Crwth

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Crwth, Wales, erstes Viertel des 19. Jahrhunderts (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim)

Die Crwth [kruːθ], lat. auch Crotta, Rotta, ist eine keltische, vor allem walisische gestrichene Leier mit Fingerbrett.

Sie erfreute sich im Mittelalter großer Beliebtheit und drang über den keltischen Siedlungsbereich hinaus bis nach Nordeuropa vor. Die Crwth ähnelt einer antiken Leier und wurde wie diese zunächst gezupft. Ende des 8. Jahrhunderts wurde ein flaches Griffbrett eingeführt. Seit dem 10. Jahrhundert wurde die Crwth mit einem Pferdehaarbogen bespielt. Andere europäische Streichinstrumente wie die Rotte, die schwedische Stråkharpa (Talharpa) und der finnische Jouhikko stammen wohl von ihr ab. Die Crwth hat sechs Saiten, zwei davon liegen links außerhalb des Griffbretts und sind nur Bordunsaiten. Diese beiden Saiten können durch ihre Positionierung auch gezupft werden.

Die Crwth kam im 17. Jahrhundert außer Gebrauch, allein in Wales hielt sie sich noch einige Zeit. Die ältesten erhaltenen Instrumente sind drei walisische Crwths aus dem 18. Jahrhundert, die in Museen in Cardiff, Aberystwyth und Warrington ausgestellt sind. Erst in den letzten Jahren wurde die Crwth im Zuge der Wiederbelebung keltischer Folklore wieder rekonstruiert und gespielt. Verschiedene Weiterentwicklungen der historischen Crwth werden in der anthroposophischen Musiktherapie eingesetzt.

Die Stimmung der Crwth ist nicht eindeutig überliefert. Sie wird heute meist in G gestimmt: g, g1, c1, c2, d1, d2.

Die Mensur beträgt zwischen 39 und 42 cm.

Ihr Klang wird als warm, erdig und angenehm beschrieben.

Von der Crwth ist der Familienname Crowther abgeleitet. Nach dem Instrument ist auch das Musiktheaterkollektiv „CRwTH“ des französischen Komponisten François Sarhan benannt.

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