Cyprian Kamil Norwid

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Cyprian Kamil Norwid
Die Unterschrift Norwids
Dolce far niente, Selbstporträt 1845

Cyprian Kamil Norwid (* 24. September 1821 in Laskowo-Głuchy in Masowien; † 23. Mai 1883 in Paris) war ein polnischer Dichter. Er zählt zu den bedeutendsten Poeten des Landes.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Norwids Vater arbeitete für die Adelsfamilie Radziwiłł, seit 1825 wurde Norwid als Waise von seiner Großmutter erzogen. Er besuchte ein Gymnasium in Warschau. Im Jahr 1840 debütierte er mit dem Gedicht Mój ostatni sonet (deutsch: Mein letztes Sonett) in der Zeitschrift Piśmiennictwo Krajowe.

Im Jahr 1842 besuchte Norwid Dresden, später Venedig und Florenz. Seit 1844 wohnte er in Rom, 1846 besuchte er Berlin. Dort wurde er festgenommen und aus Preußen ausgewiesen. Später wohnte er in Brüssel und erneut in Rom, wo er Adam Mickiewicz und Zygmunt Krasiński kennenlernte.

In den Jahren 1849 bis 1852 wohnte Norwid in Paris. Dort lebte er in Armut, veröffentlichte literarische Werke in der Zeitschrift Goniec polski, lernte u.a. Frédéric Chopin und Juliusz Słowacki kennen. Im Jahr 1852 emigrierte er in die USA, kehrte aber bereits 1854 nach Europa zurück.

Norwid schuf neben Gedichten auch zahlreiche Zeichnungen, Radierungen, Gemälde und Aquarelle, konnte aber nichts verkaufen. Er war an Tuberkulose erkrankt, lebte in Armut in Paris und verbrachte die letzten Lebensjahre im Œuvre St. Casimir im 13. Arrondissement von Paris. Er wurde zunächst in einem Armengrab beigesetzt und später auf den Polnischen Friedhof in Montmorency im Département Val-d'Oise umgebettet. Eine Handvoll Erde von seinem Grab wurde 2001 mit einer Urne auf dem Wawel in Krakau am Eingang der "Krypta der Nationaldichter" beigesetzt. Dort war 1993, 110 Jahre nach seinem Tod, bereits ein kleines Bronzedenkmal errichtet worden.

Ein Großteil der Werke Norwids wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt und veröffentlicht, vor allem aufgrund der Initiative des Dichters Zenon Przesmycki. Eine vollständige Sammlung der Werke Norwids veröffentlichte erst Juliusz Wiktor Gomulicki im Jahr 1968 und erneut, mit kritischen Kommentaren, als Pisma wszystkie in 11 Bänden 1971 bis 1976.

Norwid wird meistens der Epoche der Romantik zugerechnet.

Werke[Bearbeiten]

  • Pompeja (1848 oder 1849)
  • Niewola (1849)
  • Noc tysiączna druga (dt.: Tausend und zwei Nächte) (eine Theaterkomödie, 1850)
  • Wanda (ein Theaterstück, 1851)
  • Vade-mecum (eine Gedichtsammlung, 1858 bis 1865)
  • Fortepian Szopena
  • Assunta (eine Gedichtsammlung, 1870)
  • Ad leones! (1883)
  • Tajemnica lorda Singelworth (eine Novelle, 1883)
  • Über die Freiheit des Wortes. Gedichte und ein Poem. Aus dem Polnischen von Peter Gehrisch. Leipziger, Leipzig 2012.
  • Poesiealbum 305. Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2013, ISBN 978-3-943708-05-9.
  • Krakus. Der unbekannte Fürst. Eine Tragödie. Übertragen von Waclaw Wierzbowski. Herausgegeben von Arfst Wagner mit einem Kapitel über Leben und Werk von Norwid von Czeslaw Milosz. Möllmann-Verlag, 2014, ISBN 978-3-89979-207-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cyprian Kamil Norwid – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Ehrungen[Bearbeiten]