Cudell

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Cudell Dreirad von 1898
Cudell von 1899
Cudell von 1901

Cudell war ein deutscher Hersteller von Automobilen.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen Cudell Motor Compagnie wurde 1897 von Max Cudell in Aachen zur Produktion von Automobilen nach Lizenzen von De Dion-Bouton gegründet. 1899 wohnte der Metallwarenfabrikant Max Cudell, Inhaber der Firma Cudell & Co. Krefelder Straße 2 in Aachen.[1] 1905 ging das Unternehmen in Konkurs. 1908 wurde die Produktion endgültig eingestellt.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Anfangs wurden Modelle nach Lizenz von De Dion-Bouton hergestellt. Das erste Modell war ein Tricycle, bei dem sich das einzelne Rad vorne befand. Der Fahrer saß auf einem Fahrradsattel und steuerte mit einem Lenker. Der Einzylindermotor leistete 1,75 PS und war im Heck montiert. 1899 folgte als erstes vierrädriges Fahrzeug Lizenzbau der Voiturette De Dion-Bouton Vis-à-vis als Motorwagen 3,5 PS mit einem wassergekühlten Einzylindermotor mit 402 cm³ Hubraum im Heck, der 3,5 PS leistete. Bei einem Radstand von 136 cm bot das Fahrzeug, dessen vordere Sitzbank sich trotz der Vis-à-vis genannten Karosserieform auch in Fahrtrichtung gedreht anbringen ließ, Platz für vier Personen.

1901 erschien der Motorwagen 4,5 PS mit 510 cm³ Hubraum und 4,5 PS Leistung. 1902 folgte die stärke Version Motorwagen 6 PS mit 700 cm³ Hubraum und 6 PS Leistung, außerdem erschienen Lizenzversionen der etwas größeren Voiturette Populaire mit Frontmotor und 6 PS oder 8 PS. 1903 folgten Zweizylindermodelle mit 8 PS und 10 PS. Letztes Lizenzmodell war 1904 ein Fahrzeug mit Vierzylindermotor.

1904 brachte Cudell unter der Leitung von Karl Slevogt als erste eigene Entwicklung den 16/20 PS mit Vierzylindermotor und 2554 cm³ Hubraum heraus. 1905 folgte der Phönix 35/40 PS mit vier Zylindern, 6100 cm³ Hubraum und 45 PS Leistung, den es als Doppelphaeton und Limousine geben sollte. Nach dem Konkurs 1905 wurden nur noch wenige Fahrzeuge hergestellt.

In den USA wurde 1904 der luftgekühlte 16 PS Vierzylinder mit Vierganggetriebe, Kardanantrieb, Holz-/Stahl-Fahrgestell mit 1892 mm Radstand und Tonneau-Karosserie für 5 Personen angeboten. Das Fahrzeug kostete unbescheidene US$ 4500 und war auch mit einem wassergekühlten Vierzylinder mit 22 PS erhältlich. Die Vertretung hatte Clodio & Widmayer an der 10 West 33rd Street in New York.[2]

Ein Fahrzeug dieser Marke ist in der Autoworld Brussels in Brüssel zu besichtigen.

Cudells Weltreise[Bearbeiten]

"Thomsenbill" ("Thomsen-Auto"), das erste Auto auf Island. Rechts der Besitzer Ditlev Thomsen, in der Mitte der Chauffeur Þorkell Þ. Clementz (1904)

Ingenieur Max Cudell befand sich mit Dr. Lehweß aus London im Jahr 1902 in seinem Kraftwagen Passe-Partout auf Weltreise. Anfangs hatten Grenzprobleme eine Verzögerung der Fahrt bewirkt. Ihre Ankunft in Russland verspätete sich. Dienstag, den 14. Oktober ging es von Sankt Petersburg weiter. Montag, den 20. Oktober trafen die Globetrotter in Moskau ein. Es lag bereits Schnee.[3]

Ein gebraucht mit Regierungshilfe gekaufter Cudell war 1904 das erste Automobil in Island.[4]

Motorenherstellung und Lizenzen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Halwart Schrader: Deutsche Autos 1885–1920. Motorbuch Verlag, Stuttgart, ISBN 3-613-02211-7.
  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die große Automobil-Enzyklopädie. BLV, München 1986, ISBN 3-405-12974-5.
  • George Nick Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, Paris 1975. (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cudell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adressbuch Aachen. 1899.
  2. oldcarbrochures.com: Automobiles of 1904; Cudell
  3. Stadt Aachener Zeitung, Sonntag, 26. Oktober 1902; s.a. Radwelt.
  4. The Antique Automobile Club of Iceland; Short history of cars in Iceland.