Cyrano von Bergerac (1990)

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Filmdaten
Deutscher Titel Cyrano von Bergerac
Originaltitel Cyrano de Bergerac
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 138 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jean-Paul Rappeneau
Drehbuch Jean-Claude Carrière, Jean-Paul Rappeneau
Produktion René Cleitman, Michel Seydoux, André Szots
Musik Jean-Claude Petit
Kamera Pierre Lhomme
Schnitt Noëlle Boisson
Besetzung

Cyrano von Bergerac (Cyrano de Bergerac) ist ein französischer Historienfilm aus dem Jahr 1990. Es handelt sich hierbei um die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Edmond Rostand, in dem alle Dialoge und Wortgefechte in Alexandrinern gesprochen werden.

Handlung[Bearbeiten]

Paris, 1640: Cyrano de Bergerac, der große Fechtmeister und freiheitsliebende Poet mit der spitzen Zunge und der gigantisch großen Nase, verliebt sich in seine schöne Cousine Roxane, ist aber zu schüchtern, sich ihr zu nähern – er fürchtet wegen seiner Nase abgewiesen zu werden. Zudem hat sich Roxane in den gut aussehenden Christian verliebt, der in Cyranos Gardetruppe dient, den Gascogner Kadetten (Cadets de Gascogne). Roxane, eine leidenschaftliche Anhängerin der sogenannten Preziösen, verlangt von ihrem Auserwählten jedoch, geistreich umworben zu werden. Christian fehlt allerdings jeglicher Sinn für Poesie. So bietet Cyrano Christian seine Hilfe bei der Liebeswerbung an: Er schreibt an Roxane kunstvolle Liebesbriefe in Christians Namen. Dadurch gewinnt Christian Roxanes Herz und Hand, beide heiraten heimlich.

Denn Christian hat einen gefährlichen Konkurrenten: den einflussreichen Comte de Guiche[1], angeheirateter Verwandter des Premierministers, Kardinal Richelieu. Guiche hatte Roxane zu seiner Geliebten machen wollen. Als neuer Oberst der Gardetruppen lässt er aus Rache Christian noch in der Hochzeitsnacht, gemeinsam mit den Gascogner Kadetten, in den Krieg gegen Spanien abmarschieren. Während der Belagerung von Arras werden die französischen Angreifer ihrerseits von spanischen Verstärkungen eingeschlossen, und stehen nun in einem verzweifelten Zweifrontenkampf. Cyrano versucht mit allen Mitteln, das Roxane gegebene Versprechen, Christian zu beschützen, einzuhalten.

Roxane gelingt es in Verkleidung, zu den eingeschlossenen Franzosen vorzudringen. Christian hat inzwischen erkannt, dass er Roxanes Liebe weniger seinem eigenen guten Aussehen, als Cyranos gefühlvollen Liebesbriefen verdankt. Verbittert bedrängt er Cyrano, Roxane seine eigene Liebe zu offenbaren - die von beiden geliebte Frau soll sich dann für einen von beiden entscheiden. Bevor Roxane aber die Wahrheit erfahren kann, fällt Christian im Gefecht. Um dessen Andenken nicht zu beflecken, verschweigt Cyrano weiterhin seine Gefühle. Roxane zieht sich in ein Kloster zurück, ohne aber Nonne zu werden. Cyrano widmet fortan sein Leben der Cousine und erhält ihr 14 Jahre lang die Illusion von Christians unvergleichlicher Liebespoesie. Erst dann verrät er sich versehentlich, doch ein zuvor verübtes Attentat auf ihn verhindert das späte Glück. Cyrano stirbt im Klostergarten im Beisein Roxanes und seiner engsten Freunde.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Schlussszenen wurde in der romanischen Klosteranlage von Fontenay gedreht.

Der Film wurde am 28. März 1990 in Frankreich zuerst aufgeführt.

Kritiken[Bearbeiten]

  • film-dienst 1/1991: Aufwendige, in prachtvollen Bildern gestaltete Neuverfilmung des gleichnamigen romantischen Theaterstücks von Edmond Rostand, die sich eng an die Vorlage hält, alle Dialoge in Versform darbietet und die Geschichte mit Elementen des Abenteuer- und Actionfilms verbindet. Gérard Depardieu brilliert in der Titelrolle des unglücklichen Liebhabers zwischen draufgängerischem Heldentum und zarter Poesie.
  • epd Film 1/1991: Der Film ist sogar besser als das Theaterstück. Das Kunststück besteht darin, dass die gereimten Alexandriner des Versstückes weitgehend beibehalten wurden, doch wurde das Original von Jean Claude Carrière und Rappeneau kräftig bearbeitet, gelegentlich ergänzt oder gekürzt, gegebenenfalls modernisiert, kurz filmgerecht gemacht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscarverleihung 1991

  • Oscar:
    • bestes Kostümdesign
  • Oscarnominierungen:
    • bester Hauptdarsteller (Gérard Depardieu)
    • bestes Szenenbild
    • bestes Make-up
    • bester fremdsprachiger Film

BAFTA Awards

  • BAFTA:
    • bestes Kostümdesign
    • bestes Make-up
    • beste Musik
    • Beste Kamera
  • BAFTA-Nominierungen:
    • bester Hauptdarsteller (Gérard Depardieu)
    • bestes Szenenbild
    • bester fremdsprachiger Film
    • bestes adaptiertes Drehbuch

Der Film war für 13 Césars nominiert und erhielt zehn Auszeichnungen, was noch heute einen Rekord darstellt.

César-Nominierung:

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1990 wurde Gérard Depardieu als bester Darsteller ausgezeichnet und Pierre Lhomme erhielt eine Auszeichnung für seine Kameraführung. Der Film gewann den Golden Globe Award als bester ausländischer Film, den National Board of Review Award für den besten fremdsprachigen Film. In der Kategorie Prix de l'Académie nationale du cinéma erhielt der Film den Preis für die beste Regie. Der Film gewann zudem den David di Donatello als bester ausländischer Film und erhielt 1990 den Publikumspreis des Toronto International Film Festival.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edmond Rostand: Cyrano von Bergerac. Romantische Komödie in fünf Aufzügen (Originaltitel: Cyrano de Bergerac). Deutsch von Ludwig Fulda. Mit einem Nachwort von Ralf Steyer. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-008595-0
  • Edmond Rostand: Cyrano de Bergerac. Comédie héroique en cinq actes en vers. Reclam, Stuttgart 1996, ISBN 3-15-009026-1

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. historische Vorlage für den Grafen Guiche ist Antoine III. de Gramont, Comte de Guiche und Marschall von Frankreich