Cromer-Komplex

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Stratigraphische Gliederung für Norddeutschland

Der Cromer-Komplex (auch Cromerium oder Kromer-Warmzeit oder Cromer-Warmzeit genannt) ist eine Warmzeit im mittleren Pleistozän. Sie ist nach der Stadt Cromer in Ostengland benannt, wo die Spuren dieser Warmzeit erstmals gefunden wurden.[1][2]

Im Gegensatz zu den Funden in Großbritannien stellt sich die Cromer-Warmzeit in Mitteleuropa als Cromer-Komplex dar, der sich in drei Eiszeiten und vier Zwischeneiszeiten unterteilt.

In Mitteleuropa begann der Cromer-Komplex vor ca. 850.000 Jahren und endete vor ca. 475.000 Jahren. Dem Cromerium-Komplex geht der Bavelium voraus, es folgt die Elstereiszeit.

Vorschläge zur Gliederung des Cromerium-Komplexes sind inzwischen sehr unübersichtlich. Großes Potenzial für eine Vollgliederung bietet die lange kontinentale Folge von Gorleben.[3] Eine bedeutende Fossilienfundstätte mit Tierresten des Cromer-Komplex sind die Mosbach-Sande, die nach einem ehemaligen Dorf bei Wiesbaden benannt sind. Diese Fossilien sind etwa 600.000 Jahre alt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Reid, The geology of the country around Cromer. Mem. Geol. Surv. England and Wales, Sheet 64E. 143 S., London
  2. C. Reid, The Pliocene deposits of Britain. Mem. Geol. Surv. England and Wales. London
  3. Thomas Litt, Karl-Ernst Behre, Klaus-Dieter Meyer, Hans-Jürgen Stephan und Stefan Wansa: Stratigraphische Begriffe für das Quartär des norddeutschen Vereisungsgebietes. Eiszeitalter und Gegenwart (Quaternary Science Journal), 56(1/2), 2007, S. 22-23 ISSN 0424-7116
  4. Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit. München: Bertelsmann, 1986. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek