Curt Max Prüfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Curt Max Prüfer (* 26. Juli 1881 in Berlin-Friedenau; † 30. Januar 1959 in Baden-Baden) war ein deutscher Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Prüfer studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Arabistik und schloss dieses Studium 1906 mit einem Philosophie-Diplom ab. Er wurde im selben Jahr mit seiner Schrift Ein ägyptisches Schattenspiel zum Doktor der Philologie promoviert. 1907 trat er als Dolmetscher in den Auswärtigen Dienst ein. Bis 1919 war er in Kairo und Konstantinopel akkreditiert. Aufgrund seiner in Kairo erlangten praktischen Sprachkenntnisse verfasste er für den Baedeker-Verlag im Ägypten-Band von 1928 die Einführung in den arabischen Dialekt von Ägypten.[1]

Im Ersten Weltkrieg machte er Feindaufklärung in Palästina und Syrien, schrieb 1915 Berichte für den ottomanischen Gouverneur von Palästina und Syrien Cemal Pascha und war an der Vorbereitung von deutsch-osmanischen Angriffen gegen britische Posten am Suez-Kanal beteiligt. Von 1926 bis 1927 war er in Tiflis akkreditiert.[2]

Von 1930 bis 1936 war er in der Wilhelmstraße stellvertretender Leiter der Abteilung Anglo-Amerika und Orient. Prüfer war von 1936 bis 1939 Leiter der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes in der Wilhelmstraße. Er trat der NSDAP im Dezember 1937 bei, betrieb in seiner Schlüsselposition Kaderpolitik für die NSDAP und drängte Beamte, deren Ehefrauen Jüdinnen waren, aus ihren Ämtern. Das von Joachim von Ribbentrop geleitete Ministerium entsandte Prüfer zu Getúlio Dornelles Vargas. Mit dem Kriegseintritt von Brasilien kehrte Prüfer im Herbst 1942 in das Deutsche Reich zurück. Bis Mitte 1943 leitete er die Orient-Abteilung des Außenministeriums und betreute den Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini. Im September 1943 wurde Prüfer in den Ruhestand versetzt und zog daraufhin mit seiner Familie in die Schweiz.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6.
  • Donald M. Mc Kale, Rewriting History: The Original & Revised World War II Diaries of Curt Prüfer, Nazi Diplomat. Kent State University Press, Ohio 1989. ISBN 978-0-87338-364-6
  • Donald M. Mc Kale, Curt Prüfer: German Diplomat from the Kaiser to Hitler. Kent State University Press, Ohio 1987, ISBN 978-0-87338-345-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ägypten und der Sudan. Karl Baedeker, Leipzig 1928, S. XXVIII ff.
  2. Eintrag für Curt Prüfer im Bundesarchiv [1]
  3. Donald M. McKale, Traditional Antisemitism and the Holocaust: The Case of the German Diplomat Curt Prufer

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Fritz Max Weiss Botschafter des Deutschen Reichs in Äthiopien
1928–1930
Erich Hossenfelder
Karl Ritter Botschafter des Deutschen Reichs in Brasilien
1939–1942
Fritz Oellers