer Straßensperre zwischen Eindhoven und Venlo den niederländischen Verkehrspolizisten Tom Kusters und verletzte ihn lebensgefährlich. Kusters, Vater zweier Kinder, starb wenige Tage später in einer Eindhovener Klinik an den Unfallfolgen.

Andreas B. wurde dafür vom Landgericht Düsseldorf zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Der WDR sendete am 28. Mai 2010 in der Reihe „Menschen hautnah“ einen Beitrag über Andreas B. („Leben vor die Wand gefahren?“) Der Film löste eine öffentliche Diskussion aus.[5]

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Lutz Götze: Schüler-Wahrig. Sinnverwandte Wörter. 2 Auflage. Bertelsmann Lexikon Institut, 2008, ISBN 978-3577075824, S. 77 (Google Books).
  2. Beispiel: Dennis N. (* 1979), siehe bei Weblinks
  3. Warum Kinder ihr Leben riskieren auf paradisi.de, 30. März 2011.
  4.  Sarah Buchholz: „Suchen tut mich keiner“ - obdachlose Jugendliche in der individualisierten Gesellschaft. LIT Verlag, Münster 1998, ISBN 978-3577075824, S. 17 f. (Google Books).
  5. Rheinische Post vom 27. Mai 2010, Seite A3: Die Witwe des getöteten Polizisten kann nicht nachvollziehen, dass ihm ein Forum im Fernsehen gegeben wird ohne dass die Opferseite zu Wort kommt.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]