Cuiseaux

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Cuiseaux
Wappen von Cuiseaux
Cuiseaux (Frankreich)
Cuiseaux
Region Burgund
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Kanton Cuiseaux.
Koordinaten 46° 30′ N, 5° 23′ O46.4941666666675.3877777777778279Koordinaten: 46° 30′ N, 5° 23′ O
Höhe 188–647 m
Fläche 21,26 km²
Einwohner 1.812 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 85 Einw./km²
Postleitzahl 71480
INSEE-Code
Website http://www.cuiseaux.fr/

Cuiseaux ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Burgund. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux, von dem sie auch Hauptort ist. Die Gemeinde hat 1812 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011), sie werden Cuiselliens, resp. Cuiselliennes genannt.

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Geographie[Bearbeiten]

Cuiseaux liegt im äußersten Osten der Region Burgund, zusammen mit der südlichen Gemeinde Champagnat schiebt sich das Gemeindegebiet bis tief in das Gebiet der Franche-Comté an den Jurafuß vor. Quer durch das Gemeindegebiet fließt der Ruisseau du Breuil in Süd-Nord-Richtung, von Champagnat her, wo er am Jurafuß entspringt. Einen Teil der Westgrenze bildet der Ruisseau de l’Étang de Semon, der die Étangs de Semon und de Louvarel entwässert. Das Gemeindegebiet ist stark bewaldet, im besonderen Masse der Westen, wo sich kaum Siedlungen finden. Durch die Gemeinde führen die Durchgangsstraße D 972 (Louhans–Cuiseaux), eine alte Römerstraße, und die Durchgangsstraße D 11 (Varennes-Saint-Sauveur-Cuiseaux). Die Autobahn A39 durchschneidet das westlichste Gemeindegebiet und die Départementsstraße D 1083 (Lons-le-SaunierBourg-en-Bresse) zieht sich dem Jurafuß entlang durch den Ort Cuiseaux. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler: Balerne, Balme, Bel-Air, Bregou, Breuil, Cadole, Capettes, Chambrion, Champ-Bertrand, Champ-Carrat, Champ-de-Foire, Chapelle, Chatey, Chaussée, Chemin-de-Planet, Chemin-de-Ronde, Chemin-du-Fonds-de-Saumoux, Chêne-Robert, Clos-d’Épy, Convers, Cousles, Donchoir, Dupreys, Durtau, Ermitage, Forêt-d’en-Bas, Frontenelles, Glaiteron, Grande-Broye, Grande-Forêt, Grandes-Terres, Jarrey, Madeleine, Maison-Rollier, Maison-Rouge, Marre, Mary, Meix-Roussillon, Miche, Moissonnière, Moisy, Mont-Bouchet, Moulin-Rouge, Muriers, Olmus, Petite-Broye, Petite-Forêt, Pont-de-Pierre, Quincenat, Ramasse, Reuille, Rongeon, Roue, Rutys, Saint-Jacques, Saint-Jérôme, Saint-Thomas, Semon, Serpente, Sous-Moux, Surville, Talon, Terres-Fortes, Toulonjon, Tourtelle, Tuilières, Vaucluse, Vieille-Route, Ville-Neuve.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Cuiseaux ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 10.6°C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 883 mm.

Cuiseaux
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cuiseaux
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,4 6,5 11,7 15,3 19,5 23,1 25,4 24,8 21,3 15,4 9,3 5,0 Ø 15,2
Min. Temperatur (°C) -1,4 -0,6 2,0 5,0 8,7 12,1 14,0 13,6 11,0 6,8 2,9 -0,2 Ø 6,2
Temperatur (°C) 1,5 2,9 6,8 10,1 14,1 17,6 19,7 19,2 16,1 11,1 6,1 2,4 Ø 10,7
Niederschlag (mm) 68 66 65 64 82 83 63 83 83 71 84 71 Σ 883
T
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Etymologie[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1131 als Cusellum. Die Gegend entlang des Jurafusses war schon früh besiedelt, ursprünglich von keltischen Stämmen, später durch die römischen Invasoren. Cuiseaux bestand schon in der hohen Kaiserzeit, wie Funde von Münzen bestätigen (davon eine goldene von Vitellius mit zwei Kindergesichtern). Es ist deshalb anzunehmen, dass der Ortsname auf die gallo-römische Sprache zurückgeht und aus der Bezeichnung für Wald entstanden ist. Die ausgedehnten weiten Waldgebiete wurden von den Kelten Ceto – Coet – Cotia bezeichnet, bei den Römern fand dieser Begriff als Cetum im Latein Eingang. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass die Ortsbezeichnung von Cuiseaux auf keltische Ursprünge zurückgeht und sich auf die waldreiche Gegend bezieht.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Cuiseaux liegt am Fuß der ersten Anhöhen des Juras, die Gegend wurde schon 974 als In pago Reverimontis (Rückseite der Berge) bezeichnet, und ist eine sehr alte Stadt, wo die Mönche von Gigny schon ein Priorat gegründet hatten, das Priorat de Monz (Madeleine, 281 Meter, westlich des Stadtzentrums). Im 15. Jahrhundert wird sie beschrieben als Ort großer Liebenswürdigkeit, fruchtbar in allen Beziehungen des Gesellschafts- und Geschäftslebens. Die Stadt verfügte über Festungsmauern und eine wehrhafte Burg, die den Herren von Cuiseaux gehörte. Diese Familie war hoch angesehen, einige ihrer Mitglieder hatten sich in den Kreuzzügen hervorgetan, waren Vasallen der Herzöge von Burgund und später der Herren von Sainte-Croix und besassen mehrere Lehen in der Franche-Comté und der Bresse. Aimon Lumbel de Cuiseaux erscheint 1131 als Mitbegründer des Klosters Miroir, Jean de Cuiseaux, sein Urenkel, erlässt 1265 einen Freibrief.

1284 verkauft Henri d'Antigny, Herr von Sainte-Croix die Oberhoheit über Cuiseaux an Herzog Robert II., wodurch das Gebiet burgundisch wird. 1316 stirbt das Geschlecht der Cuiseaux aus und die Herrschaft gelangt an Hugues de Chalon, Herr von Arlay, schließlich an Jean de Chalon, den ersten Prinz von Orange. Die Chalons blieben Herren über Cuiseaux während etwa drei Jahrhunderten, obwohl ihnen aus politischen Gründen die Hoheit einige Male entzogen wurde. Dies geschah beispielsweise während des Krieges zur Annexion der Franche-Comté unter Louis XI.. Um die Bewohner von Cuiseaux dafür zu bestrafen, dass sie sich auf die Seite von Maria von Burgund gestellt hatten, ließ Farouche Craon der Gouverneur von Burgund Cuiseaux abbrennen. Am 25. Juni 1477 legte er Feuer, die ganze Stadt brannte nieder, mit Ausnahme eines Hauses und der Kirche. Nach Friedensschluss gelangte die Herrschaft wieder an die Familie Chalon, bis Claude de Chalon sich mit Heinrich von Nassau verheiratete und der Besitz an diese überging. Die Herrschaft wechselte weiter ihren Besitzer, bis sie durch Henri II. de Bourbon, prince de Condé erworben wurde, der 1634 den Freibrief bestätigte. Die Wechsel gingen weiter, 1780 gehörte sie Étienne-Jean Nayme, Siegelbewahrer des obersten Gerichtshofs des Burgund. Mit der Revolution gelangte Cuiseaux zum Département Saône-et-Loire.

Das Schloss der Herren von Cuiseaux war sehr stark befestigt und sehr umfangreich. Es befand sich im Nordosten des Hospitals. Das Herrschaftshaus der Prinzen von Orange ist in der Grande-Rue noch zu sehen, ebenfalls das Stadttor Le Verger, das als einziges verblieben ist. Die Stadtmauer wies einstmals 36 Türme auf.

Die Kirche datiert aus dem 12. Jahrhundert, Reste aus der romanischen Zeit lassen darauf schließen, dass sie ein bemerkenswertes Gebäude gewesen sein muss. Die Kirche wurde mehrfach restauriert und rekonstruiert. Die Säulen beim Sanktuarium datieren aus dem 15. Jahrhundert und sind bemerkenswert wegen der Originalität ihrer Skulpturen, von denen einige groteske und fantastische Figuren zeigen. Die Kirche ist dem Heiligen Thomas von Canterbury geweiht.[2] 1426 verlegte der Erzbischof von Lyon, Amédée II. de Talarn, das Chorherrenstift von Chavannes-sur-Suran nach Cuiseaux, da dieses fruchtbarer sei und Wohlstand für das Gemeindeleben und die Kaufleute verspreche, damit wurde das Haus zu einer Stiftskirche. Zur Kirche gehörte eine Familiarité, um dort Mitglied zu werden, musste man in Cuiseaux geboren und getauft worden sein. Der Kirche waren mehrere Kapellen angegliedert, am 6. August 1410 stiftete Guillaume Bouton die Kapelle Notre-Dame mit Roben für die Kapläne und ein Wohnhaus für diese.

Außerhalb der Kirche bestand die Kapelle Notre Dame du Noyer, wo angeblich ein junger Schäfer am 1. Mai 1249 die Statuette einer Schwarzen Madonna fand. Nach der Revolution wurde die Kapelle verkauft und eine Familie versteckte die Statuette, bis sie am 15. August 1802 in der Kirche untergebracht wurde. Während über 700 Jahre wurde sie in besonderem Masse verehrt, man brachte ihr die totgeborenen Kinder und die Kranken in der Hoffnung auf Heilung und andere Wunder. Die Geschichte der Schwarzen Madonna wird in einem Glasfenster dargestellt. Die Kapelle Magdeleine, das ursprüngliche Priorat de Monz, bestand bis ins 18. Jahrhundert, eine Kapelle des Heiligen Jérôme ersetzte im 16. Jahrhundert die Leprastation, ferner bestand ein Oratorium im Nordosten des Ortes und ein Hospiz, eine Einsiedelei in einer Schlucht östlich der Siedlung und seit dem 14. Jahrhundert wird ein Spital erwähnt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [3])
1793 1800 1821 1831 1841 1851 1861 1872 1881 1891 1901 1911 1921 1931 1946 1962 1975 1982 1990 1999 2006 2011
1429 1700 1703 1794 1667 1681 1542 1544 1535 1509 1432 1439 1268 1270 1350 1682 1813 1816 1779 1749 1764 1812
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Altstadt, die nach dem Brand von 1477 wieder aufgebaut wurde, mit mehreren Arkadenhäusern
  • Reste der Stadtmauer mit dem Stadttor Le Verger
  • Friedhofskapelle, historisches Denkmal
  • Thomaskirche aus dem 12./15. Jahrhundert mit Chorgestühl und Altaraufsatz
  • Schloss der Prinzen von Orange
  • Residenz der Familie Nayme als letzten Besitzern der Herrschaft Cuiseaux

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inge Resch-Rauter: Unser Keltisches Erbe. Leseprobe, ISBN 978-3-9500167-0-3, abgerufen 12. Dezember 2014.
  2. Kurzbeschrieb der Thomas-Kirche von Cuiseaux, französisch, abgerufen 12. Dezember 2014.
  3. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 11. Dezember 2014 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cuiseaux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Commune de Cuiseaux (französisch)