Curtatone-Klasse

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Curtatone, 1942.jpg
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 4
Bauwerft

Fratelli Orlando & Co in Livorno

Dienstzeit

1923 bis 1951

Technische Daten
Verdrängung
  • 967 ts Typverdrängung
  • 1170 t Konstruktionsverdrängung
  • 1214 t Einsatzverdrängung
Länge

84,94 m

Breite

8,02 m

Tiefgang

2,48 m

Antrieb
  • 4 Thornycroft-Kessel
  • 2 Satz Zoelly-Turbinen
    auf 2 Wellen
  • 22.000 WPS
Bewaffnung
  • 4 × 10,2-cm-Geschütze (2×2)
  • 2 × 7,6-cm-Fla-Geschütze L/30 (2×1)
  • 6 × 45,7-cm-Torpedorohre (2×3)

Die Curtatone-Klasse war eine Klasse von vier Zerstörern der italienischen Marine. Sie ähnelten den von derselben Werft gebauten Schiffen der Palestro-Klasse und kamen in Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. Sie wurden nach Schlachten der Italienischen Unabhängigkeitskriege benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zerstörer der Klasse (Curtatone, Castelfidardo, Calatafimi und Monzambano) wurden alle bei Fratelli Orlando & Co in Livorno gebaut. Die Aufträge für alle vier wurden noch im Ersten Weltkrieg zusammen mit denen für die vier Zerstörer der Palestro-Klasse vergeben, sie wurden damals aber auf Grund des Materialmangels nicht begonnen.[F 1] Die Schiffe wurden dann erst vier Jahre später, 1920 und 1921, auf Kiel gelegt. Als erste Einheit lief die Curtatone am 17. März 1922 vom Stapel, die am 21. Juni 1923 ebenfalls als erste in Dienst ging. Als letzter Zerstörer ging die Monzambano am 4. Juni 1924 in Dienst.

Die vier Boote wurden am 1. Oktober 1938 zu Torpedobooten umklassifiziert.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bildeten die Einheiten das 16. Torpedoboot-Geschwader in La Spezia. Von dort aus griff das Torpedoboot Calatafimi am 14. Juni 1940 zunächst allein und dann zusammen mit Schnellbooten der 13. MAS-Flottille erfolglos einen weit überlegenen französischen Verband an.[F 2] Bis Herbst 1940 verlegten alle vier Einheiten in die Adria, um dort auf den Nachschublinien nach Albanien Geleitschutz zu leisten. Die gleiche Aufgabe kam ihnen 1941 bis 1943 in der Ägäis zu. Dabei ging am 20. Mai 1941 die Curtatone durch einen Minentreffer im Saronischen Golf verloren. Nach der italienischen Kapitulation gelangten die Calatafimi (erbeutet in Piräus) und die Castelfidardo (erbeutet in der Suda-Bucht, Kreta) in den Dienst der Kriegsmarine, die sie als TA 19 und TA 16 zur Geleitsicherung einsetzte. Beide Einheiten gingen dabei verloren.[W 1] Die Monzambano kämpfte auf alliierter Seite weiter, überstand den Krieg und ging erst am 15. April 1951 aus dem Dienst der italienischen Marine.[W 2]

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Rumpf und Antrieb[Bearbeiten]

Die vier Zerstörer waren ein Modifizierung des Palestro-Typs, gegenüber diesem wurde der Rumpf um 4,5 m verlängert. Die Boote hatten somit eine Typverdrängung von 967 ts, eine Konstruktionsverdrängung von 1170 t bei 1214 t Einsatzverdrängung. Die Länge über alles lag bei 84,94 m, die Breite bei 8,02 m bei einem mittleren Tiefgang von 2,48 m[F 3]

Den Antrieb bildeten vier Thornycroft-Kessel mit zwei Satz Zoelly-Turbinen, die auf zwei Wellen wirkten und 22.000 WPS leisteten. Der gleiche Antrieb kam schon bei der Palestro-Klasse zum Einsatz. Bei den Probefahrten erreichte die Curtatone 36,6 kn[A 1], Castelfidardo 35,5 kn bei einer Konstruktionsgeschwindigkeit von 32 kn. Mit der Bunkerkapazität von 200 t Öl lag der Fahrbereich bei 390 Seemeilen bei 28 kn Fahrt.[F 4]

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Bewaffnung bestand aus vier 10,2-cm-Geschützen in Doppellafetten, zwei 7,6-cm-Flakgeschützen L/30 in Einzellafetten sowie sechs 45,7-cm-Torpedorohren in Drillingssätzen. Daneben konnten nach Einbau der entsprechenden Einrichtungen im Jahr 1930 16 Seeminen mitgeführt werden.[F 4] Alle größeren Geschütze und Torpedorohre waren erstmals bei einem italienischen Entwurf auf der Mittschiffslinie angeordnet.[W 3]

Die vier 10,2-cm-Geschütze L/45, Modell 1919 von Schneider-Armstrong waren als Wiegelafette mit maximal 35° Rohrerhöhung ausgelegt. Diese Geschütze waren die ersten Doppellafetten, die auf einem Zerstörer weltweit zum Einsatz kamen. Die Curtatone-Klasse blieb die einzige Klasse, die diese Geschütze erhielt, und auch hier wurden sie später entfernt und durch Geschütze in Einzellafetten ersetzt.[W 3]

Die Torpedo- und Flak-Bewaffnung wurde später ebenfalls verschiedentlich geändert, insbesondere die beiden im Dienst der deutschen Kriegsmarine genommenen Einheiten erhielten eine geänderte Flakbewaffnung.

Die Besatzung bestand aus 117 Offizieren und Mannschaften.[W 3]

Einheiten[Bearbeiten]

Kennung Name Kiellegung Stapellauf Indienststellung Werdegang
CT Curtatone 3. Januar 1920 17. März 1922 21. Juni 1923 gesunken 20. Mai 1941
CD Castelfidardo 20. Juli 1920 4. Juni 1922 7. März 1924 als TA 16 in deutschem Dienst infolge eines Luftangriffes in Heraklion gesunken
CM Calatafimi 1. Dezember 1920 17. März 1923 25. Mai 1924 als TA 19 am 9. August 1944 versenkt durch griechisches U-Boot Pipinos vor Vathi[W 1]
MB Monzambano 20. Januar 1921 6. August 1923 4. Juni 1924 außer Dienst am 15. April 1951

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, 1995, ISBN 3-613-01426-2 (engl. Original: Destroyers of World War Two. Arms & Armours Press, London):
  1. a b M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg, Seite 50
  2. M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg, Seite 175
  3. a b c M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg, Seite 174
  • Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten, Band 1 und 2, Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0762-9:
  1. Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten. Band 1, Seite 180
  2. Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten. Band 2, Seite 228
  3. Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten. Band 1, Seite 306
  4. a b Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten. Band 1, Seite 181

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Angabe aus Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg, Seite 174. Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten, Band 1, Seite 181 nennt 33,6 Knoten