Crypto AG

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Crypto AG
Rechtsform Aktiengesellschaft [1]
Gründung 1952
Sitz Steinhausen, Schweiz
Leitung Giuliano Otth
(CEO)
Georg Stucky
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 250
Branche Informationssicherheit
Website www.crypto.ch
Sprachverschlüsselungsgerät CVX-396

Die Crypto AG mit Sitz in Steinhausen ist ein international tätiges Schweizer Unternehmen im Bereich der Informationssicherheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Die am 19. Mai 1952 in Zug durch den schwedischen Kryptographen Boris Hagelin gegründete Crypto AG entwickelt und produziert unter dem Slogan Total Information Security Sicherheitslösungen für Militärs, Unternehmen, Privatpersonen, Banken und Regierungen. Die erste vollständig in der Schweiz produzierte Maschine war die C-52, eine Weiterentwicklung der C-36, die Boris Hagelin bereits vor dem Zweiten Weltkrieg an zahlreiche Nationen und – in Lizenz (Typ M-209) – an die US-Streitkräfte verkauft hatte. Aus den Konstruktionselementen der C-36 wurden in der Folgezeit die weiteren Modelle entwickelt. Boris Hagelin zog sich aus seiner aktiven Tätigkeit im Unternehmen zurück, als sich die Technik der Chiffriermaschinen immer mehr Richtung Elektronik bewegte. Das Unternehmenslogo mit dem orangen «H» verkörpert - damals wie heute - den Anfangsbuchstaben seines Gründers.

Produkte[Bearbeiten]

Die Crypto AG bietet Verschlüsselungen für Funk, Telefon, VPN und Lichtwellenleiter. Gross geworden ist die Crypto AG durch den Verkauf von Funkgeräten an Regierungen für den Botschaftsfunk. Die verwendeten Verschlüsselungsalgorithmen sind nicht öffentlich und nur wenigen Mitarbeitern des weltweit tätigen Unternehmen in genaueren Details bekannt. Die Implementierung der Algorithmen erfolgt demnach nach dem Security through Obscurity-Prinzip. Eine Bewertung der Sicherheit durch jedermann ist daher (mangels offengelegtem Quellcode) nicht abschliessend möglich.

Die Crypto AG hat Niederlassungen in Argentinien, der Elfenbeinküste, Malaysia, Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zusammen mit der 1988 gegründeten Schwestergesellschaft InfoGuard AG ist die Crypto AG unter dem Dach der «The Crypto Group AG» mit Sitz in Steinhausen organisiert.[2]

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten]

Die Crypto AG geriet 1996 in die Schlagzeilen, da das Unternehmen in den Verdacht geriet, bis Ende der 1980er Jahre - unter Mitwirkung deutscher und amerikanischer Geheimdienste - manipulierte Schutzgeräte vertrieben zu haben. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" widmete in seiner Printausgabe Nr. 36 (1996) unter dem Titel "Wer ist der befugte Vierte? Geheimdienste unterwandern den Schutz von Verschlüsselungsgeräten" dem Geschäftsgebaren der Crypto AG einen Artikel.[3] In einem weiteren kritischen Bericht befasst sich MediaFilter.org mit den Verflechtungen zwischen der Crypto AG und dem amerikanischen Geheimdienst NSA[4].

2014 veröffentlichte das ZDF eine Reportage über die NSA-Affäre. In dieser sagt ein ehemaliger Mitarbeiter aus, dass er gezwungen wurde, einen Algorithmus-Entwurf zur Verschlüsselung von Daten abzuschwächen. Dies sei mehrfach passiert und in Absprache mit dem Bundesnachrichtendienst geschehen. Der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom bezeichnete die Crypto AG in diesem Zusammenhang als „verlängerten Arm des BND“. Er sagt aus, dass der BND gezielt Algorithmen in die Verschlüsselungssysteme der Crypto AG eingebaut habe, welche diesem ermöglicht habe, die Telekommunikation der über 20 Käuferstaaten zu knacken. Sowohl die Crypto AG als auch der BND bestreiten dies.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag der «Crypto AG» im Handelsregister des Kantons Zug
  2. The Crypto Group
  3. "Wer ist der befugte Vierte? Geheimdienste unterwandern den Schutz von Verschlüsselungsgeräten"
  4. "Cryptogate - Crypto AG: The NSA's Trojan Whore?"
  5. ZDF: Verschwörung gegen die Freiheit. Teil 2. Abgerufen am 29. Mai 2014 in der ZDF-Mediathek