Crusader Kings II

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Crusader Kings II
Studio SchwedenSchweden Paradox Interactive
Publisher SchwedenSchweden Paradox Interactive
Leitende Entwickler Henrik Fåhraeus, Chris King
Erstveröffent-
lichung
Windows
WeltWelt 14. Februar 2012[1]
Mac OS X
WeltWelt 24. Mai 2012
Linux
WeltWelt 14. Januar 2013
Plattform Windows, Mac OS X, Linux
Spiel-Engine Clausewitz-Engine[2]
Genre Echtzeit-Globalstrategiespiel mit Pausenfunktion
Thematik Mittelalter
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Medium CD-ROM
Sprache Deutsch, Englisch
Aktuelle Version 2.2
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

Crusader Kings II (abgekürzt CK2) ist ein Echtzeit-Globalstrategiespiel für den Windows, Linux und Mac OS X aus dem Jahr 2012, das in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters angesiedelt ist. Das von Paradox Interactive produzierte Spiel basiert auf der ebenfalls von Paradox entwickelten Clausewitz-Engine.[2]

Spielprinzip[Bearbeiten]

Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine mittelalterliche Herrscherdynastie und kann dabei Herrschaftsgebiete von kleinen Grafschaften bis hin zu riesigen Königreichen als Lehnsherr kontrollieren.

Die Steuerung einer Dynastie bedeutet, dass der Spieler nicht einen bestimmten Staat oder Charakter spielt, sondern jeweils nur den Anführer der gewählten Dynastie, bzw. dessen Erben. Durch Kriege, Erbfälle und Einheiraten in andere Dynastien können neue Ländereien und Titel hinzugewonnen werden um so das Prestige der eigenen Dynastie zu befördern. Das Spiel endet, wenn eine Dynastie beim Tod des gespielten Charakters keinen Erben der eigenen Blutlinie mehr aufweist oder die Dynastie keine Landtitel mehr besitzt. Ein zentrales Element des Spiels ist somit eine zielgerichtete Heiratspolitik zur Sicherung der Nachfolge für seine Erben.

Ziel des Spiels ist es, das Ansehen (Prestige) seiner Dynastie zu steigern. Dies kann durch Zugewinn von Ländereien, Siege in militärischen Konflikten, Einheiraten in mächtige andere Dynastien oder durch verwirklichte Ambitionen (zuvor festgelegte Zwischenziele im Spiel) erfolgen. Dazu bedient sich das Spiel eines Genetik- und Ausbildungssystems, in welchem alle Charaktere in Abhängigkeit von Eltern und Ausbildern und durch Zufallsereignisse beeinflusst, körperliche Eigenschaften, geistige Fähigkeiten und Attribute wie Kultur und Religion entwickeln. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die Beziehungen zu anderen Herrschern und insbesondere zu Vasallen, die für den Spielercharakter Gebiete beherrschen. Diese Tatsache fügt dem Spiel eine zusätzliche Dimension hinzu, indem der Spieler versucht, bei der Vorausplanung von Heiraten und Ausbildung von Nachkommen ideale Nachfolger als künftige Herrscher oder Vasallen „heranzuzüchten“.

Der Spieler beherrscht eine Anzahl direkt durch ihn verwalteter Ländereien (die eigene Domäne) und zusätzlich Vasallen, die jedoch ihre Ländereien eigenständig verwalten und innerhalb ihrer eigenen Dynastie weitervererben. Die Vasallen sind verpflichtet, bei Bedarf Truppen für den Spieler bereitzustellen und Steuern an ihn abzuführen. Allerdings muss der Spieler sein Augenmerk darauf richten, die Meinung der Vasallen ihm gegenüber hoch zu halten, um Rebellionen zu vermeiden.

Crusader Kings II ist gegenüber anderen Paradox-Titeln wie etwa Europa Universalis, Hearts of Iron oder Victoria: Empire under the Sun hinsichtlich der Regelungstiefe stark vereinfacht. Während die vorgenannten Spiele es dem Spieler erlauben, nahezu jeden Aspekt der Staatsführung selbst festzulegen, sind in Crusader Kings II Feldzüge, Zusammensetzungen von Heeren und Belagerungen, ebenso wie die technische Entwicklung weitestgehend automatisiert, so dass der Spieler nur Entwicklungsrichtungen vorgibt. Dies führt dazu, dass der Schwerpunkt klar auf der Heranbildung von Charakteren, Heiratspolitik und Kontrolle von Herrschaftsansprüchen liegt.

Das Spiel bietet fünf verschiedene Führungsebenen, von denen vier für den Spieler effektiv spielbar sind.

Diese sind (in aufsteigender Reihenfolge):

  • Barone (nur bedingt spielbar) herrschen über Baronien als Vasallen von Grafen,
  • Grafen herrschen über Grafschaften und direkt über Baron-Vasallen und sind ggf. Vasallen von Herzögen und Königen, seltener auch Kaisern,
  • Herzöge herrschen über Herzogtümer und direkt über Graf-Vasallen ihres Reiches und sind ggf. Vasallen von Königen oder Kaisern,
  • Könige herrschen über Königreiche und die niederen Lehnsherren ihres Reiches und sind ggf. Vasallen von Kaisern (zum Beispiel Böhmen),
  • Kaiser beherrschen Kaiserreiche und die ihnen untergebenen Vasallen, meistens Herzöge.

Der Spieler herrscht innerhalb des Spiels jeweils nur über die Barone seiner Domäne und die Vasallen der nächstniedrigeren Führungsebene. Er übt die diplomatische, wirtschaftliche und ideelle Herrschaft über sein Gebiet aus, fördert den Ausbau seiner Ländereien und führt Kriege gegen andere Herrscher.

Im Vergleich zu anderen Globalstrategiespielen sind die Akquisitionen von Ländereien und Macht in Crusader Kings II zumeist Ergebnis langfristiger Planung bis hin zur Vorbereitung über mehrere Generationen von Erben. Zum Beispiel können einzelne Grafschaften, aber auch ganze Königreiche dem Spieler als Erbe zufallen oder auch von ihm an andere Lehnsherren oder, durch Erbteilung, an andere Geschwister abfallen. Ferner ist es auch nicht möglich ohne einen Kriegsgrund andere Reiche anzugreifen. Entweder benötigt man dazu einen Erbanspruch (auch ein Anspruch der eigenen Vasallen ist möglich) oder eine andere Religion. Erbansprüche können auch seltener durch diplomatische Maßnahmen fingiert werden.

Steuerung[Bearbeiten]

Die in Provinzen unterteilte 3D-Europakarte wird in einer Draufsicht dargestellt. Es lassen sich verschiedene Ansichten wählen, z.B. Politisch, Geographisch und Aufstandsgefahr. Die Perspektive ist stufenlos zoombar. Das Spiel läuft in Echtzeit mit wählbarer Geschwindigkeit ab, kann jedoch jederzeit angehalten werden, um in der Pause Befehle zu geben. Die Steuerung erfolgt mit Maus und Tastatur.

Versionen und DLC[Bearbeiten]

Das Spiel selbst ist mit dem Steamclient erhältlich. Ohne den Steamclient war es auf Gamersgate zu finden. Erweiterungen sind zwischen diesen beiden Versionen nicht kompatibel. Die Variante ohne Steamclient bekommt seit dem Patch 2.02 keine Unterstützung mehr. Kunden von Gamersgate bekamen Steamkeys für CK2 in ihrem Gamersgate-Konto.[3]

Seit Erscheinen des Spiels wurden beständig Nachbesserungen durch Patches realisiert. Zusätzlich bietet Paradox verschiedene kostenpflichtige Zusatzinhalte als Downloads an. Diese reichen von Erweiterungen der Spielmusik über historisch korrekte Wappen-Packages bis hin zu einem „Ruler-Designer“, der es dem Spieler erlaubt, den Anfangscharakter seiner Dynastie selbst zu erstellen und dabei dessen Aussehen, Wappen, Fähigkeiten und Eigenschaften selbst festzulegen.[4]

Weitere Zusätze, die auch den Spielinhalt erweitern:

  • Schwert des Islam (Originaltitel: Sword of Islam) – Am 26. Juni 2012 wurde das erste Expansion Pack herausgebracht, das es dem Spieler erlaubt, auch muslimische Dynastien zu führen.[5]
  • Die Nachfolge Roms (Originaltitel: Legacy of Rome) – Erweiterung mit dem Fokus auf Politik und Dynastien in Byzanz. Erweiterungen u. a. beim Intrige-System und der neuen Möglichkeit, „stehende Heere” zu besitzen.[6]
  • Die Republik (Originaltitel: The Republic)– Handelsrepubliken wie die Hanse, Gotland, Venedig, Genua oder Pisa werden spielbar. Der Zusatz erlaubt ein Spiel, das aufgrund der Spielbarkeit von Nicht-Adeligen einen anderen Blickwinkel erlaubt.[7]
  • Sonnenuntergangs-Invasion (Originaltitel: Sunset Invasion) ist eine kleinere Fantasy-Erweiterung, die eine Bedrohung im Westen Europas von einer „aztekischen Flotte“ im 13. Jahrhundert hinzufügt.[8]
  • Die alten Götter (Originaltitel: The Old Gods) – Bei diesem DLC, das am 28. Mai 2013 erschien, handelt es sich um eine umfangreiche Erweiterung. Das Spiel kann hiermit bereits im Jahr 867 begonnen werden, wobei ein Fokus auf Wikingern und deren Raubzügen und nicht-christlichen Religionen liegt. Dabei wurden neben paganen skandinavischen Religionen unter anderem der Zoroastrismus als spielbare Religion und Geschichtsereignisse der zusätzlichen ca. 200 Jahre hinzugefügt.[9] Wie auch bei Erscheinen anderer DLC-Pakete zuvor, wurde ebenso das Basisspiel überarbeitet, erweitert und damit für das Zusatzpaket vorbereitet.[10]
  • Sons of Abraham legt den Fokus auf die Abrahamitsichen Religionen (Christentum, Judentum und Islam) und führt einige neue Ritterorden für diese drei Religionen ein. Außerdem kann man seinen Herrscher auf eine Pilgerreise schicken, das Kardinalskollegium besetzen um die Papstwahl zu beeinflussen und als jüdischer Herrscher das Königreich Israel wiederherstellen. [11]
  • Rajas of India ist das siebte DLC zu Crusader Kings II und wurde am 25. März 2014 veröffentlicht. Es erweitert die Karte um den Indischer Subkontinent und die dortigen Religionen. Diese sind aber nur nach Kauf des DLC auch spielbar. [12]

Mods[Bearbeiten]

Für Crusader Kings II wurde die Möglichkeit der Spiel-Modifikation bereitgestellt. Dies reicht von Änderungen während des Spiels (Cheats), über leichten Änderungen (wie historischen Korrekturen oder zusätzlichen Grafiken), bis zu Total Conversion Mods, bei denen die umfangreichen Änderungen zu einem eigenständigen Spiel führen.

Beispiele

  • Im Mai 2012 erschien ein von Fans entwickelter „Total Conversion Mod“, welcher auf dem Roman Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin basiert.[13]
  • Ein Verbesserungsmod für die deutsche Sprachversion ist im deutschen Unterforum von Paradox Interactive erhältlich (siehe Weblinks).
  • Project Balance[14]
  • Prince And The Thane [15]

Darüber hinaus gibt es noch sehr viele weitere Modifikationen, welche von Benutzern im offiziellen Hersteller-Forum aufgelistet werden.[16]

Rezeption[Bearbeiten]

Das Spiel wurde von Kritikern insgesamt gut aufgenommen und erhielt bei Metacritic einen Score von 82 .[17]

Bewertungen der spielebezogenen Printmedien und Testportale ordneten das Spiel im oberen Viertel ihrer jeweiligen Skala ein:

Beispiele:

  • Spielemagazin.de: 75/100[18]
  • GameStar: 80/100[19]
  • Gamers.de: 84 %[20]

Ein Vertreter der Firma Paradox gab hinsichtlich der Verkaufszahlen lediglich an, dass sich das Spiel „wirklich gut verkaufe“.[21]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crusader Kings II. Auf: paradoxplaza.com, zuletzt abgerufen am 12. Juli 2012.
  2. a b Ask Paradox-(almost-Anything Thread (Balor)) v. 22. Dezember 2011 11:49 Uhr. Auf: paradoxplaza.com (Forum), zuletzt abgerufen am 12. Juli 2012.
  3. Offiz. Stellungnahme zur Einstellung der Steamclient-freien Variante auf GamersGate.
  4. Crusader-Kings-II-Ruler-Designer-DLC-Announced!. auf: paradoxplaza.com (Forum), zuletzt abgerufen am 20. November 2012.
  5. Information--First-Expansion. auf: paradoxplaza.com (Forum), zuletzt abgerufen am 12. Juli 2012.
  6. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam, aufgerufen am 27. Februar 2013
  7. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam, aufgerufen am 27. Februar 2013
  8. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam aufgerufen am 27. Februar 2013
  9. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam aufgerufen am 30. Mai 2013
  10. Liste der umfangreichen Änderungen des Basisspiels bei Erscheinen von The Old Gods (Paradoxforum) aufgerufen am 23. Juni 2013
  11. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam, aufgerufen am 23. Mai 2014
  12. Beschreibung des DLC-Pakets bei Steam, aufgerufen am 23. Mai 2014
  13. [Mod] A Game of Thrones. Abgerufen am 12. Juni 2012.
  14. [Mod] Project Balance im Paradoxplaza-Forum. Abgerufen am 16. März 2013.
  15. [Mod] The Prince and the Thane im Paradoxplaza-Forum. Abgerufen am 16. März 2013.
  16. Liste von Spielermodifikationen auf: paradoxplaza.com (Forum), zuletzt abgerufen am 30. Mai 2013.
  17. Crusader Kings II bei metacritic.com.
  18. Crusader-Kings-II-Test auf Spielemagazin.de.
  19. Test bei gamestar.de.
  20. Website gamers.de.
  21. [1]