Cryptanthus

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Cryptanthus
Cryptanthus zonatus, mit wellenförmig gezeichneten Blättern.

Cryptanthus zonatus, mit wellenförmig gezeichneten Blättern.

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Bromelioideae
Gattung: Cryptanthus
Wissenschaftlicher Name
Cryptanthus
Otto & A.Dietr.

Cryptanthus ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae, die zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) gehört. Die etwa 78 Arten sind hauptsächlich im östlichen Brasilien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Cryptanthus-Arten wachsen als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen meist terrestrisch. Die meisten Cryptanthus-Arten sind relativ klein (Rosettendurchmesser 15 bis 30 cm, selten mehr). Die derben, parallelnervigen Laubblätter sitzen an einer gestauchten Hauptachse in einer grundständigen Rosette. Die Blätter sind durch einen gezähnten Blattrand leicht bewehrt. Das dekorativste an den Cryptanthus-Arten sind ihre manchmal gewellten, oft schön gezeichneten (gemusterten) Blätter. Die Blätter besitzen mindestens an der Blattunterseite Saugschuppen.

Die Blütenstände haben stark gestauchte Sprossachsen und so sitzen alle Blüten in einem „Köpfchen“ zusammen in der Mitte der Blattrosette (sehr unscheinbar, „versteckt“, daher der Name). Die kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die drei meistens weißen, manchmal grünlichen, spreizenden Kronblätter enden stumpf. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind teilweise mit den Kronblättern verwachsen. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer dreilappigen Narbe.

Die Blütenformel lautet \star \; K_{(3)} \; C_3 \; A_{3+3}  \; G_{\overline{(3)}}.

Es werden Beeren gebildet.

Habitus von Cryptanthus leopoldo-horstii im Habitat

Vorkommen[Bearbeiten]

Ihre Areale der Cryptanthus-Arten liegen fast nur in den Trockenwäldern im östlichen Brasilien. Es sind überwiegend terrestrisch auf dem Waldboden lebende Arten.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Habitus und Blüten von Cryptanthus bahianus
Habitus und Laubblätter von Cryptanthus beuckeri
Habitus und Blüten von Cryptanthus microglazioui
Habitus mit Kindel von Cryptanthus warasii
Habitus und Blüten von Cryptanthus warren-loosei
Cryptanthus zonatus, durch die gestauchte Blütenstandsachse sitzen die dreizähligen, weißen Blüten nestartig zwischen den Blättern. Links oben ein Kindel.
Habitus und Blüten der panaschierten Sorte Cryptanthus bromelioides 'Tricolor'

Die gültige Erstveröffentlichung der Gattung Cryptanthus erfolgte 1836 durch Christoph Friedrich Otto und Albert Gottfried Dietrich in Über eine neue Gattung in der Familie Bromeliaceae in Allgemeine Gartenzeitung, 4. Jahrgang, Nr. 38, S. 297-299.[1]. Typusart ist Cryptanthus bromelioides Otto & A.Dietr. Der Name Cryptanthus Otto & A.Dietr. nom. cons. wurde gegenüber dem älteren Homonym Cryptanthus Osbeck nom. rej. konserviert (Melbourne ICN Art. 14.10 & App. III, ICN Art. 53).[2] Synonyme für Cryptanthus Otto & A.Dietr. sind: Pholidophyllum Visiani, Madvigia Liebmann, Eucryptanthus Mez (heute eine Untergattung Cryptanthus subgen. Eucryptanthus Mez), Hoplocryptanthus Mez (heute eine Untergattung Cryptanthus subgen. Hoplocryptanthus Mez).[3] Der Gattungsname Cryptanthus leitet sich von altgriechisch κρυπτός kryptós für „versteckt“, „verborgen“ und altgriechisch ἄνθος ánthos für die „Blüte“ oder „Blume“ ab. Der Gattungsname bedeutet also direktübersetzt „Verstecktblühende“.

Es gibt etwa 78 Cryptanthus-Arten (Stand 2014):[4][3]

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Arten und Sorten (es gibt auch Sorten mit panaschierten Blättern) werden als Zierpflanzen verwendet. Sie eignen sich sehr gut als Zimmerpflanzen, da sie sehr einfach zu pflegen sind und relativ klein sind. Da sie sehr robust sind, von den meisten Tieren nicht gefressen werden und völlig ungiftig sind, kann man sie für Terrarien sehr empfehlen. Die Vermehrung erfolgt durch Kindel. Selten werden Cryptanthus-Arten Erdstern genannt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto & Dietrich 1836 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Cryptanthus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 11. September 2014.
  3. a b In „Species Index“ auf Cryptanthus klicken bei Eric J. Gouda, Derek Butcher & Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 3.1 (2012) mit updates in 2013 und 2014. zuletzt eingesehen am 19. September 2014
  4. Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, 2008 bei The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International. (PDF-Datei; 314 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cryptanthus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien