Cremisan

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Cremisan ist die Bezeichnung für eine Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Palästina in Bethlehem.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster wurde 1883 auf der heutigen Grenze zwischen Jerusalem und Beit Jala auf den Ruinen eines byzantinischen Klosters aus dem 7. Jahrhundert errichtet.[1] Die Einrichtungen wurden 1967 durch die damals jordanische Regierung anerkannt und durch das Erziehungsministerium registriert.

Von Anfang an wurde dort Wein angebaut, um aus dem Erlös der Weinkellerei die Projekte zu finanzieren: eine Berufsschule für CNC, Bäcker, Elektroniker und Elektromechaniker, technische Mechaniker und KfZ-Mechaniker, Schreiner und Holzverarbeiter und ein theologisches Seminar für Studenten aus allen Ländern der Welt. Die Berufsschule wird von über hundert jungen Leuten ganztags und einer ähnlich hohen Zahl als Abendschule besucht. 1986 kam eine Schule für interkonfessionelle und interreligiöse Arbeit hinzu, in der Jugendliche unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit eine Ausbildung erhalten.

Die zweite Intifada seit dem Herbst 2000 mit all ihren politischen Konsequenzen und vor allem mit der Abriegelung der besetzten Gebiete durch Israel hat den Projekten die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Das Kloster liegt genau gegenüber der jüdischen Siedlung Gilo. 2006 beschloss Israel den Sperrwall so um das Kloster zu bauen, dass es auf israelischer Seite liegt. Damit wäre es von Bethlehem, seinen Schülern, Arbeitern und Zulieferern abgeschnitten. Andererseits wäre der Verkauf nach Israel erleichtert. Seit damals gibt es Protestveranstaltungen gegen dieses Vorhaben. Wegen der politischen Brisanz dieser Angelegenheit wurde die Mauer bis heute noch nicht gebaut.[2] Im Januar 2011 beschloss das Verteidigungsministerium die Mauer mitten durch das Klosterareal zu bauen, sodass das Frauenkloster mit den Schulen auf palästinensischer Seite bleibt, das Männerkloster mit dem Weinkeller aber auf die israelische kommt. Das entspricht zwar den wirtschaftlichen Interessen der einzelnen Bereiche, verlangt aber den Abriss zweier Gebäude und beansprucht Land innerhalb des Komplexes.[3]

Weinanbau und Weinkellerei[Bearbeiten]

Die Reben werden auf Hängen zwischen 600 und 930 m angebaut, aber nur 2 % der Weinproduktion (ca. 7000 hl pro Jahr) stammt von eigenen Trauben. Der Rest wird aus den Anbaugebieten Beit Jala, Bet Schemesch und Hebron bezogen. Der Wein ist auch in Deutschland erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cremisan.org/html/history.html
  2. Even choosing a Holy Land wine is political, Catholic Herald am 20. Dezember 2011
  3. New segment of West Bank security fence may separate nuns from monks, Ha-Aretz am 5. Januar 2012